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Großprojekt: Alle GP-Fahrer seit 1906

Das Formel 1 Forum früherer Tage...

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Jeam Behra
Neun GP-Rennen gewonnen – und doch führen ihn die F1-Statistiken heute ohne Sieg. Jean Behra gewann alle seine Rennen außerhalb der WM. Er fuhr ja auch zu einer Zeit, als die meisten F1-Rennen noch nicht Teil der Meisterschaft waren, nämlich in den 50er Jahren. 52 Rennen fuhr er für Gordini, Maserati, BRM, Ferrari und privat im Rahmen der automobilen Fahrermeisterschaft, neun Mal stieg er auf das Treppchen, nie aber auf die mittlere, die Gewinnerstufe.

Vielleicht stand ihm auch sein Temperament im Weg: Der Franzose galt als äußerst impulsiv. Diese Erfahrung musste auch der damalige Ferrari-Rennleiter Romolo Tavoni machen: Nach dem Ausfall bei Behras Heim-GP in Frankreich 1959 ging er auf Tavoni los, es kam zu Handgreiflichkeiten – und schließlich zur Entlassung Behras.

Behra, der seine Karriere mit einem Motorrad von Moto Guzzi begann und von 1949 bis ’51 auch drei Mal französischer Meister in der 500ccm-Klasse war, hatte nach dem Ferrari-Rauswurf aber noch ein zweites Standbein. Bei Valerion Colotti gab Behra zuvor schon die Konstruktion eines eigenen F1-Rennwagens in Auftrag, auf Basis eines Porsche-F2-Rennwagens. Mit dem Behra-Porsche war Behra beim Deutschland GP 1959 gemeldet, aber dazu kam es nicht mehr: Beim Sportwagenrennen im Vorfeld flog er von der nassen Strecke und krachte mit den Kopf gegen einen Masten. Der 38-jährige Behra war sofort tot. Das US-amerikanische Camoradi-Team setzte den Behra-Porsche noch bei zwei Meisterschaftsläufen in der Formel-1 ein, allerdings ohne große Erfolge.


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Derek Bell
Um im Motorsport erfolgreich zu sein, braucht es nun mal die finanzielle Unterstützung. Wie gut, dass Fahrer wie Marussia-Pilot Max Chilton einen reichen Papa haben. Aber neu ist das nicht: Derek Bell zum Beispiel hatte einen Schwiegervater, ohne den Bell nicht so erfolgreich geworden wäre. Der Brite fuhr in der Formel-3 und der Formel-2 in den 60er Jahren für das Team Church Farm Racing, das sein Schwiegervater Bernard Hendler nur deswegen gründete, um die Laufbahn des heute 71-jährigen Bells voranzutreiben. Und das auch mit Erfolg.

Noch 1968 wurde er ins Werksteam von Ferrari befördert. Bell wurde bei F2- und Sportwagenrennen eingesetzt, nur fallweise in der Formel-1. Wie immer: Neun F1-Rennen fuhr Bell im Rahmen der Fahrermeisterschaft, aber nie eine volle Saison. Von 1968 bis ’74 kam er bei Ferrari, McLaren, Tom Wheatcroft, Surtees und Tecno nur immer fallweise zum Zug, immer als Ersatzfahrer. Beim USA GP 1970 holte er im Surtees Ford seinen einzigen Punkt als Sechster.

Man kann sagen: Bell ist in der Formel-1 nur eine Fußnote. Nicht so bei den Sportwagen: Fünf mal gewann Bell das 24-Stundenrennen von Le Mans – damit gehört er zu den erfolgreichsten Fahrer an der Sarthe! Seine Siege: 1975 mit Jacky Ickx und einem von Mirage gebauten Gulf, 1981 und 1982 wieder mit Ickx, aber auf einem Porsche und 1986 wie ’87 wieder im Porsche, aber dieses Mal mit Hans-Joachim Stuck und Al Holbert.

Auch sein Sohn Justin Bell hat den Weg des Rennfahrers gewählt. Gemeinsam fuhren Vater und Sohn Bell auch schon in Le Mans. Auch Justin Bell ist vor allem also bei den Sportwagen aktiv und erfolgreich.


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Peter Bell
Der Brite fuhr 1948 beim Großbritannien GP mit einem ERA auf Rang sechs, gemeinsam mit John Bolster.


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Stefan Bellof
Der erste deutsche F1-Weltmeister: Michael Schumacher. Aber zwei hätten es vor ihm schon werden können, zwei hatten es viele zugetraut: Wolfgang Graf Berghe von Trips, 1961 im Ferrari nur wegen seines Todessturzes von Monza nur Vizemeister. Und Stefan Bellof, auch ihm kam der Unfalltod in die Quere.

Der Deutsche starb nicht im F1-Rennwagen, sondern in einem Brun-Porsche-Sportwagen. Bellof zeigte ein viel zu mutiges Überholmanöver gegen Jacky Ickx in der berühmt berüchtigten Eau Rouge in Spa. Die beiden Wagen kollidierten, Bellof krachte in die Streckenbegrenzung und zog sich tödliche Verletzungen zu.

In Bellof steckten viele Erwartungen. Er zeigte beeindruckende Leistungen, obschon er erst recht spät (mit 16) zum Motorsport kam. Gemeinsam mit seinem Bruder Georg fuhr er Kartrennen. Während Georg den Helm trotz recht guter Resultate bald an den Nagel hing, fuhr Bellof weiter – finanziell unterstützt vom Vater.

1981 holte sich Bellof Rang drei in der deutschen Formel-3. Sein Teamchef damals war der heutige Serienbetreiber Bertram Schäfer. Bellof stieg in die Formel-2 auf (heute GP2), fuhr für das Team des Deutschen Willi Maurer. Die ersten beiden Rennen konnte Bellof sogar gewinnen, die Saison 1982 beendete er als Vierter. Maurer wurde auch sein Manager, wollte mit Bellof sogar ein F1-Team gründen, aus dem aber dann doch nichts wurde.

