Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate geht am 11. November eine neue Single-Seater Rennserie an den Start: Nach dem furiosen Debüt der A1GP Serie in Brands Hatch, schickt sich nun die Grand Prix Masters Serie an diesen Erfolg noch zu übertreffen.
Doch was ist die GPM eigentlich? "Grand Prix Masters ist definitiv keine zweite World Wrestling Federation", schmunzelt Christian Danner im Gespräch mit unseren Kollegen der Motorsport aktuell. "Wir sind ein Haufen motivierter Fahrer, die ihre Karriere hinter sich haben, und die glücklich sind, wieder Gas geben zu dürfen. Wir freuen uns, dass uns jemand die Möglichkeit gibt, mit so tollen Autos an so tollen Orten Rennen zu fahren."
Die GPM-Serie

Im Gegensatz zur A1GP Serie treten in der GPM aber keine Nachwuchshoffnungen oder aktuelle Stars aus diversen Rennserien an. Stattdessen sorgt das Mindestalter von 45 Jahren für ein Wiedersehen mit den GP-Stars längst vergangener Tage.
"Es wird ganz anders als die moderne F1 sein!", prophezeit Christian Danner. "Der heutigen F1 fehlt es komplett an Charakteren. Als TV-Kommentator muss ich an jedem Rennwochenende damit klar kommen. Alonso ist okay, aber Kimi Räikkönen ist ein Alptraum! Als ich vor 20 Jahren in der F1 war, gab es niemanden der so stumm und langweilig war wie er! Deswegen wird die Grand Prix Masters Serie einzigartig sein." Zustimmung erhält Danner von René Arnoux: "Wir werden sicher keine Pressekonferenzen geben, die so langweilig sind wie in der Formel 1."
"Wir wissen, dass wir von den Fahrern eine gute Show erwarten dürfen", ergänzt Danner. "Das ist sogar unsere Pflicht. Die Rennfans träumen vielleicht schon seit vielen Jahren von solch einer Serie!"
Kein Wunder also, dass auch Ex-Champion Nigel Mansell die Unterhaltung der Fans als "Dreh- und Angelpunkt" der Serie ansieht. "Jedes GP Masters Rennen wird etwas Besonderes sein, weil wir für die Fans, Medien und Sponsoren zur Verfügung stehen. Die berühmten Rennfahrer werden greifbar sein. Die Serie öffnet sich gegenüber allen. Im Vergleich zur modernen Formel 1 wird es komplett anders sein. In der F1 ist heutzutage alles steril und wird zu sehr kontrolliert."
Und hier sieht Ricardo Patrese den großen Vorteil der GPM: "Der Erfolg von Grand Prix Masters hängt für mich davon ab, dass die ganzen Fahrer echte Charaktere sind. Das wird die Serie von anderen Motorsportarten abgrenzen. Nigel Mansell und Alain Prost sagten ihrer Zeit was sie dachten und das wollten die Leute hören! Die Menschen haben ihnen zugehört, weil sie wichtige Dinge zu sagen hatten. Heute sprechen die Fahrer nicht mehr zu geradeheraus."
Die GPM-Fahrer
Beim esten Rennen der Serie im südafrikanischen Kyalami werden am kommenden Wochenende 14 Piltoen an den Start gehen. Während die deutschen Farben von Christian Danner und Hans Joachim Stuck hochgehalten werden, treten auch so große Namen wie Nigel Mansell, Ricardo Patrese, Patrick Tambay, Emerson Fittipaldi, Andrea de Cesaris oder Stefan Johansson an.
"Schon seit Jahren wurde über eine solche Serie diskutiert, aber bis heute hat es niemand in die Tat umgesetzt", freut sich Mansell auf das Debüt. "Ich bin froh, dass das nun geschehen ist. Denn das Konzept ist absolut fantastisch."

