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Citroen-Pilot Kris Meeke glaubt für Monte Carlo Raylle an Favoritenrolle

Teamchef Matton mahnt seine Piloten vor den Gefahren der Rallye Monte Carlo. Kris Meeke rechnet damit, dass viele Augen auf Citroen gerichtet sein werden.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Citroen wartet in der WRC bereits seit vier Jahren auf den nächsten WM-Titel. Seit der Ära Sebastien Loeb standen die einst so erfolgreichen Franzosen stets im Schatten von Volkswagen und Sebastien Ogier. Nach dem Ausstieg des deutschen Herstellers, will Citroen mit Chris Meeke und Stephane Lefebvre, sowie deren Beifahrern Paul Nagle und Gabin Moreau, wieder zurück an die Spitze. Den Grundstein dafür will das Team mit seinem neuen Citroen C3 WRC gleich zum Saisonauftakt legen - bei der prestigeträchtigen Rallye Monte Carlo vom 20. bis 22 Januar.

"Die Entwicklung des C3 WRC war die kürzeste in der Geschichte von Citroen-Racing und wir müssen den außerordentlichen Einsatz unserer Teams über die vergangenen Monate hervorheben", so Citroen-Teamchef Yves Matton über das für das ab 2017 geltende Reglement aufgebaute Fahrzeug. Vor allem aus diesem Grund wird der Saisonauftakt eine besonders wichtige Standortbestimmung sein. "Das Auto scheint sauber designt und konstant zu sein, aber wir müssen einfach sehen, wie es gegen die Konkurrenz abschneidet", fügt er an.

Ich habe das Gefühl, dass wir hier im Rampenlicht stehen werden
Kris Meeke

Trotz der Ungewissheit durch das neue Regelwerk rechnet Meeke damit, dass Citroen bei der ersten Rallye der neuen Saison als Favorit beäugt wird. "Ich habe das Gefühl, dass wir hier im Rampenlicht stehen werden", so der 37-jährige Brite. Mit acht Teilnahmen bei der traditionsreichen Rallye weiß er allerdings auch, was ihn erwartet. "Es ist nie einfach, in Monte Carlo anzutreten. Die Leute haben keine Ahnung, welch Berge von Arbeit während der Testsessions bewältigt werden, um die Daten zu sammeln und aus diesen dann zu erarbeiten, welche Option die richtige ist", fügt er an.

Kris Meeke bestritt die Rallye Monte Carlo bereits acht Mal - Foto: Abu Dhabi Total WRT

Alles möglich in Monte Carlo

Selbstverständlich geht Citroen mit Titelambitionen in die neue Saison. Doch für den Auftakt wurden den beiden Fahrern jeweils unterschiedliche Aufgaben aufgetragen. Teamleader Meeke steht der größeren Verantwortung gegenüber. "Kris hat letztes Jahr gezeigt, dass er die Fähigkeit hat, Rennen zu gewinnen", so Matton. Sein 24-jähriger Teamkollege hingegen soll andere Prioritäten setzen. "Wir möchten ihn auch auf das Level bringen, mit dem er um Siege kämpfen kann. Aber zuvor wird es für ihn eine Lernphase geben. Er muss Punkte ins Visier nehmen und sicherstellen, dass er durchkommt", so der Teamchef über Lefebvre.

Von hohen Zielsetzungen ablenken lassen will sich Meeke allerdings nicht. Zu hoch ist die Gefahr, für eine Konzentrationsschwäche in Monte Carlo bestraft zu werden: "Ich hoffe, ich kann mich auf mein Fahren konzentrieren. Für diese Rallye ist mein Ziel eigentlich ganz einfach: Entspannt bleiben und das Auto genießen. Richtigerweise wird ja gesagt, dass in Monte Carlo alles passieren kann."

Citroen ist nach den Testfahrten gespannt auf die Konkurrenzfähigkeit des neuen C3 WRC - Foto: Citroen

Tag der Entscheidung für Lefebvre

Im Gegensatz zu seinem erfahrenen Teamkollegen war Lefebvre in Monte Carlo erst drei Mal am Start. Seinem ersten Einsatz als Werksfahrer in der WRC hat der Franzose lange entgegengefiebert: "Ich realisiere, dass der Tag der Entscheidung näher rückt. Worüber wir all die Monate als Zukunft gesprochen haben, ist nun hier in der Gegenwart." Beim Einstand will sich Lefebvre keinerlei Blöße geben. "Bei meiner ersten Rallye mit diesem Status, werde ich versuchen, eine gute Position zu erzielen und so viele Punkte wie möglich für Citroen einzufahren", fügt er an.

Wir haben nur zwei Autos, was bedeutet, dass es keine Verstärkung und auch kein Sicherheitsnetz gibt.
Yves Matton

Auch seine Herangehensweise auf der Piste klingt daher verhältnismäßig defensiv. "Ich denke, mir fehlt immer noch etwas Zeit hinter dem Lenkrad des C3 WRC. Ich muss mich mit dem Auto unter Wettbewerbsbedingungen erst noch richtig vertraut machen, bevor ich versuche, ans Limit zu gehen." Eine Einstellung, die er vom Team offenbar zu Genüge eingeschliffen bekommen hat. "Wir haben nur zwei Autos, was bedeutet, dass es keine Verstärkung und auch kein Sicherheitsnetz gibt", so Matton.

Dass Matton den dritten Citroen-Fahrer im Bunde bei seiner Aussage außen vor lässt, ist keineswegs eine Nachlässigkeit des Teamchefs - denn der Ire Craig Breen wird mit seinem Co-Piloten Scott Martin im Vorjahres Modell DS3 WRC an den Start gehen. Die Kohlen für Citroen aus dem Feuer zu holen, ist damit ausgeschlossen. "Ich werde sicherlich der Fahrer mit dem wenigsten Druck an diesem Wochenende sein. Meine Priorität wird darauf liegen, möglichst viele Kilometer abzuspulen", so Breen.


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