Für Leo Rammerstorfer war das vergangene Wochenende in der Moto3 eines mit gemischten Gefühlen. Im Rahmen des MotoGP-Wochenendes in Spielberg absolvierte der Österreicher sein erstes Heimspiel in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Bei wechselhaften Bedingungen am Samstag konnte er mit Platz drei im 2. Training einmal mehr seine Qualitäten auf nassem Asphalt unter Beweis stellen. Im Trockenen fehlte hingegen wieder die Pace. Dazu erschwerte ihm im Rennen eine Long-Lap-Penalty aus Misano zusätzlich das Leben.

"Mit der Long-Lap-Penalty war es ein bisschen schwierig, weil er doch mehr Zeit gekostet hat, als ich mir gedacht hatte", erklärt der 22-jährige Linzer nach dem 15. von 22 Rennwochenenden auf dem Red Bull Ring. Im Qualifying hatte er den 20. Platz belegt, musste dann aber in Runde vier von 20 seine Strafe antreten, die er am vorangegangenen Sonntag in San Marino für eine Kollision mit Nicola Carraro von den FIM-Stewards erhalten hatte.

Dadurch verlor er fünf Sekunden auf seinen Vordermann Jesus Rios und fiel auf die 25. Position zurück. Im weiteren Rennverlauf kam er wieder bis auf Platz 20 nach vorne, hatte aber keine Chance mehr auf ein zählbares Resultat in den Top-15. Ein Ausrufezeichen setzte Rammerstorfer hingegen am Samstagmorgen im 2. Training, als er bei Mischbedingungen die drittschnellste Rundenzeit fuhr und dabei nur eine halbe Sekunde auf Brian Uriarte einbüßte.

"Im Großen und Ganzen ist schon ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Es war ein mega anstrengendes Wochenende, weil viel zu tun war. Aber es ist cool, wenn man das Gefühl bekommt, dass einem viel Aufmerksamkeit zuteil wird, und das ist für mich sehr gut", sagt der momentan einzige österreichische Starter in der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Leo Rammerstorfer bereit für die Übersee-Saison der Moto3-Weltmeisterschaft

Für Rammerstorfer war das Wochenende in Spielberg der Abschluss der europäischen Saison in der WM. In zwei Wochen geht es im japanischen Motegi weiter. "Das ist für mich etwas ganz Neues. Ich war zwar jetzt schon in Thailand und Amerika, aber das war eigentlich sehr spannend", erklärt der Rookie, dem in den kommenden Monaten vier Events in Asien bevorstehen. Für ihn ein gänzlich ungewohntes Territorium: "Der Rest und das ganze Drumherum ist viel weniger wie dort [Amerika]."

Auf ihn warten bei den noch ausstehenden sieben Rennen im Kalender außerdem fast ausschließlich ihm unbekannte Rennstrecken. Einzig Portimao und Valencia sind ihm aus der FIM JuniorGP vertraut, in der er zwischen 2023 und 2025 am Start war. Mit Motegi, Mandalika, Phillip Island, Sepang und Katar wartet Neuland: "Mal schauen, wie das wird. Aber ich freue mich jetzt sehr darauf und hoffe, dass ich dort wieder die nächsten Schritte machen kann."