Das Saisonfinale war für mich sehr enttäuschend, da ich mir nicht den Meistertitel holen konnte. Fast die ganze Saison habe ich die Gesamtwertung angeführt und gerade hier hatte ich viel Pech und es lief auch einiges schief. Zumal es uns das Wetter nicht unbedingt leicht gemacht hat. Dabei fing das Wochenende eigentlich ganz gut an. Das Freie Training am Freitag mussten wir im Nassen absolvieren und da konnte ich noch ganz gut vorne mitmischen. Das Zeittraining am Samstag ist dann schon blöd gelaufen, weil die Strecke immer trockener wurde und wir auf Regenreifen unterwegs waren. In meiner letzten schnellsten Runde hatte ich dann auch noch einen Gaststarter vor mir, der sich sehr breit gemacht hat und mich auf keinen Fall vorbei lassen wollte. Deshalb bin ich nur Dritter geworden.
Im ersten Rennen bin ich dann auch noch nicht richtig vom Start losgekommen. Von der Reaktion her lief alles perfekt und ich bin auch gut losgekommen, aber nach zwei, drei Metern ging es los: Wir wissen immer noch nicht, was es genau war, aber ich denke mal Kupplungsprobleme. Dass die Kupplung einfach zu heiß wurde und ich dann keine Leistung hatte - nur ein Fünftel von der Drosselklappe im Vergleich zum Normalzustand. Das blieb dann leider für die nächsten zwei Runden so. Der Wagen hat sich aber zum Glück wieder gefangen und ich konnte noch einmal attackieren. Doch durch die ganzen Probleme war ich schon auf den zwölften Platz zurückgefallen, während sich meine schärfsten Konkurrenten an der Spitze aufhielten. Schließlich schaffte ich es aber dann wieder auf den siebten Rang nach vorne, wo ich aus taktischen Gründen auch bis ins Ziel geblieben bin. Da ja für das zweite Rennen die ersten Acht des ersten Rennens gedreht werden, konnte ich den zweiten Lauf von Platz zwei angehen. Außerdem stand mein Teamkollege neben mir auf Pole. Alles schien perfekt für den zweiten Lauf zu sein.
Dann kam der Sonntag...
Am Sonntag kam es dann zum Höhepunkt meines Pechs. Es hatte über Nacht geregnet und die Strecke war am Abtrocknen. Leider stand ich nicht auf der Ideallinie, sondern auf dem noch feuchten Streckenteil. Da aber meine beiden Konkurrenten auf Slicks gestartet sind, musste ich auch wechseln, weswegen ich am Start wieder schlecht wegkam. Vor der ersten Kurve war ich aber trotzdem noch auf Platz drei. Dann ging es für mich nur noch geradeaus und es kam alles zusammen. Als ich wieder auf Strecke zurückkam, musste ich mich ausgerechnet hinter meinen Hauptkonkurrenten Fredy Barth und Florian Gruber einreihen. Ich habe dann auch versucht, Florian anzugreifen, der verlor plötzlich die Kontrolle über seinen Wagen und wurde sehr langsam. Ich wusste nicht, ob ich nach rechts oder links ziehen soll und bin ihm voll auf das rechte Hinterrad gedonnert, das gleich zu rauchen anfing. Nur wenige Meter später donnerte mir Thomas Marschall in den Seat und ich musste mein Auto auf der Wiese abstellen. Alle Meisterschaftsträume waren geplatzt. Es gab zwar noch Hoffnung, da Florians Reifen noch rauchte und Fredy mit einem Reifenschaden an die Box musste, aber Florians Gummi hat bis zum Ende gehalten und er schnappte sich damit den Titel. Im Gegensatz zu mir ist er aber schon drei Jahre in diesem Cup unterwegs.
Deshalb bin ich mit der Saison ganz zufrieden, das war mehr als wir erwartet hatten. Ziel war ja unter die ersten Fünf zu fahren und Vizemeister ist besser als wir gedacht haben. Trotzdem tut es schon noch ganz schön weh, zumal das ganze Team und auch mein ganzes Umfeld eine Superarbeit geleistet haben. Leider hat es halt nicht zum Meistertitel gereicht. Ich habe dieses Jahr aber viel gelernt. Darunter war auch die enge Zusammenarbeit mit dem Team, da es im Motorsport ja nicht nur auf das Fahren ankommt, sondern auch auf das ganze Umfeld. Du musst mit jedem im Team gut zusammenarbeiten und hast auch vor und nach den Rennwochenenden noch viel zu tun, wie alle Daten auswerten oder vorarbeiten. Damit habe ich mir die beste Grundlage geschaffen nächstes Jahr wieder voll angreifen zu können.
Ein dickes Lob
Ich möchte mich zum Abschluss der Saison von Herzen bei allen bedanken, die mich während der Saison unterstützt und zu mir gehalten haben. Mein Team GAG mit Jürgen Gröner hat einen tollen Job gemacht. Danke Jungs und es tut mir auch für Euch leid, dass es nicht geklappt hat. Irene verdient mein besonderes Lob, sie ist die "Gute Seele" im Team und hat uns das ganze Jahr mit tollem Essen und guter Stimmung verwöhnt. Bedanken möchte ich mich bei Kris Nissen und VW Motorsport für die Hilfe sowie bei Oliver Schielein und allen dort in der Organisation Beteiligten. Es war ein super Jahr und es hat uns allen viel Spaß gemacht. Bei allen Beteiligten in meinem persönlichen Umfeld möchte ich mich bedanken, besonders bei Dennis und Jürgen die ich sehr zu schätzen weiß. Zu guter letzt gratuliere ich Florian zur Meisterschaft und bedanke mich bei ihm und Fredy für die unter uns immer fairen Rennen. Es hat Spaß gemacht mit und gegen Euch zu fahren und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren auch einige Rennen zusammen fahren können. Ich bedanke mich bei allen Zuschauern, Lesern und Fans, dass Ihr mir in vielen Situationen gezeigt habt, dass es auch Euch viel Spaß macht unseren Rennen zuzuschauen. Ich hoffe, dass wir uns alle auch 2007 sehen und weiter Spaß am Motorsport haben.

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