ADAC Formel 4

Kampfgeist von Niklas Krütten wird in Zandvoort belohnt

Van Amersfoort Racing-Pilot mit Top-5-Platzierung bei der vierten Saisonstation der ADAC Formel 4. Schaden am Boliden vereitelt bessere Startpositionen.

Motorsport-Magazin.com - Der Dünenkurs in Zandvoort ist eine jener Strecken, bei der der Fahrer einen großen Unterschied machen kann. Technisch höchst anspruchsvoll mit einigen Mutkurven, Gefälle, Sand auf der Strecke und stark böiger Wind machen jede Runde zu einer besonderen Herausforderung. Eben jener hat sich Van Amersfoort Racing-Pilot Niklas Krütten bei der vierten Saisonstation der ADAC Formel 4 gestellt. Das Ergebnis spricht für sich: Der Trierer schaffte dreimal den Sprung unter die besten Zehn, zweimal davon ging er von ganz hinten in der Startaufstellung in die Rennen. Am Ende sprangen für Krütten die Plätze acht, neun und vier heraus. In der Fahrerwertung liegt Krütten nun auf dem vierten Platz.

Bei seinem Streckendebüt glänzte der 16-Jährige durch Beständigkeit und Speed. Die Pace in den Freien Trainings sah vielversprechend aus. Allerdings ereilte Krütten im ersten Qualifying das Pech. Auf einer schnellen Runde unterwegs, zeigte er eine super Reaktion, als er hinter einer Kurve einem stehenden Auto ausweichen musste. Für diese gelungene Aktion wurde der Trierer allerdings nicht belohnt. Zwar verhinderte er eine Kollision, durch den Umweg ins Kiesbett wurde sein eigener Bolide allerdings so stark beschädigt, dass er in der ersten Session keine Runde mehr fahren konnte und in der direkt im Anschluss stattfindenden zweiten auch nichts mehr zu holen war.

In den Rennen drehte Krütten den Spieß um. Im ersten der drei Läufe machte er zehn Plätze, im zweiten neun und im letzten fünf Positionen gut. Damit trotzte der Trierer den widrigen Wetter- und Streckenbedingungen und meisterte sein erstes Rennwochenende auf dem 4,307 Kilometer langen Kurs an der niederländischen Nordsee routiniert.

Fünf Fragen an Niklas Krütten

Nach dem schwierigen Qualifying hast du in den Rennen jeweils sehr viel Boden gut gemacht und hast aus der schwierigen Ausgangslage das Beste gemacht...
Ja, so würde ich das Wochenende auch zusammenfassen. 'Schadensbegrenzung' war definitiv das gemeinsame Motto der drei Rennen. Ich bin zweimal als Letzter gestartet und bin dreimal in die Punkte gefahren. Viel besser kann man es eigentlich nicht machen und zumindest habe ich weitere wichtige Punkte für die Meisterschaft gesammelt.

Im dritten Rennen bist du Vierter geworden. Wie lief es aus deiner Sicht?
Ich bin sehr gut nach vorne gekommen, auch wenn ich diesmal ausnahmsweise mal den Start nicht ganz optimal erwischt habe. Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Eigentlich habe ich schnell reagiert und bin gut weggekommen. Aber ich kam in den Drehzahlbegrenzer beim Hochschalten vom ersten in den zweiten Gang. Dabei habe ich drei Plätze verloren. Nach der ersten Kurve hat sich das aber wieder geregelt, weil sich um mich herum ein paar Autos abgeschossen haben. Ich habe die Reifen am Anfang stark beansprucht, weswegen ich im Rennverlauf mit stark abnehmendem Grip zu kämpfen hatte. Das lag aber an meiner Fahrerweise, nicht am Auto selbst. Daher war es nicht ganz einfach, den Anschluss zu halten. Die beiden Safety-Car-Phasen haben mir geholfen, um wieder an die Spitze heranzukommen. Als es dann zum Re-Start in die letzte Runde ging, habe ich meinen Vordermann in einem richtig coolen Manöver überholt. Ich bin sehr froh, mit diesem vierten Platz Schadensbegrenzung betrieben zu haben, nach so viel Pech im Qualifying.

In den ersten beiden Rennen hast du insgesamt 19 Positionen gutgemacht. Das hat bestimmt eine Menge Spaß gemacht, sich durch das Feld zu pflügen...
Spaß hat es schon gemacht. Aber noch mehr Spaß macht es, wenn man von weiter vorne startet und Top-Ergebnisse einfährt. Im ersten Rennen wurde ich Achter, im zweiten Neunter. Leider wurde ich im zweiten Rennen von einem anderen Piloten ins Kies gedrängt, wobei ich ein paar Plätze verloren habe. Daher war da leider nicht mehr möglich. Die Strecke an sich ist aber richtig klasse. Es ist allerdings sehr schwierig, zu überholen. Daher waren die Platzierungen auch leider das Maximum.

Im Qualifying hattest du jede Menge Pech. Was ist genau passiert?
Die Freien Trainings liefen gut. Wir waren schnell, hatten nie eine wirklich freie Runde, aber die Pace war da. Wir haben gesehen, dass wir das Potenzial für die Top-3 haben. In der ersten Qualifying-Session musste ich einem anderen Auto ausweichen, kam raus ins Kiesbett und beschädigte mir dabei mein Auto. Leider blieb keine Zeit, das Auto für den zweiten Quali-Abschnitt zu reparieren. Da es unmittelbar vor dem Qualifying stark geregnet hatte, aber während der Session wieder abtrocknete, haben wir alles auf eine Karte gesetzt und sind auf Slicks raus. Das Risiko hat sich leider nicht ausgezahlt, denn die Strecke war noch zu nass. Durch die Beschädigung war das aber die einzige Chance, vielleicht doch noch etwas zu erreichen.

Als nächstes steht kommendes Wochenende im Rahmen der ADAC Formel 4 am Nürburgring nicht nur dein Heimrennen, sondern auch der Ort deines ersten Sieges im Formelsport auf dem Programm...
Die Vorfreude ist natürlich riesig. Ich werde diese Woche wie üblich viel Sport machen und ebenfalls viel Zeit im Simulator verbringen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten. Der Nürburgring zählt zu meinem Lieblingsstrecken. Es gibt Kurven, die einiges an Mut erfordern und es ist grundsätzlich nicht leicht, zu überholen. Der Nürburgring an sich ist auch von der Anlage richtig cool. Ich freue mich auch darauf, dass recht viele Freunde, Bekannte, Partner und Sponsoren ebenfalls ihren Besuch angekündigt haben. Ich hoffe, ich kann ihnen wie vergangenes Jahr einen Sieg schenken.


Weitere Inhalte:
nach 20 von 20 Rennen
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video

a