Vor vollen Zuschauertribünen auf der Rennstrecke im niederländischen Zandvoort ging der Meisterschaftskampf in der Formel BMW ADAC Meisterschaft in die nächste Runde. Am Samstag siegte Nicolas Hülkenberg (Emmerich/Josef Kaufmann Racing) vor Sébastien Buemi (CHE/ADAC Berlin-Brandenburg) und João Urbano (POR/ADAC Berlin-Brandenburg). Am Sonntag gewann Buemi und ließ Urbano und Hülkenberg hinter sich. "Das wird spannend bis zum Schluss", fasste Buemi den aktuellen Stand zusammen.

Der 16 Jahre alte Schweizer liegt nach den Meisterschaftsläufen 17 und 18 mit 270 Punkten an der Spitze der Gesamtwertung. Hülkenberg rangiert mit 261 Zählern dicht hinter Buemi. Beide Piloten konnten bislang sieben Saisonsiege für sich verbuchen. In Zandvoort ging Buemi am Samstag von der Pole Position ins Rennen, am Sonntag stand Hülkenberg auf dem ersten Startplatz. Das Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich auf der Strecke fort. Am Samstag kostete ein kleiner Fahrfehler Buemi den Sieg, am Sonntag verlor Hülkenberg die Spitze ebenfalls durch einen minimalen Patzer.

"Die Strecke in Zandvoort verzeiht keine Fehler. Fünf Zentimeter neben der Ideallinie liegt Sand, dann wird der Asphalt zur Rutschbahn", erklärte Buemi. Die Nachwuchspiloten nutzen allerdings jede Gelegenheit zum Lernen. "Nach meinem kleinen Ausrutscher am Sonntag schaue ich mir das Rennen in der kommenden Woche noch mal auf Video an. Analysieren, Nachdenken, Reden – das ist meine Strategie, damit umzugehen", sagte Hülkenberg.

Trotz der direkten Konkurrenz um den Titel beeindruckten die Youngster durch faire Manöver. "Nico verhielt sich am Sonntag vollkommen korrekt, als ich ihn überholte. Das ist nicht selbstverständlich im Rennsport", lobte Mücke-Pilot Buemi. Etwas Ruhe kehrte im Kampf um Platz drei ein. Urbano vergrößerte mit 155 Zählern den Abstand auf den Viertplatzierten Chris van der Drift (NLD/Team Rosberg, 131 Punkte). "Für mich lief es gut. Ich blicke jetzt schon etwas in die Zukunft und freue mich auf das Weltfinale der Formel BMW", sagte Urbano, der unbedingt vom 13. bis 16 Dezember auf dem Bahrain International Circuit mit dabei sein möchte.

Aus Sicht der heimischen Niederländer verlief das mit 77 000 Zuschauern gut besuchte Renn-Wochenende durchwachsen. Nick de Bruijn (NLD/Josef Kaufmann Racing) kam am Samstag als Vierter und am Sonntag als Fünfter in Ziel. Van der Drift konnte mit Rang 19 und seinem sechsten Platz nicht zufrieden sein, denn er verlor entscheidende Punkte für eine Top-3-Platzierung am Ende der Saison. Marco Idili (NLD/HBR Motorsport) blieb mit Platz 18 und 17 weit unter seinen eigenen Erwartungen.