Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich Euch mit guten News auf dem Laufenden halten. Die Saison 2007 ist nicht mehr weit weg. Ich stehe quasi im Finale mit meinen Entscheidungen.
Stattdessen habe ich den größten Förderer meiner Rennlaufbahn durch einen Herzstillstand verloren. Herbert Hofmann ist am 14.02.2007 verstorben!
Ich hatte und habe wirklich viele Leute in meinem Umfeld, die mir sehr geholfen haben. Aber ohne Herbert wäre ich mit Sicherheit nicht weitergekommen. Kennen gelernt haben wir uns auf der Motor Show im Dezember 1991 in Essen. Er war mit seinem Team HMS in der Deutschen Formel Renault Meisterschaft unterwegs. Ein Freund hat ihn mir vorgestellt.
"Ja, ob ich denn nicht mal testen könnte? Habe kein Geld bin aber fürchterlich motiviert und möchte es allen zeigen." Zwei Wochen später waren wir in Hockenheim. Ich glaube es waren 500 DM, die er dafür wollte... Herbert war ein Idealist! Er hat immer alles investiert, was er an Budget hatte. Außerdem mochte er keine reichen Rennfahrersöhne, die dann mit Papa und Manager, oder Oma und Tante, das Teamzelt belagerten. Für mich perfekt, ich war ja immer "Einzelkämpfer" und bin alleine zur Rennstrecke gekommen!
Der Test war gut und alle waren happy. Nur Geld hatten wir keines. Irgendwann im Februar 1992 hat mich Herbert dann gefragt: "Junge, was kannste denn wirklich an Kohle auftreiben?" - "20.000 DM", sagte ich. Mir war klar, dass er jetzt lachen würde. Aber ich solle doch mal nach Hannover in die Firma kommen. Gesagt getan, ab in die Firma.
Er könne mir den Vorjahreswagen anbieten. Folgende Bedingungen: Weiteres Geld auftreiben, Mechaniker organisieren und das Auto an den Wochenenden selber mit aufbauen. Wahnsinn! Ich war außer mir vor Freude. Ich glaube 95% unserer heutigen Jungrennfahrer hätten ihm den Vogel gezeigt! Selber arbeiten...?
Aber ich war glücklich. Allein schon, weil jemand an mich glaubte. Von da an begann eine schöne Erfolgsserie - aber auch eine tiefe Beziehung. Herbert und seine Frau Elke waren für mich wie eine zweite Familie. Sie haben wirklich alles getan, um mir zu helfen.
Die beiden haben auch viel aus Ihrer "Tasche" dazugelegt. Wir waren ja fast immer unterfinanziert! 1992 wurde ich Pilot Renault, also bester Neuling und habe dann ein Förderpaket gewonnen. Gut finanziert ging es in die Saison 1993. Sechs von neun Rennen gewonnen und damit Vizemeister in der Formel Renault.
1994 Deutsche Formel 3 Meisterschaft. Aber mit einem B-Auto, also ein 93er Dallara Opel. Auch hier Zweiter in der B-Wertung, aber wichtiger: Wir haben die A-Autos regelmäßig geärgert und sind oft in die Top Ten hinein gefahren! Unser Budget war grausam gering. Die anderen Teams hatten dreimal so viel Geld wie wir.
Aber wie gesagt, Herbert war Idealist und Racer! Mit seiner Aluminiumbaufirma hat er mich immer begeistert. Er war alles in einer Person. Konstrukteur, Mechaniker und Verkäufer! Und es sah schon damals immer alles 1a und sehr edel aus.
Herbert war immer die Ruhe selbst, aber manchmal genügte eine Kleinigkeit und dann konntest du die Luft mit einem Schwert zerschneiden! Wie ein HB Männlein ärgerte er sich. Aber direkt danach war er wieder ganz ruhig und grinste meistens! Ich habe mich immer kaputtgelacht. Er war immer ehrlich und fair.
Ja Herbert, obwohl ich sehr traurig bin, ich werde Dich immer sehr positiv und dankbar in meiner Erinnerung haben. Wie sagt man im Rheinland: Mach et joot!

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