Bellof knüpfte Kontakte zu F1-Teams wie Brabham und ATS. Beide Rennställe hatten aber Allianzen mit BMW, Bellof auf der anderen Seite mit Porsche, wo er in die Sportwagen-WM einstieg. In der Formel-1 belieferte Porsche nur McLaren. Bellof bekam bei McLaren auch einen F1-Test, aber dort war kein Cockpit frei.

Also fuhr er in der Sportwagen-WM und erst 1984 in der Formel-1, für das mit Saugermotoren schwach ausgerüstete Tyrrell-Team. Doch bei manchen Rennen trumpfte Bellof durchaus auf: Wie mit Rang drei in Monaco. Was da noch keiner ahnte: Dieses Resultat würde ihm wieder genommen werden, denn später wurde Tyrrell aus der WM ausgeschlossen – wegen der Tankaffäre, die heute noch für Diskussionen sorgt. Hat Tyrrell mit dem Gewicht geschummelt, oder wurde Tyrrell als einer der hartnäckigen Turbo-Gegner nur mundtot gemacht?

Bellof hielt Tyrrell auch 1985 die Treue. Für 1986 standen F1-Teams aber Schlange: Brabham, McLaren, mit Ferrari soll es sogar einen Vorvertrag gegeben haben. Doch so weit kam es nicht, weil der Sportwagen-Weltmeister von 1983 aus Spa 1985 nicht mehr heimkehrte. Bellof wurde nur 27 Jahre alt.


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Paul Belmondo
Das ist war schon ein illustrierter Kreis, in dem sich Paul Belmondo bewegte. Sein Vater Jean-Paul Belmondo ist einer der bekanntesten Schauspieler Frankreichs. Und 1981 war Pauls Freundin keine geringere als Stephanie – die Prinzessin von Monaco!

Der heute 50-jährige Belmondo hatte es also eher diesem Vitamin B zu verdanken, dass er es fahrerisch bis in die Formel-1 geschafft hat. Anfangs war Belmondo ja durchaus richtig flott unterwegs: Seit 1979 auf dem Kart, zwei Jahre später dann im Formel-Sport. Über die französische Formel-Renault kam er zum heutigen Sportwagenteam ORECA in die französische Formel-3 und steuerte seinen Martini Alfa Romeo in drei Jahren zu zwei Siegen.

1987 folgte der Aufstieg in die internationale Formel-3000, also die GP2-Vorgängerserie. Und hier schien seine Laufbahn zu enden. In fünf Jahren mit Teams wie GBDA, Lola, CDM, Superpower und Apomatox schaffte es er nur einmal in die Punkte.

Und trotzdem kam er in die Formel-1. Er testete 1992 für Larrousse, bekam so die Superlizenz und fuhr 1992 wenige Rennen für March. 1993 rückte er als Benetton-Testfahrer wieder ins zweite Glied zurück, kehrte 1994 mit Pacific aber nochmal kurz als Stammpilot zurück. Bei sieben WM-Rennen erreichte er null Punkte.

Danach war er noch jahrelang bei den Sportwagen aktiv. Von 1985 bis 2005 fuhr er immer wieder beim 24-Stundenrennen von Le Mans mit. Sein bestes Resultat (Rang 17) holte er 1999 mit seinem eigenen Rennstall. Der setzte einen Chrysler Viper ein, den neben Belmondo auch der spätere F1-Fahrer Tiago Monteiro, sowie Marc Rostan gefahren sind.


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Vittorio Belmondo
Der Italiener tauchte mit einem privaten Maserati 1934 das erste Mal in der GP-Szene auf. Anschließend fuhr er einige Voiturette-Rennen mit Maserati und war unter anderem auch bei Sportwagenevents wie der Targa Florio am Start. 1937 und 1938 gab es neben Voiturette-Rennen regelmäßige Auftritte bei den großen GP-Rennen. Vittorio Belmondo fuhr dabei private Alfa Romeos von Graf Salvi del Pero und Renato Balestrero.


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Tom Belso
Der erste Däne in der Formel-1: Tom Belsø. Aber seine Karriere begann erst spät überhaupt ins Rollen zu kommen. Der heute 70-Jährige war ursprünglich Mechaniker, erst mit Mitte 20 begann er in Tourenwagen mit dem aktiven Rennsport. 1969 krönte er sich zum dänischen Tourenwagenmeister. Das war der Anstoß für seine Formel-Karriere.

Von der Formel-Ford über die Formel-Atlantik kam er in die Formel-2. Nach einem Jahr ohne große Resultate wechselte er in die Formel-5000 ins Team von Jack Epstein. Mit seinem Lola Chevrolet fuhr er dort drei Jahre – und machte einen Schritt seitwärts in die Formel-1. Zwei F1-Rennen bestritt er 1974 für Williams. Mit dem Iso Marlboro Ford wurde er beim Schweden GP Achter. Punkte gab’s damals noch nicht dafür.

1977 fuhr er für John Jordan noch einmal einen Lola Chevrolet in der Formel-5000, dann hing er den Helm wieder an den Nagel.


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Jean-Pierre Beltoise
Kann eine Verletzung sogar helfen, GP-Rennen zu gewinnen? Genau das soll jedenfalls bei Jean-Pierre Beltoise der Story nach der Fall sein. Seinen Sieg in Monaco 1972 (der einzige GP-Sieg des Franzosen) soll auch deswegen möglich gewesen sein, weil er durch eine Armverletzung behutsamer lenkte – der Schlüssel im nassen Leitplankenkanal. Woher die Verletzung kommt, darüber gibt es viele Diskussion: Von einem Sportwagencrash 1964 in Reims sagen die einen, von einem Motorradcrash sagen die anderen.

