Nach einem sensationellen Champ Car Einstieg und einer unbeschreiblichen Pechsträhne hätte gestern Timo Glocks großer Tag sein können. Und obwohl er in Montreal mit Rang zwei das Ziel seines ersten Podestplatzes erreichte, verpasste der Deutsche nur knapp seinen ersten Champ Car Sieg!
Diesen sicherte sich hingegen Oriol Servia. "Es ist unglaublich", freute sich der Ersatzmann von Bruno Junqueria. "Ich werde jetzt nicht damit anfangen, wie oft ich den Sieg schon verdient gehabt hätte. Denn heute ist es geschehen. Leider geschah es aufgrund von Brunos Unfall, was keiner von uns wollte. Aber ich bin dennoch froh, dass ich sein Auto übernehmen durfte. Ich hoffe, dass noch einige weitere Siege folgen werden."
Die Entscheidung über den Rennsieg fiel allerdings nicht nur auf der Strecke. In der letzten Runde entschied Renndirektor Tony Cotman, dass Glock Servia wegen des Abkürzens in der Schikane passieren lassen müsste. "Sechs Runden vor Schluss hatte Servia versucht Glock in Kurve 15 zu überholen", so Cotman. "Dabei kürzte Glock die Schikane ab und sein Team wurde verwarnt."
"Beim zweiten Zwischenfall war Servia neben, wenn nicht sogar vor Glock und kürzte erneut ab, um in Führung zu bleiben. Deshalb wurden die Positionen getauscht." Cotman gab zwar zu, dass dies eine "schwierige Entscheidung" gewesen sei. Betonte aber auch: "Es war die richtige."
"Es war ein hartes Rennen, besonders weil ich von Platz elf starten musste", ließ Timo seinen Auftritt auf der Ile de Notre Dame noch einmal Revue passieren. "Ich nutzte den Push-to-Pass-Button oft und hatte am Ende nur noch zwei Versuche übrig. Ich wusste, dass Oriol versuchen würde mich zu überholen. Für mich ist es enttäuschend, aber auf der anderen Seite ist es auch ein großartiges Wochenende für unser Team."
Hinter Servia und Glock stand Justin Wilson als Dritter auf dem Podium. Ohne Podestplatz musste hingegen der Meisterschaftsführende Sebastien Bourdais die Ile de Notre Dame verlassen. "Bis zur gelben Flagge war es ein perfektes Rennen für mich", erklärte der Franzose. "Aber der schlechte Boxenstopp warf uns zurück. Dennoch konnten wir unsere Führung gegenüber Paul Tracy ausbauen."
Dieser hat die Hoffnung auf den Titel aber immer noch nicht ganz begraben. "Der achte Platz ist nicht gerade was wir uns erhofft haben", so Tracy, "aber immerhin hatte auch Sebastien etwas Pech. Es gibt also noch Hoffnung für die Meisterschaft."
Rennergebnis
1. Oriol Servia 1:59:10.516
2. Timo Glock + 1.000
3. Justin Wilson + 1.416
4. Sebastien Bourdais + 1.637
5. Alex Tagliani + 3.221
6. Cristiano da Matta + 4.452
7. Jimmy Vasser + 5.311
8. Paul Tracy + 6.672
9. A.J. Allmendinger + 7.213
10. Mario Dominguez + 7.678
11. Andrew Ranger + 12.614
12. Ryan Hunter-Reay + 14.154
13. Bjorn Wirdheim + 16.104
14. Rodolfo Lavin + 16.975
15. Nelson Philippe + 45.359
16. Marcus Marshall + 1 Runde
17. Ronnie Bremer + 1 Runde
18. Ricardo Sperafico + 24 Runden



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