Nach einer wenig erfolgreichen Premieren-Saison in der GP2, geht Mathias Lauda in diesem Winter erneut in einer neuen Rennserie an den Start: Der österreichische Weltmeistersohn startet für sein Land in der neuen A1GP-Rennserie von Schiech Maktoum.

Im Interview mit der adrivo Sportpresse zog der sympathische Österreicher eine Saisonbilanz über sein GP2-Jahr und warf einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben in der A1GP.

Mathias, Du hast Deine erste Saison in der GP2 mit drei Zählern auf Rang 21 abgeschlossen: Was nimmst Du aus diesem GP2-Jahr mit?

Mathias Lauda: Ich bin ein bisschen enttäuscht von dieser Saison. In der Formel 3000 lief es im letzten Jahr für mich viel besser. Dort war ich an den Spitzenleuten viel näher dran als in dieser Saison in der GP2. Mein großes Problem war, dass ich in diesem Jahr an den ersten vier GP2-Testtagen nicht teilnehmen konnte, weil wir uns erst sehr spät zu einer Teilnahme entschlossen hatten. Dadurch hinkte ich immer ein bisschen hinter den anderen her. Zur Saisonmitte habe ich dann aufgeschlossen und konnte auch meinen Teamkollegen schlagen. Mit den letzten drei Rennen war ich allerdings ziemlich zufrieden.

Mathias Lauda hat in der A1GP noch Nachholbedarf., Foto: Sutton
Mathias Lauda hat in der A1GP noch Nachholbedarf., Foto: Sutton

Allgemein hatte die GP2 in ihrem Premierenjahr ein gutes Standing in den Medien und bei den F1-Verantwortlichen. Wie beurteilst Du die Serie und deren erstes Jahr?

Mathias Lauda: Die Serie ist toll und spannend. Man kann in ihr sehr viel lernen und die Autos sind bei den Bremsen oder Reifen genauso wie in der Formel 1. Das GP2-Auto ist sicherlich der Bolide, der momentan am nächsten an einem F1-Wagen dran ist. Zudem ist es natürlich toll, dass wir im Rahmen der F1 mitfahren und deswegen viele Zuschauer haben. Das einzig Negative waren die technischen Probleme mit den Motoren, dem Getriebe oder der Elektronik.

Mit der A1GP Serie fährst Du jetzt schon wieder in einer komplett neuen Rennserie. Was hältst Du von deren Konzept des Länderkampfes?

Mathias Lauda: Das Konzept ist toll. Es ist einfach einmal etwas Neues. Gerade jetzt in der F1-Winterpause gibt es bis März nichts an Motorsport zu sehen. Aber es gibt genügend Fans, die auch im Winter Rennen sehen möchten.

Anders als Dein GP2-Auto besitzt das A1GP-Auto einen so genannten Boost-Button. Wie gefällt Dir diese Idee?

Mathias Lauda: Sehr gut! In Brands Hatch war es schwierig den Button zu benutzen, da man dort kaum überholen kann. Aber am EuroSpeedway sah das schon wieder ganz anders aus.

Laudas GP2-Jahr verlief nicht nach Wunsch., Foto: Sutton
Laudas GP2-Jahr verlief nicht nach Wunsch., Foto: Sutton

Das österreichische Team hat erst sehr spät seinen Einstieg in die A1GP bekannt gegeben. Wie schwierig ist es für Dich und das Team ohne großartige Tests sofort gute Leistungen zu bringen?

Mathias Lauda: Sehr schwierig. Wir konnten in Brands Hatch ohne Tests nicht viel erwarten. Denn wenn man nur mit Standardsetups fährt, kann man nicht viel erreichen. Aber wir werden jetzt hart daran arbeiten und wir haben bereits gemerkt, dass es langsam bergauf geht.

Mit welcher Zielsetzung geht Ihr in die nächsten Rennen und die Saison?

Mathias Lauda: Die Zielsetzung ist erst einmal schneller zu werden, viel zu lernen und das Team aufzubauen. Dann können wir auch weiter nach vorne gelangen. Was uns jetzt am meisten fehlt, sind Kilometer im Auto. Schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass die anderen Teams vor dem Saisonstart sechs Testtage hatten. Somit sind sie uns einfach etwas voraus.

Was folgt 2006? Die A1GP fährt bis in den März. Dann beginnt die "richtige Rennsaison" der europäischen Serien. Wirst Du wieder in der GP2 fahren oder hast Du auch noch andere Möglichkeiten?

Mathias Lauda: Ich fahre jetzt erst einmal hier mit und was danach kommt, kann ich Euch leider noch nicht verraten.