Beltoise begann seine Rennkarriere nämlich auf zwei Rädern. Elf Titel gewann er, auch in der Motorrad-WM kam er zwischen 1962 und ’64 auf acht Starts mit Moto Morini, Kreidler und Bultaco, wurde in der Klasse bis 50ccm beim Frankreich GP auch Dritter.

Danach stieg er auf Autos und Formel-Rennwagen um. Talent hatte er auf jeden Fall: 1968 wurde er mit Matra F2-Europameister. Zuvor gab er beim Deutschland GP 1966 auf einem F2-Matra schon sein F1-Debüt. Mit Matra fuhr er auch in den ersten Jahren in der Formel-2. Dann wechselte er 1972 zu BRM – nachdem er ein ganz schweres Jahr 1971 überstehen musste. Beltoise wurde nämlich kurzzeitig sogar die Rennlizenz entzogen. Grund war ein Crash in Buenos Aires, der so ablief: Beltoise fuhr seinen Tank im Matra leer, blieb stehen, schob seinen Wagen über die Ziellinie und der herannahende Ignazio Giunti konnte nicht mehr ausweichen. Giunti erlag tödlichen Brandverletzungen.

Beltoise fuhr in der Formel-1 86 WM-Rennen, gewann eben den Monaco GP, fuhr sieben weitere Male auf das Treppchen, drehte vier Mal die Schnellste Rennrunde und war danach noch zeitweise Testfahrer für Ligier. Beltoise widmete sich nun anderen Kategorien: Er wurde mit BMW zwei mal französischer Tourenwagenmeister, holte sich 1979 mit einem Renault-Alpine die französische Rallyecross-Meisterschaft.

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Beltoise dem Motorsport treu, schon alleine wegen seiner beiden Söhne Anthony und Julien, die beide Rennen gefahren sind. Anthony Beltoise fuhr 1997 sogar für Ravarotto in der GP2-Vorgängerserie Formel-3000 und wurde beim 24-Stundenrennen von Le Mans 2000 mit einem Chrysler Viper und mit F1-Spross David Donohue, sowie Nil Amorim Neunter. Julien schaffte es immerhin bis in die französische Formel-3. Beltoise Frau ist übrigens keine geringere als die Schwester von Ex-F1-Pilot Francois Cevert!

Zweitens führt Beltoise, der jetzt 76 Jahre alt ist, auch andere Projekte weiter wie eine Kartbahn in Paris.


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Robert Benoist
Der Franzose war nicht nur wegen seiner Schlachten auf der Rennstrecke bekannt – sondern auch aus den grausamen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Mit dem nur tragisch möglichsten Ende: Der Hinrichtung 1944 im Konzentrationslager in Buchenwald. Im zweiten Weltkrieg führte er Sabotage-Aktionen durch, gemeinsam mit zwei weiteren GP-Rennfahrern: William Grover-Williams und Jean-Pierre Wimille. Im Ersten Weltkrieg war Benoist Kampfpilot.

Auf der Rennstrecke begann er mit dem Beginn der 20er Jahre Rennen zu fahren. 1924 wurde er ins Werksteam von Delage aufgenommen. Der französische Automobilhersteller gehörte in den 20er Jahren zu den führenden Teams im GP-Sport, wie auch Bugatti. Beim Grand Prix in Frankreich gewann Benoist dann auch seinen ersten Grand Prix – in Gemeinschaftsleistung mit Albert Divo.

Dann 1927 die Sensation: Benoist gewann alle wichtigen GP-Rennen des Jahres! Das waren damals zwar nur deren vier (Grand Prix in Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien), aber das soll die Leistung nicht schmälern. Auch nicht, dass der Delage-Rennwagen von Benoist damals gewiss der beste des Jahres war.

Am Ende der Saison verließ er Delage, fuhr anschließend nur noch sporadisch Rennen und wurde Rennleiter von Bugatti. Als solcher koordinierte er die Einsätze beim 24-Stundenrennen von Le Mans. 1937 griff er gemeinsam mit seinem Freund Wimille noch einmal selbst ans Steuer. Der Einsatz endete mit einem Sieg beim Le-Mans-Klassiker.


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Olivier Beretta
Mit Stefano Coletti führt ein Monegasse die GP2-Meisterschaft an. Wird er 2014 der erste monegassische F1-Fahrer seit dann genau 20 Jahren? 1994 fuhr Olivier Beretta als Bezahlfahrer für Larrousse bis zum Ungarn GP. Den Deutschland GP beendete er als Siebter, Punkte gab es damals dafür jedoch noch nicht. Beretta fährt noch heute Rennen, 2012 war er beispielsweise mit dem Semi-Werksteam von Ferrari (AF Corse) beim 24-Stundenrennen von Le Mans am Start. Sein bestes Resultat dort: Rang vier 2001 in einem von Oreca eingesetzten LMP-Sportwagen von Chrysler.

Beretta begann seine Laufbahn in den 80er Jahren im Kart. Als Monegasse war er freilich vor allem auf Stadtkursen stark: 1990 in der F3-Eurpameisterschaft wurde er Dritter in Monaco und Sieger vom Rennen in Pau – zwei Stadtkurse wie aus dem Bilderbuch. 1991 verhinderte ein Unterarmbruch den Sturm auf den F3-Titel. Ein Jahr später stieg er mit dem neu gegründeten Team von Ex-F1-Weltmeister Nelson Piquet in die Formel-3000 auf, dem F1-Vorzimmer. Er machte viele Fehler, musste also noch ein Jahr dranhängen. Dafür wechselte er zum späteren F1-Team Forti, gewann auch den Auftakt in Donington, holte danach aber nie mehr einen Podestplatz. Es folgte dennoch der Aufstieg in die Formel-1. Wo er 2003 und 2004 als Testfahrer von Williams noch einmal ein Comeback feierte.


