Auch in der Champ Car Serie naht das Ende der Saison mit Riesenschritten. Am kommenden Wochenende ist es soweit und in Mexiko Stadt werden die Boliden das letzte Mal in diesem Jahr im Renneinsatz sein. Und obwohl die Serie bereits zum fünften Mal in Folge in der Millionenstadt vorbeischaut, wird es diesmal eine neue Erfahrung für Teams, Piloten und Autos sein. Denn das Layout des Kurses hat sich verändert.

In diesem Jahr wird die Peralta-Kurve Bestandteil der Strecke sein, was ein wenig mehr Feuer in die ganze Sache bringt. Früher war die Peralta eine 180-Grad Steilkurve, die den Fahrern und den Autos einiges abverlangt hat. Leider hat die Kurve aber auch ihre Opfer gefordert. So starb im Eröffnungsjahr der Rennstrecke einer ihrer Namensgeber, Ricardo Rodriguez, in einem Formel-1-Rennen, in dem es nicht um Punkte ging, in der Peralta. Auch andere Formel-1-Piloten verunfallten in dieser Kurve schwer. Heutzutage ist die Peralta allerdings entschärft und sollte keine so große Gefahr mehr darstellen.

Neu ist sie dennoch für das ganze Feld, was den bereits feststehenden Meister Sebastien Bourdais noch zusätzlich in die Favoritenrolle rückt. Denn bei jedem der letzten fünf Rennen auf neuen Kursen - inklusive in diesem Jahr in Houston - war der Franzose der Sieger. Zudem hat er in Mexiko Stadt im Jahr 2004 seinen ersten Champ-Car-Titel mit einem Start-Ziel-Sieg eingefahren.

Den Abstecher in das Autodromo Hermanos Rodriguez im vergangenen Jahr gewann allerdings Justin Wilson, der diesmal aber mit einem gebrochenen Handgelenk an den Start gehen muss, das er sich am Surfers Paradise Wochenende zugezogen hat. Für den Donnerstag bekam er deswegen von den Offiziellen zehn Runden auf der Strecke zugesprochen, damit er seine Fitness vor dem Wochenende einschätzen kann. Was Wilson aber vor allem im Auge haben dürfte, wäre ein Platz unter den ersten sieben. Damit könnte er noch den zweiten Meisterschaftsrang von A.J. Allmendinger holen, der diesmal nicht mehr dabei ist. Allmendinger wird nach seinem verkündeten Wechsel in die NASCAR Serie von Buddy Rice im Forsythe Boliden ersetzt.

Für das Publikum am Rennsonntag wird aber nicht der Kampf um den zweiten Meisterschaftsplatz, sondern der um den vierten besonders interessant sein. Denn mit einem guten Wochenende könnte Lokalmatador Mario Dominguez noch bis dahin vorrücken, da Paul Tracy mit einer Schulterverletzung außer Gefecht ist und damit ein Gegner wegfällt. 16 Punkte fehlen dem Mexikaner auf Rang vier und beim vorletzten Saisonrennen in Australien hat er mit Rang zwei sein bestes Saisonergebnis geholt. Das Selbstvertrauen müsste also passen.

Dominguez einziges Problem könnte Nelson Philippe werden. Denn er ist derjenige, der im Moment Platz vier in der Meisterschaft inne hat und außerdem ist er derjenige, der in Surfers Paradise als einziger vor Dominguez ins Ziel kam. Philippe kommt also mit dem Erfolgserlebnis des ersten Sieges zu einem Saisonfinale das viele verschiedene und spannende Duelle verspricht.