Mit einem Klassiker startet die American Le Mans Series in die neue Saison: Das Zwölf-Stunden-Rennen in Sebring/Florida, das bereits zum 55. Mal ausgetragen wird, ist das älteste Sportwagenrennen der USA und eine der größten Herausforderungen für Fahrer und Teams. "Dieses Rennen ist ein echter Härtetest und ein wichtiger Indikator für den weiteren Saisonverlauf", sagt Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen. Mit dem verbesserten RS Spyder will er gegen die nicht nur zahlenmäßig stärker gewordene Konkurrenz an die Erfolgsserie des Vorjahres anknüpfen: "Unser Saisonziel ist die erfolgreiche Titelverteidigung."

Der in Weissach entwickelte Sportprototyp war schon in seiner ersten vollen Rennsaison das Maß aller Dinge in der Klasse LMP2 der American Le Mans Series. Mit einem Gesamtsieg und sieben Klassensiegen gewann Porsche nicht nur den Fahrertitel durch Sascha Maassen und Lucas Luhr, sondern sicherte sich auch den Sieg in der Herstellerwertung.

In der erstmals aus zwölf Rennen bestehenden Serie mit den schnellsten Sportwagen der Welt setzt das von Porsche werksunterstützte Team Penske Motorsports, im Vorjahr Gewinner der Teamwertung, erneut zwei RS Spyder in der Klasse LMP2 ein. Das Cockpit der Startnummer 6 teilen sich Titelverteidiger Sascha Maassen (Aachen) und sein neuer Partner Ryan Briscoe (Australien). Unterstützt werden sie in Sebring von Emmanuel Collard (Frankreich). Im RS Spyder mit der Startnummer 7 gehen erneut Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich) an den Start. Als dritter Fahrer steht ihnen beim Auftaktrennen Helio Castroneves (Brasilien) zur Seite, der für Penske Racing in der US-IndyCar-Serie fahrende zweifache Gewinner der berühmten 500 Meilen von Indianapolis.

Verstärkt wird das Porsche-Aufgebot durch die zwei neuen RS Spyder, die das US-Privatteam Dyson Racing in dieser Saison erstmals an den Start bringen wird. Im Rahmen seines erfolgreichen Kundensportprogramms betreut Porsche das Team an der Rennstrecke. Den RS Spyder mit der Startnummer 16 fahren Andy Wallace (Großbritannien), Butch Leitzinger (USA) und Andy Lally (USA), mit der Startnummer 20 gehen Chris Dyson (USA) und Guy Smith (Großbritannien) ins Rennen. Die schon im Vorjahr hart umkämpfte Klasse LMP2 der American Le Mans Series wird dadurch weiter aufgewertet. Der Einstieg von Acura, deren Boliden mit starken Testzeiten aufhorchen ließen, sorgt zusammen mit dem verstärkten Engagement von Porsche für ein neues Kräfteverhältnis bei den Sportprototypen: In Sebring sind mehr als doppelt so viele Fahrzeuge in der Klasse LMP2 am Start wie in der Klasse LMP1. Die spannendsten Positionskämpfe dürfen die Fans also von den LMP2-Boliden erwarten.

Die Mobil 1 Twelve Hours of Sebring auf dem 5,950 Kilometer langen und sehr welligen Flugplatzkurs im Herzen Floridas sind traditionell einer der Höhepunkte der Saison. Eine harte Belastungsprobe nicht nur für die Autos, sondern auch für die Fahrer, die im Rennverlauf etwa 5500 Kurven und rund 7000 Gangwechsel zu bewältigen haben. In den Siegerlisten dieses Klassikers haben sich Rennfahrergrößen wie Juan Manuel Fangio, Stirling Moss, Hans Herrmann, Mario Andretti und Jacky Ickx verewigt.

Als erster Hersteller in der American Le Mans Series hat Porsche mit Sascha Maassen und Jörg Bergmeister die amtierenden Champions sowohl der Klasse LMP2 als auch der Klasse GT2 in seinem aktuellen Werksfahrerkader. Sascha Maassen feierte mit Porsche bereits vier Klassensiege in Sebring. Auch in der Geschichte des Langstreckenklassikers in Florida ist Porsche der mit Abstand erfolgreichste Hersteller, holte die meisten Gesamtsiege (17), die meisten Siege in Serie (13 zwischen 1976 und 1988), die meisten Pole Positions (9) und die meisten Klassensiege (62). An der Spitze der ewigen Sebring-Bestenliste liegt Porsche auch mit seinem Rekord von bisher 3997 Führungsrunden.

Die Chancen, dass bei der 55. Auflage des Traditionsrennens die 4000er-Marke fällt, stehen gut. Dass die RS Spyder für die Herausforderungen der Saison optimal vorbereitet sind, zeigte sich schon beim traditionellen Wintertest in Sebring, als die Sportprototypen aus Weissach an allen drei Testtagen mit der Bestzeit glänzten.

Mit einem starken Aufgebot will Porsche in der American Le Mans Series auch seine Erfolgsserie in der Klasse GT2 für modifizierte Seriensportwagen fortsetzen. Zehn der 19 GT2-Fahrzeuge im Starterfeld von Sebring sind 911 GT3 RSR, darunter acht Fahrzeuge des neuen, auf der aktuellen 997 Version basierenden Modells. Titelverteidiger Jörg Bergmeister (Langenfeld) fährt in dieser Saison zusammen mit Johannes van Overbeek (USA) einen der beiden brandneuen 911 GT3 RSR von Flying Lizard Motorsports. In Sebring werden sie von Marc Lieb (Ludwigsburg) unterstützt. Wolf Henzler (Nürtingen) teilt sich einen der beiden ebenfalls neuen 911 GT3 RSR von Tafel Racing mit Patrick Long (USA) und Robin Liddell (Großbritannien). Erstmals mit dem neuen 911 GT3 RSR tritt das renommierte IndyCar-Team Rahal Lettermann Racing in der American Le Mans Series an. Als Fahrer verpflichtete Co-Teambesitzer Bobby Rahal, 1987 Sieger in Sebring, Ralf Kelleners (Düsseldorf) und Tom Millner (USA). In Sebring greift sein Sohn Graham als dritter Fahrer ins Lenkrad des im Porsche-Motorsportzentrum in Weissach gebauten Sportwagens.