Und wie konkurrenzfähig werden die Altstars sein? "Ich traf mich kürzlich mit Andrea de Cesaris in Monaco und er war ziemlich konkurrenzfähig und sprach wahnsinnig ernst über die Serie!", sagt Danner. "Wir möchten enge und spannende Zweikämpfe bieten. Aber die Atmosphäre soll lustig und entspannt sein", fügt Patrese hinzu. "Die Zuschauer sollen es genauso genießen wie die Fahrer. Aber natürlich möchten wir alle Erfolg haben. Deshalb wir des interessant sein zu sehen, wie die einzelnen Fahrer mit der Herausforderung umgehen werden. Es ist gute 10 Jahre her, dass ich zuletzt in einem Rennwagen gefahren bin. Ich werde also Zeit brauchen, um mich wieder an den Rhythmus zu gewöhnen."
Entsprechend wichtig ist eine gute Vorbereitung und ein ausgiebiges Fitnesstraining. "Alan Jones und Patrick Tambay werden ziemlich fett sein!", scherzte Danner vor einiger Zeit. "Ich möchte zu gerne ihre Gesichter sehen, wenn sie nach dem ersten Rennen ihre Helme abnehmen! Das wird fantastisch!"
Das GPM-Auto
Ein Chassis von Delta Motorsport, ein V8-Motor mit 600 PS und Avon-Slickreifen: Die Ausstattung für eine spannende GPM-Debütsaison sind eindeutig gegeben. "Das Auto ist erste Sahne", schwärmte Nigel Mansell nach seinem Besuch in der Delta Motorsport Fabrik. "Es ist viel besser als ein F1-Auto aus den 80er Jahren und es ist genau jene Sorte Auto von der wir Fahrer träumen!"
Das wichtigste dabei ist, dass alle Fahrer das gleiche Material bekommen und die Autos keinerlei elektronische Fahrhilfen besitzen. "Somit liegt alles auf dem Können des Fahrers", weiß Patrese. "Dadurch können wir noch Fehler machen, was möglicherweise mehr Action und Überholmanöver verursacht. Unsere gesamte Philosophie dreht sich um die Unterhaltung. Das möchten die Fans und das ist unsere Mission."
"Ich bin schon viele Autos gefahren, einige davon können es in Sachen Bremsen und Beschleunigung mit dem Masters-Auto aufnehmen, aber die Kurvengeschwindigkeit hat mich umgehauen", war auch Hans Joachim Stuck nach dem ersten Test in Silverstone vom GPM-Boliden begeistert. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich sage das nicht abwertend, aber GP Masters stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten - vom Polo-Cup über die Mini-Challenge bis zur IROC-Serie."
Das GPM-Debüt in Südafrika

Die wichtigste Rolle beim Debütrennen in Kyalami spielt laut Nigel Mansell die Fitness der Fahrer. "Das wird jene Fahrer begünstigen, die zuletzt noch Rennen gefahren sind. Aber nicht Leute wie mich, die seit einem Jahrzehnt nicht mehr gefahren sind. Es wäre sicherlich nicht falsch zu sagen, dass ich nicht zu den Favoriten zähle."
Seinen alten Rivalen Alain Prost wird Mansell in Südafrika allerdings nicht wieder sehen. Der Franzose steigt erst im nächsten Jahr in die Serie ein und konzentriert sich Anfang Dezember auf die Trophée Andros.
Die weiteren Teilnehmer im Überblick:
1. Rene Arnoux (France)
2. Eddie Cheever (USA)
3. Christian Danner (Germany)
4. Andrea de Cesaris (Italy)
5. Emerson Fittipaldi (Brazil)
6. Alan Jones (Australia)
7. Stefan Johansson (Sweden)
8. Jan Lammers (Netherlands)
9. Jacques Laffite (France)
10. Nigel Mansell (UK)
11. Hans Stuck (Germany)
12. Riccardo Patrese (Italy)
13. Patrick Tambay (France)
14. Derek Warwick (UK)
Das Rennwochend-Format
| Freitag | |
| 09:00 - 10:00 Uhr | Freies Training |
| 14:00 - 15:00 Uhr | Freies Training |
| Samstag | |
| 10:45 - 11:30 Uhr | Freies Training |
| 14:00 - 15:00 Uhr | Qualifying |
| Sonntag | |
| 10:30 - 10:45 Uhr | Warm-Up |
| 14:00 Uhr | Rennen (40-45 Minuten) |



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