Im ersten Lauf der Formel BMW am Samstag hatte Jens Klingmann keine Chance. Er landete nur auf dem 10. Platz. Das zweite Rennen am Sonntag begann er neben dem zweifachen Pole-Setter Marco Wittmann aus der ersten Reihe. Diesmal lief es für den BMW-Junior aber viel besser. Klingmann setzte sich am Start gegen Wittmann durch und gewann das Rennen.

"Mein Vorsprung ist in den ersten Runden immer weiter angewachsen", sagte Klingmann, der deshalb Angst vor einem frühen Rennabbruch hatte. "Auf den ersten drei Runden wurden fast auf der ganzen Strecke gelbe Flaggen geschwenkt, es war unglaublich. Ich hoffte, dass es keinen Rennabbruch geben würde."

Grund für die Flaggen war ein Startunfall im Mittelfeld, von dem auch Jens Höing betroffen war. "Ich war in einen Megastartunfall verwickelt", sagte Höing zu motorsport-magazin.com. Auslöser für sein Pech war eine Disqualifikation am Samstag, so dass er von ganz hinten starten musste. "Im Mittelfeld hat es dann tierisch geknallt, ein Auto ist praktisch über mich drüber geflogen und hat mir die Aufhängung weggerissen."

Marco Wittmann muss noch Starts üben., Foto: BMW
Marco Wittmann muss noch Starts üben., Foto: BMW

Genauso turbulent wie die ersten Runden gestalteten sich die letzten. "Es war sehr viel Öl auf der Strecke", klagte Jens Klingmann. "Vor der langen Gegengerade lag eine Menge Öl, ich habe es glücklicherweise rechtzeitig gemerkt. Aber dann war überall immer mehr Öl. Da wäre ich fast rausgeflogen. Ich habe den Rennabbruch schon vorausgeahnt." Verantwortlich für den Ölfluch waren einige Motorschäden, wobei Markus Pommer das Öl nach seinem Defekt auf der halben Strecke verteilte.

Aber auch im Renngeschehen ging es vorher hoch her. Vortagessieger Philipp Eng lag auf Rang 2, Rookie Kevin Mirocha auf Rang 3. Doch dann kamen das Öl und Marco Wittmann, der wie am Samstag den Start vermasselt hatte. "Das müssen wir üben, üben, üben", betonte er gegenüber motorsport-magazin.com. "Das Auto kam erst ab der 5. Runde besser in Fahrt." Dann machte er die verlorenen Plätze vom Start wieder gut, holte auf Mirocha auf und ging an ihm vorbei.

"Schade um meinen ersten Podestplatz", klagte Mirocha. "Das Manöver von Wittmann war nach meinem Begriff etwas hart ausgefallen, um es vorsichtig zu formulieren. Das war nicht o.k.!" Ein Protest blieb jedoch ohne Folgen. Wittmann sah die Situation erwartungsgemäß weniger aufgeregt. "Ich bin mit Kevin zusammengestoßen, irgendwas am Auto ist auch krumm", beschrieb er die Situation. "Ich bin innen rein gestochen, er ist ein wenig zu weit nach innen gezogen. Ich will ihm nicht die Schuld geben, es war ein Rennunfall."

In der letzten Runde schlüpfte Wittmann sogar noch an Eng vorbei. "Ich bin auf Öl ins Gras gerutscht", so der Österreicher. "Es war so viel Öl auf der Fahrbahn", stimmte Wittmann zu, der ebenfalls auf der Ölspur ausrutschte. "Da kam mir die Rotphase entgegen. Zweimal Pole, zweimal auf dem Podest, zweimal Erster in der Rookie-Meisterschaft: ich kann zufrieden sein." Dennoch war der Weber-Schützling nicht hundertprozentig glücklich. Er hätte natürlich gerne wenigstens eine seiner Poles in einen Sieg umgesetzt.

Stattdessen triumphierten am Samstag Eng und am Sonntag Klingmann. "Ich bin glücklich und erleichtert, dass nicht noch mal gestartet wurde", sagte Klingmann, für den es der erste Sieg im zweiten Formel BMW Jahr war. "Ich bin zwar Rookiemeister geworden, habe aber noch nie gewonnen. Das ist unglaublich." Für den Rest der Saison verspricht Eng einen packenden Dreikampf zwischen Klingmann, Wittmann und sich selbst. "Ich war zweimal auf dem Podium, öfter als im gesamten letzten Jahr. Vom Speed her sind wir dabei, ich freue mich auf die nächsten Rennen."