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Allen Berg
Kanada hat viele schillernde Rennfahrer hervorgebracht. Rennfahrer, die auch Charisma hatten. Der Lenkradakrobat Gilles Villeneuve natürlich, sein Sohnemann und F1-Weltmeister Jacques Villeneuve oder auch der langjährige IndyCar-Haudegen Paul Tracy. Aber jetzt klafft eine Lücke. Aus den Nachwuchsserien drängen kaum noch kanadische Talente nach. Einer, der das ändern will, ist Allen Berg. Er führt in Kanada seine eigene Rennfahrerschule.

Allen Berg fuhr selbst schon in der Formel-1. Der Kanadier fuhr 1986 neun WM-Rennen für das Osella-Team. Beim Deutschland GP steuerte er den rund drei Jahre alten Osella Alfa Romeo auf Rang zwölf – mehr war nicht drin. Der 51-Jährige tauchte 1983 in der britischen Formel-3 erstmals im internationalen Profi-Sport auf. 1984 fuhr er für das Team von Eddie Jordan und wurde im Ralt Toyota prompt Vizemeister. 1985 nahm er dann an der mexikanischen Formel-K teil, die höchste mexikanische Formel-Rennserie.

Auch nach der Formel-1 fuhr Berg lange in Mexiko, fuhr dort in der Formel-3000 und in der Formel-3. Warum eigentlich in Mexiko: „Weil hier die Rennszene einen ganz eigenen Flair hatte. Hier ging es in allererster Linie darum, Spaß zu haben“, hat Berg einst mal erläutert. 1993 sicherte er sich auch den Titelgewinn in der mexikanischen Formel-3000. Für das Marlboro-Team fuhr er einen Ralt Chrysler.

Berg fuhr auch in vielen anderen Fahrzeuge und Serien: 1990 mit einem von Richard Lloyd eingesetzten Porsche beim 24-Stundenrennen von Le Mans. Mit John Watson und Bruno Giacomelli sprang ein elfter Platz heraus. Ein Jahr später fuhr er einen privaten BMW in der DTM.

Trotz seiner Erfolge im mexikanischen Formel-Sport gab es keinen Weg zurück in die Formel-1. 1990 war er nochmal nah dran, als er bei EuroBrun im Gespräch war. Vor mehr als zehn Jahren gründete Berg mit der Scuderia Forzia sein eigenes Rennteam, das auch im US-amerikanischen Nachwuchssport wie der Formel-Atlantik zum Einsatz kam. Der Plan, eines Tages mit dem Team in Serien wie der IndyCar aufzusteigen, hat sich aber nicht erfüllt.


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Herbert Berg
Deutschland war in den 30er Jahren die führende Nation im GP-Sport, vor allem natürlich mit Auto Union und Mercedes, aber auch mit Fahrern wie Rudolf Caracciola, Hans Stuck und Bernd Rosemeyer. Im Schatten derer gab es aber auch eine Reihe von Privatfahrern, die immer wieder bei GP-Rennen aufgetaucht sind. Einer von ihnen ist Herbert Berg. Der Deutsche fuhr 1938 mit einem Maserati der Ecurie Helvetia beim Deutschland GP, schied aber schon in Runde eins durch einen Defekt an der Benzinpumpe aus. Hinter dem Team Ecurie Helvetia steckte der Schweizer Ex-GP-Fahrer Ciro Basadonna. Noch 1938 verstarb Berg bei einem Autounfall.


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Erwin Bergdoll
Erwin Bergdoll fuhr 1912 beim Amerika GP mit einem Benz auf Rang zwei. Sieger wurde Caleb Bragg in einem Fiat. Die Grenzen zwischen den europäischen GP-Rennen und den amerikanischen AAA/IndyCar-Rennen waren damals noch fließend. Viele Amis kamen nach Europa und umgekehrt. Bergdoll fuhr in der AAA insgesamt acht Rennen und gewann den Lauf 1911 in Philadelphia auf einem Benz. Später war er Mitbegründer der Bergdoll-Motor-Company.


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Georges Berger
Georges Berger war ein belgischer Amateur-Rennfahrer, wie es sie heute nicht mehr gibt. Er fuhr bei einigen F1-Rennen mit, 1953 und 1954 auch bei zwei Läufen zur Fahrermeisterschaft. Berger setzte einen Gordini ein, schied aber in beiden Läufen aus. Der Belgier begann in den späten 40er Jahren mit dem Rennsport, fuhr auf einem Jicey BMW zahlreiche F2-Rennen. Auch bei Sportwagen-Rennen war er immer wieder mit von der Partie. Beim 24-Stundenrennen von Le Mans in der Saison 1958 wurde er gemeinsam mit dem Schweizer Herbert Patthey Neunter in einem AC. Seinen Tod fand er 48-jährig beim 84-Stunden-Marathon-Rennen auf dem Nürburgring 1967, als er mit einem Ferrari verunglückte.


