Herr Theissen, die ersten fünf Rennwochenenden in der Formel BMW Deutschland liegen hinter uns - wie lautet Ihre Halbzeitbilanz?
Mario Theissen: Wir haben eine interessante erste Saisonhälfte hinter uns. In Christian Vietoris und Stefano Coletti führen zwei Formel BMW Junioren der vergangenen Saison die Meisterschaftswertung an. Das ist die Bestätigung, dass unser Ausbildungs- und Coachingprogramm Früchte trägt. Auch Marco Holzer, der Gewinner des Formel BMW Weltfinales 2005, fährt oben mit. Sein persönliches Karrierehighlight steht in diesem Jahr an – ein Test mit dem BMW Sauber F1 Team.
In Oschersleben fuhr die Formel BMW erstmals im Rahmen der WTCC. Wie zufrieden waren Sie mit dem Auftritt im neuen Umfeld?
Mario Theissen: Das stimmt so nicht ganz: Die englische Schwesterserie der Formel BMW Deutschland, die Formula BMW UK Championship fuhr bereits zwei Wochen zuvor in Brands Hatch im Rahmenprogramm der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Beide Rennwochenenden waren für die Formel BMW etwas Besonderes: Nirgendwo sonst haben die Nachwuchspiloten die Möglichkeit, BMW Tourenwagensport so nah zu erleben. Unsere Youngster profitieren von Gesprächen mit erfahrenen BMW Werksfahrern wie Weltmeister Andy Priaulx und Alex Zanardi ungemein. Aber auch der WTCC stand die Formel BMW als attraktive Rahmenserie gut zu Gesicht.
Christian Vietoris hat bislang 6 von 10 Läufen gewonnen: Wie beurteilen Sie seine Leistungen?
Mario Theissen: Christian hat sich fahrerisch enorm gesteigert und führt die Meisterschaftswertung zu Recht an. Dennoch ist die Saison noch nicht vorbei. Um Meister zu werden, muss er auch in der zweiten Saisonhälfte konstant gute Leistungen zeigen.
Wie haben sich die drei ausländischen Formel BMW Serien in UK, Asien und den USA entwickelt? Läuft alles nach Plan?
Mario Theissen: Die Formula BMW UK Championship und die Formula BMW USA haben sich in kürzester Zeit in den jeweiligen Märkten etabliert. Insbesondere die Formula BMW USA bereitet mir große Freude: Dort haben wir mit 26 Fahrern ein Rekordstarterfeld. Und 17 Teilnehmer am Ausbildungs- und Coachingprogramm sind Beweis, dass unser Konzept Früchte trägt. In der asiatischen Serie verläuft sportlich auch alles nach Plan. Wir haben Fahrer aus sechs Nationen am Start. Nach dem Saisonauftakt in Sepang im Rahmenprogramm der Formel 1 steht der zweite Saisonhöhepunkt im Oktober an: Die asiatische Serie wird im Rahmen des Großen Preises von China starten. Wenn es uns gelingt, hier noch den einen oder anderen Fahrer zu mobilisieren, sind wir auch hier im Soll.
Auch in diesem Jahr gibt es ein Formel BMW Weltfinale - diesmal in Valencia. Erwarten Sie in diesem Jahr ein noch engeres Feld als im Vorjahr?
Mario Theissen: Das ist schwer vorauszusagen. Aber ich gehe davon aus, dass der Austragungsort kostengünstiger für Teams und Fahrer ist. Im Nachwuchsbereich ist Geld in aller Regel der entscheidende Faktor, deswegen war es uns auch in diesem Jahr ein Anliegen, die Kosten für Teams und Fahrer möglichst gering zu halten. Ich bin mir sicher: Die Jungs werden alle Hebel in Bewegung setzen, um ihrem Ziel, einer professionellen Motorsport-Karriere, ein Stück näher zu kommen. Ein Schnuppertest mit dem BMW Sauber F1 Team für den Sieger ist hier ein wichtiger Schritt.



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