Daniel Campos-Hull konnte seine erste Pole Position in seinen ersten Sieg in der Formel BMW verwandeln. Ihm aufs Podium folgten sein Teamkollege Jens Klingmann und GU-Racing-Pilot Maximilian Wissel. Auf die Plätze vier und fünf kamen Adrian Tambay und Marco Wittmann. "Es ist alles perfekt gelaufen, der Start hat super geklappt. Am Ende hat Jens [Klingmann] noch mal aufgeholt, aber es hat gereicht", freute sich Campos-Hull.

Jens Klingmann freute sich auch über Platz zwei., Foto: BMW
Jens Klingmann freute sich auch über Platz zwei., Foto: BMW

Doch richtig gefährdet war sein Sieg nicht. Am Start verteidigte der Spanier seine Pole Position und konnte sich nach einer Runde schon einen komfortablen Vorsprung von anderthalb Sekunden herausfahren. Einzig sein Teamkollege Jens Klingmann konnte ihm folgen, nachdem er von Startplatz vier aus noch vor der zweiten Kurve Marco Wittmann und Adrian Tambay hinter sich lassen konnte. Von da an fuhren die Eifelland-Piloten ihr eigenes Rennen, während hinter ihnen wilde Positionskämpfe tobten.

"Wir waren genau gleichschnell. Ich konnte die Lücke zwar ein bisschen zufahren und habe ein Zehntel pro Runde gut gemacht, aber bei zehn Runden war das zuwenig, so dass ich es drei Runden vor Schluss gar nicht mehr versucht habe", erzählte Klingmann, der am Ende eine halbe Sekunde Rückstand hatte. "Es hätte ja auch ein blöd ausgesehen, wenn wir uns noch gegenseitig von der Strecke geschossen hätten." So konnte der Meisterschaftsführende mit dem zweiten Platz gut leben. "Daniel hat das ganze Wochenende einen super Job gemacht und den Sieg verdien", freute sich auch Klingamnn über den Doppelsieg.

Marco Wittmann hatte eine unschöne Begegnung mit seinem Teamkollegen., Foto: BMW
Marco Wittmann hatte eine unschöne Begegnung mit seinem Teamkollegen., Foto: BMW

Ein ganz starkes Rennen fuhr Maximilian Wissel. Gestern hatte er noch Pech. Denn er war der Hauptleidtragende der Verwirrung um die Länge des Qualifyings. Zwar war er Viertschnellster, wurde jedoch auf Startplatz neun zurückgestuft, da er am Ende des Qualifyings zu wenig Sprit im Tank hatte. "Ich hatte eine perfekte erste Runde und habe mich auf Platz sechs gearbeitet und dann habe ich mich kontinuierlich nach vorne gearbeitet", sagte Wissel, der das Podium vor dem Rennen eigentlich schon abgeschriebenen hatte und nun mehr als glücklich war. "Ich hatte die Saison so viel Pech, ich hoffe ab jetzt geht alles besser über die Bühne."

Pech hatte auch Marco Wittmann, der am Start auf die weiße Linie der Boxen ausfahrt kam, den Grip verlor und von Platz drei auf sechs durchgereicht wurde. Zwar kämpfte er sich wieder auf Platz fünf vor, hing dann aber hinter seinem Teamkollegen Adrian Tambay fest. So kam es zwei Runden vor Schluss zu einem folgenreichen Duell zwischen den beiden. Als Wittmann vorbei wollte, berührten sich beide und der Franzose drehte sich relativ unsanft von der Strecke. "Ich wollte innen vorbei, war auf meiner Linie und er ist reingezogen", schilderte Wittman seine Sicht des Unfalles. Dennoch wollte er seinem Teamkollegen nicht allein verantwortlich machen. Das war ein Rennunfall. Da ist es immer schwer zu sagen, wer Schuld hat, gab sich Wittmann diplomatisch. Zumal die Joseph Kaufmann-Piloten Glück im Unglück hatten. Denn da Tambays Auto direkt in der Schikane zum Stehen kam, wurde das Rennen abgebrochen und Tambay und Wittmann in dieser Reihenfolge letztlich auf Platz vier und fünf gewertet.

Jens Höing hatte eine unschöne Begegnung mit Philipp Eng., Foto: BMW
Jens Höing hatte eine unschöne Begegnung mit Philipp Eng., Foto: BMW

Nicht so viel Glück hatte hingegen Philipp Eng, der schon am Start Feindkontakt hatte. "Ich bin in der dritten Kurve außen an allen vorbei und war schon Fünfter oder Sechster, dann habe ich aber einen am Hinterrad erwischt und mich fast gedreht. Dabei habe ich mir die Aufhängung verbogen", erzählte der Österreicher. Zwar habe er mit Platz neun noch das Bestmögliche herausgeholt, mit den vorderen Plätzen hatte Eng aber nichts mehr zu tun.

Derjenige, den Philipp Eng am Hinterrad erwischte, war übrigens Jens Höing, der darüber alles andere als begeistert war. "Philipp Eng ist mir voll hinten drauf gefahren und hat mir den Reifen aufgeschlitzt. Das war sinnlos, dafür habe ich kein Verständnis", ärgerte sich Höing, der danach an die Box musste und letztlich mit zwei Runden Rückstand 22. wurde. Dabei hätte es für ihn richtig weit nach vorne gehen können, glaubt Höing. "Mein Teamkollege ist Dritter geworden, aber ich war auf dem Nürburgring immer schneller als er." Morgen hat er eine neue Chance, das zu beweisen.