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zu Derek Bell:

falls von Interesse hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1970: Formel 2-Vizeeuropameister mit Sieg in Montjuic auf Brabham BT 30
1971: Sieger 1000 km von Buenos Aires mit Jo Siffert auf Porsche 917K
1971: Interserie-Sieger in Hockenheim auf Mc Laren M 8E
1971: Sieger 1000 km von Paris in Montlhery mit Gijs van Lennep auf Porsche 917K
1972: Sieger 2h von Jarama im Abarth-Osella SE 021
1973: Sieger 1000 km von Spa mit Mike Hailwood auf Mirage M6
1973: Sieger 500 km von Imola auf Mirage M6
1975: Sieger 1000 km von Spa mit Henri Pescarolo auf Alfa Romeo 33 TT
1975: Sieger 1000 km von Zeltweg mit Henri Pescarolo auf Alfa Romeo 33 TT
1975: Sieger 6h von Watkins Glen mit Henri Pescarolo auf Alfa Romeo 33 TT
1975: Sieger 24h Le Mans mit Ickx auf Gulf-Mirage
1975: Interserie-Sieger in Kassel-Calden auf Alfa Romeo 33 TT 12
1977: Interserie-Sieger auf der Avus in Berlin auf Alfa Romeo 33 SC 12
1979: Sieger 500 Meilen von Elkhart Lake mit David Hobbs auf BMW 320i
1981: Sieger Lumbermans 500 in Mid Ohio mit Rolf Stommelen auf Porsche 935 K3
1981: Sieger 24h Le Mans mit Jacky Ickx auf Porsche 936/81
1982: Sieger 24h Le Mans mit Jacky Ickx auf Porsche 956
1982: Sieger 1000 km von Brands Hatch mit Jacky Ickx auf Porsche 956
1983: IMSA-Siege in Riverside mit David Hobbs und John Fitzpatrick auf Porsche 935
1983: Sieger 1000 km von Silverstone mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1983: Sieger 1000 km von Fuji mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1983: Sieger 1000 km von Kyalami mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1984: IMSA-Siege in Mid Ohio, Watkins Glen, Pocono, Daytona und Road America mit Al Holbert auf Holbert-Porsche 962
1984: Sieger 1000 km von Monza mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km Nürburgring mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km von Spa mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km von Sandown Park mit Stefan Bellof auf Werks-Porsche 956
1985: IMSA-Siege in Miami, Charlotte, Mid Ohio, Pocono und Watkins Glen (2x) mit Al Holbert auf Holbert-Porsche 962
1985: Sieger 1000 km von Hockenheim mit Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1985: Sieger 1000 km von Mosport mit Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1985: Sieger 1000 km von Brands Hatch mit Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1985: Sportwagenweltmeister zusammen mit Hans-Joachim Stuck
1986: IMSA-Siege in Mid Ohio und Watkins Glen mit Al Holbert auf Holbert-Porsche 962C
1986: Sieger 24h Daytona mit Al Holbert und Al Unser jr. auf Porsche 962C
1986: Sieger 360 km von Monza mit Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1986: Sieger 24h Le Mans mit Al Holbert und Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1986: Sportwagenweltmeister zusammen mit Hans-Joachim Stuck
1987: Sieger 24h Daytona mit Al Holbert, Chip Robinson und Al Unser jr. auf Porsche 962C
1987: Sieger 24h Le Mans mit Al Holbert und Hans-Joachim Stuck auf Werks-Porsche 962C
1987: IMSA-Sieg in San Antonio mit Al Holbert und Chip Robinson auf Porsche 962C
1989: Sieger 24h Daytona mit John Andretti und Bob Wollek auf Porsche 962


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zu Stefan Bellof:

hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1982: Formel 2-Siege in Silverstone und Hockenheim auf Maurer MM 82-BMW
1983: Sieger Norisring Trophäe (keine WM) auf Porsche 956
1983: Sieger 1000 km von Silverstone mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1983: Sieger 1000 km von Fuji mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1983: Sieger 1000 km von Kyalami mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km von Monza mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km Nürburgring mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km Spa mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km von Imola mit Hans-Joachim Stuck auf Brun-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km von Fuji mit John Watson auf Werks-Porsche 956
1984: Sieger 1000 km Sandown Park mit Derek Bell auf Werks-Porsche 956
1984: Sportwagenweltmeister
1984: Deutscher Rennsportmeister auf Brun-Porsche 956B


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zu Paul Belmondo:

hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1999: FIA-GT Sieger 3h von Homestead mit Emanuel Clerico auf Chrysler Viper GTS-R
2003: Sieger Belcar Zolder mit Marc Duez auf Crysler Viper GTS-R


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zu Jean-Pierre Beltoise:

hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1965: Formel 3-Meister Frankreich mit Siegen in Reims und Base Aerienne auf Matra MS 1
1966: Formel 2-Sieg auf dem Nürburgring auf Matra MS 5
1966: Formel 3-Sieg in Monaco auf Matra MS 5-Ford
1966: Sieger Spw-Rennen in Magny Cours auf Matra M620-BRM
1967: Formel 3-Siege in Buenos Aires (2x), Cordoba und Mar del Plata auf Matra MS 5
1967: F2-Meister Frankreich
1968: Sieger Cape South Easter Trophy auf Matra MS 7 (Formel 1-ZA)
1968: F2-Europameister auf Matra MS 7 mit Siegen in Hockenheim, Jarama und Zandvoort
1969: Formel 2-Sieg in Hockenheim auf Matra MS 7
1969: Sieger 1000 km von Paris in Montlhery mit Henri Pescarolo auf Matra MS 650
1970: Sieger 1000 km von Buenos Aires mit Henri Pescarolo auf Matra MS 650
1970: Sieger Spw-Rennen in Magny Cours auf Lola T70 Mk.3-Chevrolet
1970: Sieger Tour de France mit Patrick Depailler und Jean Todt auf Matra-Simca MS 650
1972: Sieger in Nogaro auf Chevron B21-Ford
1972: Sieger 1000 km von Paris in Montlhery mit Gerald Larousse auf Lola T 280/2
1972: Sieger World Championship Victory Race in Brands Hatch auf BRM P180
1974: Sieger 1000 km Nürburgring mit Jean-Pierre Jarier auf Matra-Simca MS 670C
1974: Sieger 6h von Watkins Glen mit Jean-Pierre Jarier auf Matra-Simca MS 670C
1974: Sieger 1000 km Le Castellet mit Jean-Pierre Jarier auf Matra-Simca MS 670C
1974: Sieger 1000 km Brands Hatch mit Jean-Pierre Jarier auf Matra-Simca MS 670C
1976: Französischer Tourenwagenmeister auf BMW 635
1977: Französischer Tourenwagenmeister auf BMW 635
1979: Französischer Rallycrossmeister auf Renault Alpine A310


