Ungemütlicher Auftakt in den Qualifying-Samstag beim WEC-Saisonfinale in Monza: Das 3. Freie Training auf dem italienischen Formel-1-Kurs ging bei nassen Bedingungen über die Bühne. Immerhin gewöhnen sich die Fahrer langsam an die kniffligen Verhältnisse, denn schon die beiden Trainings am Freitag waren verregnet. Niedrige Temperaturen unterhalb von 10 Grad und ungeheizte Regenreifen führten seit gestern zu einigen heiklen Rutschpartien.
Das Problem in Monza: Das Wasser fließt auf der 2024 neuasphaltierten Strecke nur langsam über die Drainage ab. Mehrere Hypercar-Fahrer klagten bereits am Freitagmorgen über extrem schlechte Sicht wegen der Gischt sowie teilweise Aquaplaning. Ein Toyota-Pilot, der namentlich nicht genannt werden wollte, hielt die Bedingungen sogar für unfahrbar und wunderte sich, dass am Freitagmorgen überhaupt gefahren wurde.
3. Training in Monza: Peugeot rutscht zur Bestzeit
Am Samstagmorgen zum 3. Training hatten sich die Streckenverhältnisse zumindest ein wenig verbessert, sodass sich die Teams und Fahrer für das folgende Qualifying (heute ab 14:20 Uhr) einschießen konnten. Aber was sind die Runden auf Regenreifen wirklich wert? Bis zum Mittag soll es aufhören zu regnen, und auch für das 6-Stunden-Rennen am Sonntag (Start um 11:00 Uhr) sind trockene Verhältnisse vorhergesagt.
Nick Cassidy führte den #93 Peugeot 9X8 im letzten Moment der 60-minütigen Session an die Spitze der Zeitenliste. "Sorry, dass ich das komplette Training gebraucht habe, um zu lernen, wie man Auto fährt", deutete der Neuseeländer am Teamfunk darauf hin, nicht ganz happy mit seiner Performance gewesen zu sein. Die Strecke wurde erst in den Schlussminuten schneller, sodass Cassidy mit einer 1:42.706 die Bestzeit erzielte.
Peugeot und Alpine verweisen Kubica-Ferrari auf P3
Der Peugeot-Pilot verdrängte am Ende mit 0,040 Sekunden Vorsprung den #36 Alpine von Victor Martins vom ersten Platz. Der französische Autobauer wurde bei seinem letzten Auftritt in der WEC vor dem Werksausstieg um seine zweite Trainings-Bestzeit nach Freitag gebracht. Cassidy und Martins verwiesen Robert Kubicas #83 Ferrari auf den dritten Platz, nachdem der Pole das Klassement über weite Strecken angeführt hatte.

Kubica saß die kompletten 60 Minuten am Steuer, während seine AF-Corse-Teamkollegen Phil Hanson und Yifei Ye aus der trockenen Box zuschauten. "Es ist seit gestern nass", sagte Kubica. "Wenn es heute nicht weiter regnet, dann fahren wir das Qualifying auf Slicks. Das wird aber knifflig, denn ich bin das Auto hier noch nie im Trockenen gefahren. Wir haben also nur wenige Runden um abzuliefern."
Technik-Probleme legen Weltmeister-Ferrari lahm
Kubica saß im bestplatzierten Ferrari, während das #50 Werksauto mit Antonio Fuoco den fünften Platz erreichte. Zwischen die beiden Ferrari drängelte sich Sheldon van der Linde im #20 BMW M Hybrid V8. Während Toyota bereits als Marken-Weltmeister feststeht und die beiden Crews der Japaner auch den Fahrer-Titel unter sich ausmachen, geht es für BMW darum, den zweiten Gesamtplatz gegen Ferrari zu verteidigen. Kein einfaches Unterfangen beim Heimspiel der Italiener...
Der zweite Werks-Ferrari, das amtierende Weltmeister-Auto mit der Startnummer #51 um Antonio Giovinazzi, erwischte allerdings keinen guten Start in den Tag. Die Mechaniker benötigten fast das gesamte Training für Reparaturarbeiten in der Box. An der Vorderachse rund um das Brake-by-Wire-System wurde mit Hochdruck geschraubt, bis Alessandro Pier Guidi am Ende zumindest eine Installationsrunde drehen konnte.
Training: WM-Spitzenreiter-Toyota ganz hinten
Auf den Plätzen sechs, sieben und acht in der Zeitenliste: der #19 Genesis GMR-001 mit Daniel Juncadella, Charles Milesi im zweiten Alpine und Dries Vanthoor im BMW mit der Startnummer #15. "Es war eine Herausforderung, die Speed-Unterschiede zwischen den Hypercars und GT3-Autos zu managen", berichtete Milesis Teamkollege, der Österreicher Ferdinand Habsburg. "Wir haben etwas rausgenommen, weil wir das Auto nicht beschädigen wollten. Vor allem, weil es morgen trocken sein soll."
Der zweite Genesis und der #7 Toyota TR010 Hybrid mit Kamui Kobayashi am Steuer komplettierten die Top-10 des abschließenden Trainings in Monza, das das eigentliche Saisonfinale in Bahrain ersetzt. Der WM-Spitzenreiter Toyota mit der #8 um Formel-1-Debütant Ryo Hirakawa kam nicht über Platz 16 hinaus.
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