Die englische Formel-3-Meisterschaft gibt ihr erstes Gastspiel auf dem Straßenkurs von Pau in Südfrankreich, früher als das "Monaco der Formel 2" bekannt und nach Ansicht der meisten Piloten noch viel schwieriger als der Husarenritt durch die Straßenschluchten des Fürstentums. Kein Wunder, dass da diejenigen einen kleinen Vorteil haben, die den Kurs schon besser kennen: Unter den ersten Sieben nach dem ersten Qualifying finden sich denn auch zwei französische Gaststarter mit besten Streckenkenntnissen, die allerdings außerhalb der Punktewertung antreten - und die drei Carlin-Fahrer, die am letzten Wochenende beim "Historic Grand Prix" schon einmal erste Erfahrungen sammelten, darunter auch der Deutsche Maro Engel als Fünfter.

Als einzige in die Phalanx der "Nicht-Neulinge" konnten die beiden eindringen, die ja schon seit Anfang der Saison die Siege unter sich ausmachen: Meisterschaftsleader Bruno Senna und sein Teamkollege im Team von Räikkönen Robertson, Mike Conway. Diesmal hatte Conway als Trainingszweiter hinter dem außer Konkurrenz startenden Franzosen Romain Grosjean das bessere Ende für sich, doch trotz "nur" Rang sieben war Bruno Senna nicht unzufrieden: "Vor allem, weil das Auto jetzt richtig gut geht. Wir hatten heute früh noch ein paar Probleme, haben was geändert, und das hat funktioniert. Meine Zeit von 1:13,8 bin ich relativ locker gefahren, dabei hatte ich in der Runde noch einen vor mir, das war mindestens mal eine halbe Sekunde. Das heißt, die 13,3 von Mike könnte ich auch fahren. Zwei der Leute vor mir können nicht punkten, und irgendwer schmeißt sich auch da vorne bestimmt wieder raus", kalkuliert der Brasilianer schon mal für das erste Rennen am Sonntag am Spätnachmittag.

Mit 28 Punkten Vorsprung in der Meisterschaft "muss ich ja schon nicht mehr jedes Rennen gewinnen. Und für das zweite Qualifying morgen früh müsste eigentlich noch ein bisschen mehr möglich sein, wenn ich vielleicht ausnahmsweise mal eine freie Runde erwische", grinste er - dieses Thema verfolgt ihn ja schon seit dem Porsche-Wochenende in Monaco...

Auf ein noch besseres zweites Qualifying hofft auch Engel, derzeit Dritter in der Meisterschaft: "Ich war hier eigentlich von Anfang an sehr gut dabei, ein bisschen was sollte da schon noch gehen. Ich will schließlich auf jeden Fall ein paar Punkte von meinem Rückstand auf Bruno wettmachen und hoffentlich auch bald endlich einmal gewinnen", sagt der 20-jährige gebürtige Münchner, der jetzt in Monaco lebt und vor zwei Wochen im Regen von Donington als Zweiter hinter Conway erstmals auf dem Podium stand. Auf seiner schnellsten Runde lernte Engel die Tücken des Straßenkurses zu gut kennen: Auto und Fahrer überstanden den recht heftigen Crash aber mit leichten Schrammen - für den Sonntag sollte aber alles okay sein. Neben Engel erwischte es auch Oliver Jarvis, Charles Hollings und Alberto Valerio.