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zu Olivier Beretta:

hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1993: Formel 3000-Sieg in Donington auf Reynard 93D
1999: FIA-GT Sieger 500 km von Monza mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT Sieger 500 Meilen von Silverstone mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT Sieger 500 km von Oschersleben mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT Sieger 500 km von Zolder mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT Sieger 500 km von Donington mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT Sieger 500 km von Zhuhai mit Karl Wendlinger auf Chrysler Viper GTS-R
1999: FIA-GT-Champion
2000: Sieger 24h Daytona mit Karl Wendlinger und Dominic Dupay auf Chrysler Viper GTS-R
2002: Sieger 2h30min von Estoril mit Nicolas Minassian auf Dallara LMP-Judd
2005: ALMS: GT1-Klasse Champion mit 6 Klassensiegen auf Chevrolet Corvette
2006: ALMS: GT1-Klasse Champion mit 3 Klassensiegen auf Chevrolet Corvette
2006: Sieger der GT1-Klasse bei den 24h von Le Mans mit Oliver Gavin und Jan Magnussen auf Ch. Corvette
2007: ALMS: GT1-Klasse Champion auf Chevrolet Corvette
2009: ALMS: GT1-Klasse Champion auf Chevrolet Corvette


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zu Jean Behra:

hier noch eine Aufzählung seiner Siege und Erfolge außerhalb der Automobil-Weltmeisterschaft/F1:

1952: Formel 2-Siege in Aix les Bains und Reims auf Simca-Gordini T16
1954: Formel 1-Siege in Pau und Cadours auf Simca-Gordini T16 (nicht WM)
1954: Sieger Coupe du Salon (Spw) auf Gordini T24S
1955: Formel 1-Siege in Pau und Bordeaux auf Maserati 250F (nicht WM)
1955: Sieger GP Bari (Spw) auf Maserati 300S
1955: Sieger Supercortemaggiore (Spw) mit Luigi Musso auf Maserati 300S
1955: 500 km Nürburgring (Spw) auf Maserati 150S
1955: Sieger GP Portugal (Spw) in Porto auf Maserati 300S
1956: Sieger 1000 km Nürburgring mit Stirling Moss, Harry Schell und Piero Taruffi auf Maserati 300S
1956: Sieger 1000 km Paris mit Louis Rosier auf Maserati 300S
1956: Sieger GP Bari (Spw) auf Maserati 200S
1956: Sieger GP Roma (Spw) auf Maserati 200S
1957: Sieger 12h Sebring mit Juan Manuel Fangio auf Maserati 450S
1957: Formel 1-Sieg in Pau auf Maserati 250F (nicht WM)
1957: Formel 1-Sieg in Caen auf BRM P 25 (nicht WM)
1957: Sieger GP Schweden (1000km Sportwagen) mit Stirling Moss auf Maserati 450S
1957: Sieger International Trophy in Silverstone auf BRM P 25 (Formel 2)
1957: Formel 1-Sieg GP Modena auf Maserati 250F
1957: Formel 1-Sieg GP Marokko in Ain Diab auf Maserati 250F
1958: Formel 2-Siege in Reims und auf der Avus auf Porsche RSK
1958: Sieger 3h von Rouen auf Porsche RSK
1958: Sieger Rheinland Nürburgring und GP Berlin (Spw) auf Porsche RSK
1958: Sieger GP Venezuela (Spw) auf Ferrari 250 GT
1959: Formel 2-Sieg in Aintree auf Ferrari Dino 246


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Danke für die Ergänzungen.


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Gerhard Berger
Gerhard Berger leitet inzwischen die Formel-Kommission des Automobilweltverbandes FIA. Damit ist der Österreicher damit beschäftigt, den Formel-Sport neu zu organisieren. Berger und die FIA wollen einen klaren, kostenüberschaubaren Weg bis in die Formel-1 für Nachwuchsfahrer entwickeln. Begonnen hat Berger mit der Neu-Strukturierung der Formel-3. Die F3-Europameisterschaft ist die neue starke F3-Serie, die nationalen F3-Meisterschaften haben daran zu knappen und sind geschwächt. Die italienische F3-Serie wurde sogar ganz eingestellt.

Berger ist für den Posten ideal. Erstens hat er genug Erfahrung im Rennsport, sowohl als Fahrer, als auch als Teambesitzer oder Motorsportchef eines Herstellers, zweitens hat Berger in Form seines Speditionsunternehmens (das er von seinem Vater Johann übernommen hatte) auch geschäftliche Kompetenzen – und drittens hat er auch ein persönliches Interesse daran, dass der Nachwuchssport wieder aufgeräumt wird. Denn Bergers Neffe Lucas Auer ist derzeit recht stark in der F3-EM und will eines Tages freilich seinem Onkel in die Formel-1 folgen.

Dort fuhr Berger 210 Rennen, gewann davon deren zehn, wurde zwei Mal (1988 und ’94) Gesamt-Dritter und sammelte 385 WM-Punkte. Das sind die Statistiken des heute 53-Jährigen. Aber diese Zahlen erzählen nicht die ganzen Geschichten, die sich um Gerhard Berger tummeln. Denn es gibt nur wenige Fahrer in der F1-Geschichte, die so gewitzte Lausbuben waren wie dieser Tiroler. In seinen Büchern listet Berger unzählige wilde Streiche an Kollegen auf. Die meisten davon sind jenseits von gut und böse – aber so war er eben, der Berger-Humor.

