Schon der erste der insgesamt drei Qualifyingteile zum 24 Stundenrennen von Spa konnte mit einer ersten Überraschung aufwarten. Nicht die favorisierten GT2-Teams von Porsche und Ferrari markierten die Spitze, sondern beide Phoenix R8 aus der GT3.

Natürlich musste man auch wegen der hochkarätigen Besetzung mit Audi rechnen, eine Zeit von 2:23.9 Minuten und zwei Sekunden Vorsprung auf den drittplazierten Mosler mit Romain Grosjean waren aber bereits ein kleines Machtwort.

Der IMSA-Porsche mit der Startnummer 16 folgte als bester GT2, vor dem nächsten Audi und dem ersten BMW M3GT2. Besonders schwer hatten es beide AF Corse F430, von denen im ersten Zeittraining nur das vermeintlich schwächer besetzte Auto mit Cioci, Waltrip, Kauffmann und Cadel in die Top10 fuhr.

Die beiden freien Trainings waren bereits der Auftakt der Überraschungsparty in Spa und eine Einstimmung auf das Qualifying: schon im ersten (komplett verregneten) Training lagen die Phoenix-Wagen vor einem GT3-Mustang an der Spitze, im zweiten nur GT2-Autos in der Reihenfolge AF Corse mit Bruni, Longin, van de Poele und Vilander vor dem Dirk-BMW mit Werner, Müller und Adorf, Dritte wurden Narac, Long, Pilet, Lietz für IMSA Performance.

Im zweiten Qualifying begannen dann die Zeiten unter 2:23 Minuten zu purzeln, wobei eher die GT2 Teams das Tempo bestimmen konnten. Einzig die R8 konnten sich mit der Spitze messen. Am Ende sicherte sich AF Corse mit dem Auto den Platz an der Sonne, das schon im freien Training überzeugen konnte, 2:22.4 Minuten benötigte man zum Umrunden der Ardennenachterbahn.

Auf Rang zwei landete BMW Motorsport mit Dirk Werner, Dirk Müller und Dirk Adorf - 1,5 Zehntel hinter Ferrari. Die Plätze 3 und 4 gingen an die starken Phoenix-Audis, diesmal Rockenfeller, Kumpen, Fässler und Luhr vor Hennerici, Piccini, Moser und Margaritis.

Das folgende, alles entscheidende dritte Qualifying (wie Teil 2 bei Nacht) blieb bis kurz vor Schluss ein deutsch-italienischer Zweikampf. BMW konnte erst beide M3GT2 an die Spitze setzen und den Prospeed-Porsche sowie einen Audi R8 des belgischen WRT-Teams hinter sich lassen.

Dieses Mal war allerdings das Auto mit den Siegern vom Nürburgring Pedro Lamy, Jörg Müller und Uwe Alzen schneller als die drei Dirks im Schwesterauto. Kurz vor Ablauf der Zeit stürmte der Ferrari mit van de Pole, Bruni, Longin und Vilander an die Spitze des Tableaus (eine halbe Sekunde schneller als der beste Münchner) und in seinem Schlepptau der bis dahin kaum auffällige GT3-Lamborghini von Reiter Engineering auf P2.

Obwohl Altmeister Peter Kox immer für eine Überraschung gut ist, war mit dem Gallardo eigentlich kaum zu rechnen. In letzter Sekunde ging die Bestzeit in Q3 dennoch nach Ingolstadt, weil Andrea Piccini eine Zeit von 2:23.0 Minuten in die belgischen Ardennen brannte.

Die Zeiten des letzten Qualifyingabschnitts reichten allerdings nicht aus, um das Ergebnis aus Q2 umzustürzen, eine halbe Sekunde fehlte Piccini auf AF Corse und Schnitzer, was am Ende Startplatz vier noch hinter dem Schwesterauto bedeutet.

Startaufstellung:

1. Nr. 2 - AF Corse Ferrari F430 (GT2)
2. Nr. 79 - BMW Motorsport M3 (GTNational)
3. Nr. 50 - Phoenix Audi R8LMS (GT3)
4. Nr. 51 - Phoenix Audi R8LMS (GT3)
5. Nr. 84 - Reiter Lamborgini Gallardo (GT3)
6. Nr. 78 - BMW Motorsport M3 (GTN)
7. Nr. 16 - IMSA Performance Matmut Porsche GT3RS (GT2)
8. Nr. 13 - Prospeed Porsche GT3RS (GT2)
9. Nr. 73 - WRT Belgian Audi R8LMS (GT3)
10. Nr. 60 - Prospeed Porsche GT3R (GT3)