Bruno Senna startet beim ersten der beiden britischen F3-Läufe in Silverstone am Sonntag Vormittag aus der Pole-Position. Der Brasilianer distanzierte im ersten Qualifying seinen Teamkollegen bei DoubleR-Racing, den Meisterschaftsleader Mike Conway, um gut zwei Zehntelsekunden, Dritter wurde Oliver Jarvis im besten Carlin-Auto.

"Es war eine gute Runde, aber keine hundertprozentig optimale", meinte der Brasilianer. "Ich habe keinen Fehler gemacht, aber auf der ersten schnellen war ich in Copse noch ein bisschen vorsichtig, wollte erst mal eine sichere Zeit haben. Da war ich Zweiter, dann habe ich bei der nächsten ein bisschen mehr riskiert und das hat dann auch gereicht, obwohl die Reifen da schon nicht mehr ganz optimal waren."

Generell kämpfen die Formel-3-Piloten bei den kühlen Temperaturen in Silverstone mit Graining. "Auch ich hatte ein bisschen Probleme damit, durch das leichte Untersteuern, aber ich bin sicher, mit ein bisschen mehr Frontflügel lässt sich das beheben", war Bruno optimistisch. "Und die Pole ist hier sowieso schon fast die halbe Miete - Überholen ist sehr schwierig."

Schlimmer erwischten die Probleme Maro Engel, der nur auf Startplatz 9 kam. Der Deutsche, der ja in Spa seinen Premierensieg in der britischen F3 feierte, kommt hier schon seit Donnerstag nicht richtig zurecht. "Seit Donnerstag, seit dem Testtag, haben wir Untersteuern und kriegen es einfach nicht weg. Was auch immer wir ändern, wir scheinen uns im Kreis zu drehen. Sehr merkwürdig - denn Untersteuern hatte ich das ganze Jahr noch nicht. Und normalerweise müsste ein Auto, das in Spa passt, hier von der Charakteristik auch passen. Sicher, die Temperaturen sind viel tiefer, aber warum sich das gerade bei mir so stark auswirkt, ist rätselhaft."

Am Freitag im Freien Training rutschte Engel dann auch noch in Becketts raus, "aber das war nur ein kleiner Dreher ins Kiesbett, da ist nichts kaputt gegangen. Das ist nicht das Problem, das war eher eine Folge davon. Jetzt müssen wir massiv nachdenken. 1,4 Sekunden Rückstand, das ist entschieden zuviel, soviel hatte ich seit Anfang des Jahres nicht mehr. Ich hätte nichts dagegen, wenn es im zweiten Qualifying regnet."