„Ich habe von ihm viel über Sport gelernt, aber er hat von mir das Lachen gelernt“, hat Berger deshalb einmal über Ayrton Senna gesagt. Senna – wahrscheinlich einer der populärsten und besten F1-Fahrer aller Zeiten. Und eben Freund von Gerhard Berger. Es gibt nur wenige, die akzeptiert haben, dass der Stallgefährte einfach besser ist. Stirling Moss war im Schatten von Juan-Manuel Fangio in den 50er Jahren so ein Fall. Gerhard Berger eben ein anderer. Er hatte gegen Senna keine Chance, vielleicht mit Ausnahme von 1992, als Berger die WM als Fünfter mit nur einem Punkt Rückstand auf Senna abschloss. Aber Berger akzeptierte, dass Senna fokussierter, fitter und vielleicht auch ehrgeiziger war.

Von 1990 bis ’92 fuhren die beiden für McLaren. In Japan 1991 ließ Senna Berger gewinnen – doch der bedankte sich überhaupt nicht, sondern war eher verärgert. Es war wohl dieser von seinen zehn GP-Siegen, der ihn am wenigsten freute. 1994 verunglückte Senna in Imola tödlich. Keiner hat die Schockstarre, in der die Formel-1 daraufhin verfiel, treffender formuliert, als Berger: „Es ist, als ob die Sonne vom Himmel fällt.“ Als Sennas Neffe Bruno Senna wieder mit dem Rennsport weitermachte, unterstützte Berger ihn. Senna brachte es auch bis in die Formel-1, konnte dort aber keine Bäume ausreißen.

Berger war also unbestritten schlechter als Senna, aber gut genug, um ihn lange als potenziellen, neuen Weltmeister einzustufen. Berger hatte Talent, eigentlich auch genug, um Weltmeister zu werden. Und er hätte besser sein können, denn er war ein regelrechter Spätzünder. Erst musste Berger im Unternehmen seines Vaters eine Lehre als Mechaniker abschließen, bevor er den Rennsport professionell betreiben durfte. Dann ging es aber sehr schnell: Dank Josef Kaufmann und Karl Wendlinger Senior (Vater des gleichnamigen F1-Fahrers) kam Berger 1982 in die deutsche Formel-3, stieg dank des heutigen Red-Bull-Beraters Dr. Helmut Marko 1983 in die F3-EM auf. Berger war gut, aber nicht dominant. Sein Highlight: Der Sieg beim Tourenwagen-Langstreckenklassiker 24 Stunden von Spa an der Seite von Marc Surer und Roberto Ravaglia.

All das langte zum F1-Einstieg 1984 bei ATS. Teamchef Günther Schmid hatte nur einen ATS BMW genannt, als Berger in Monza als Sechster in die Punkte fuhr, durfte er diese deswegen nicht behalten. Dank BMW kam Berger 1985 bei Arrows unter – und 1986 bei Benetton. Hier platzte der Knoten: Berger fuhr sich immer wieder an die Spitze des Feldes. Der Durchbruch erfolgte beim Mexiko GP: Der erste Sieg. Auch den letzten Sieg erreichte Berger mit Benetton: 1997 in Hockenheim. Es war vielleicht auch der beeindruckendste Sieg des Österreichers: Eine Woche zuvor verstarb sein Vater bei einem Flugzeugabsturz. Berger hatte außerdem eine schwere Saison hinter sich, war gesundheitlich angeschlagen, musste sogar Rennen aussetzen. In Hockenheim dann das Comeback – und gleich mit einem beeindruckenden Sieg.

Zwischen den Siegen 1986 und ’97 liegt ein Wechselbad der Gefühle. Gerade bei seiner Rückkehr zu Benetton 1996 hatte sich Berger nochmals den Gewinn des Titels erhofft. Zuvor wurde Benetton mit Michael Schumacher ja zwei Mal Weltmeister. Als sich Berger aber erstmals in den Benetton Renault zwang, war er verblüfft: Wie konnte der Deutsche mit diesem Auto WM werden? Benetton befand sich im freien Fall, verlor den Anschluss zur Spitze – nur beim Deutschland GP 1997 langte es eben nochmals zum Sieg.

Dabei hätte Berger 1996 sogar Weltmeister werden können – wenn er sich bei den Gehaltsverhandlungen nicht verpokert hätte und das Williams-Cockpit bekommen hätte. Denn Williams dominierte die WM 1996. Vorher war Berger eben zwei Mal für Ferrari aktiv, und einmal für McLaren. 1987 kam er von Benetton zu Ferrari, doch das Ferrari-Team befand sich im Sinkflug. Doch in der ersten Ferrari-Epoche gab es den wohl emotionalsten Berger-Sieg: In Monza 1988, vor heimischem Publikum des Ferrari-Teams. Dabei hatte McLaren das Jahr 1988 voll dominiert. Nur in Monza, eine Woche nach dem Tod von Enzo Ferrari, hatte Berger die Chance, nachdem Ayrton Senna beim Überrunden mit Jean-Louis Schlesser kollidierte.

Nach einem Abstecher zu McLaren kehrte Berger 1993 zu Ferrari zurück. Das Team war nicht mehr an der Spitze, erhoffte sich aber vor allem wegen der technischen Expertise von Berger den Weg zurück. Denn Jean Alesi, der auch bei Benetton in den letzten zwei Berger-Jahren an seiner Seite fuhr, war zwar schnell, aber beim Herausfahren eines Setups, beim technischen Input für Ingenieure und beim technischen Feedback hatte er eben Schwächen. Doch auch Berger führte Ferrari nicht zurück an die Spitze.

Ende 1997 trat Berger zurück, wurde Motorsportchef von BMW und brachte den bayerischen Hersteller zurück in die Formel-1. Mit Williams feierte BMW einige Siege, 2003 zog sich Berger zurück. Das F1-Comeback gab’s 2006, als er 50% des Toro-Rosso-Teams kaufte. Berger machte das ehemalige Minardi-Team zu einer schlagkräftigen Truppe, 2008 in Monza gab es den sensationellen Sieg von Sebastian Vettel. Doch Toro Rosso war nur als Nachwuchsschmiede von Red Bull gedacht, die Chancen, aus Toro Rosso ein Topteam zu machen, daher eingeschränkt. Berger zog die Konsequenzen und verkaufte Toro Rosso Ende 2008 wieder an Red Bull zurück.


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Franco Bernabei
Franco Bernabei fuhr in den 60er Jahren in Italien einige Formel-Rennen, in der Formel-Junior und der italienischen Formel-3. 1968 holte er sich mit dem Tecno Ford auch den italienischen F3-Titel. Als die Formel-1 1963 in Vallelunga den nicht zur Meisterschaft zählenden Rom GP ausgetragen hat, war Bernabei mit einem De Tomaso Ford mit von der Partie – und er führte das Feld sogar bis zu seinem Motorschaden an! In der F1-Meisterschaft fuhr er nie ein Rennen, 1969 kam er mit Williams aber immerhin bis in die F2-EM. Schon sein Vater Inico Bernabei war Ende der 40er und in den 50er Jahren Rennfahrer, vor allem mit Sportwagen.


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Eric Bernard
Das Training zum Japan GP 1991 war der Knackpunkt: Hier crashte Eric Bernard mit seinem Lola Ford heftig und zog sich Beinbrüche zu. Zwei Jahre verschwand der Franzose daraufhin aus der Formel-1, erst 1994 gab es bei Ligier das Comeback. Nun war er aber plötzlich langsamer als sein Teamkollege Olivier Panis. Drei Rennen vor Schluss musste er sogar gehen, kehrte für ein Rennen noch mal für Lotus zurück, unterschrieb dann einen Vertrag für Larrousse 1995, aber nachdem der Zusammenschluss mit dem DAMS-Team scheiterte war die F1-Laufbahn von Bernard endgültig beendet.

Dabei gab es 1994 sogar noch den Höhepunkt seiner GP-Karriere: Mit dem dritten Platz beim Deutschland GP. Doch das Rennen war ein völlig chaotisches mit vielen Ausfällen – und einem Massencrash am Start, für den Mika Häkkinen sogar für ein Rennen gesperrt wurde! Und auch in Hockenheim wurde er vom Teamkollegen geschlagen: Panis wurde Zweiter.

Vor seinem Unfall war noch alles anders. Er galt als einer der größten Nachwuchstalente Frankreichs. Nachdem er mit zwölf Jahren mit dem Kartsport begann, nahm er 1983 an der Winfield-Rennfahrerschule teil – und gewann, besiegte dabei unter anderem Bertrand Gachot, vor allem aber auch Jean Alesi. Alesi wurde später F1-Sieger und F1-Star, aber hier wurde er von Bernard geschlagen. Das Duell mit Alesi setzte sich auch in der französischen Formel-3 fort. Davor wurde Bernard noch Meister der Formel-Renault. 1987 musste er im Titelduell mit Alesi eine knappe Niederlage einfahren. Bernard fuhr einen Ralf Alfa Romeo, eingesetzt von Elf.

Die nächste Bernard-Station war die Formel-3000, die GP2-Vorgängerserie. Bernard suchte sich das falsche Team aus, wechselte auch während der Saison die Mannschaft, fuhr für Ralt und Bromley, wurde aber nur Gesamt-Achter. 1989 wechselte er zum DAMS-Rennstall, der noch heute aktiv ist. Bernard gewann in Jerez auch ein Rennen, wurde am Ende Gesamt-Dritter. Wie auch Alesi gab Bernard zudem beim Frankreich GP 1889 das F1-Debüt. Wie Alesi überzeugte auch Bernard, fuhr gerade auf Rang sieben, als er mit einem Motorschaden ausschied. Bernard fuhr für das Larrousse-Team einen Lola Lamborghini.

1990 und ’91 fuhr er zwei volle Saisons für Larrousse. Doch das Team befand sich im Abstieg. Sportlich, vor allem aber auch finanziell. Wechselnde, aber zwielichtige Partner, die Gerard Larrousse immer wieder vor neue Herausforderung stellten. So blieben Höhepunkte von Bernard auch aus. Ingesamt absolvierte er 45 WM-Rennen und holte dabei zehn Punkte.

Der heute 48-Jährige blieb dem Rennsport verbunden – bis heute. Bis 2002 fuhr er noch aktiv Rennen, meistens mit Sportwagen. So war er natürlich auch beim 24-Stundenrennen von Le Mans mehrmals am Start. Das beste Resultat war Rang sieben 1999, als er gemeinsam mit dem Ex-F1-Fahrer David Brabham und dem US-Amerikaner Butch Leitzinger einen LMP1-Sportwagen von Panoz fuhr.

Inzwischen hat er den Helm schon über zehn Jahren an den Nagel gehängt. Als Patenonkel des heutigen F1-Fahrers Charles Pic (Caterham) ist Bernard aber freilich mit dem Rennsport noch verbunden. Bernard ist mit Panis gut befreundet und so sorgte er dafür, dass Panis inzwischen das Management von Pic übernommen hat. Bernard managt derweil seinen Bruder Arthur Pic, der in der Formel-Renault-World-Series an den Start geht – für das DAMS-Team, mit dem auch Bernard schon siegte…


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zu Gerhard Berger:

seine Erfolge außerhalb der F1:

1983: 3. Platz in der deutschen Formel 3 mit einem Sieg
1984: Formel 3-Sieg in Monza auf Ralt RT3-Alfa Romeo

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