Die Reise nach Neuseeland hat sich für das deutsche A1-Team gelohnt. Nico Hülkenberg siegte sowohl im Sprint- als auch im Hauptrennen und baute damit die Tabellenführung in der Meisterschaft ordentlich aus. 19 Punkte beträgt der Vorsprung nun auf die zweitplatzierten Franzosen. Neuseeland, das mit zwei dritten Plätzen die bislang beste Vorstellung einer Heimmannschaft ablieferte, ist weitere drei Punkte zurück.
Das Sprintrennen war für die deutsche Mannschaft eine klare Angelegenheit. Hülkenberg fuhr zu einem klaren Start-Ziel-Sieg und sicherte sich damit auch gleich die Pole Position für das Rennen am Nachmittag. Ganz ohne Aufregung ging aber auch das erste Rennen schon nicht ab, schließlich war hier die A1 am Werk.
So musste der Start abgebrochen werden, da Frankreich beim fliegenden Start nach der Einführungsrunde nicht auf seiner richtigen Position war. Nach einer zweiten Formationsrunde ging es dann aber los. Doch schon in der ersten Kurve war der Rennfrieden wieder vorbei als Großbritannien und Malaysia aufeinander trafen wobei sich die Briten den Vorderflügel beschädigten und das Auto von Malaysia in weiterer Folge an die Box kommen und dort das Rennen beenden musste.
Die Briten verzichteten danach aber darauf, ihren Flügel zu wechseln, da sonst zu viel Zeit verloren gegangen wäre. Das wirkte sich auf der staubigen und von heftigen Winden heimgesuchten Strecke nicht gerade positiv aus und Südafrika überholte recht bald. Doch den achten Platz verteidigte Robbie Kerr dann mit allen Mitteln und die anstürmenden Italiener mussten sich schließlich mit dem neunten Rang zufrieden geben. An der Spitze tat sich nicht so viel und Hülkenberg fuhr mit 3,7 Sekunden Vorsprung auf Debütant Loic Duval im französischen Auto zum Sieg. Rang drei ging an Neuseeland und Vierte wurden die Niederlande.
Im Hauptrennen war die Vorstellung von Hülkenberg dann noch etwas dominanter. Nach den 50 Runden und einem verpflichtenden Boxenstopp hatte er 19 Sekunden Vorsprung auf Frankreich auf Platz zwei. Jonny Reid lag im neuseeländischen Auto nur vier weitere Zehntel dahinter.
Weniger gut als den Spitzenteams ging es Südafrika. Nach dem Sprintrennen auf Platz sieben, musste Alan van der Merwe eine Durchfahrtsstrafe antreten und fiel weit zurück. Am Ende kam er auf Rang 16 ins Ziel. Etwas weiter hinten im Feld beharkten sich Tschechien und Brasilien, was dazu führte, dass beide einen Ausflug ins Gras machten, von dem die Tschechen mit der besseren Position und die Brasilianer mit einem zerstörten Vorderflügel zurückkehrten. Die Brasilianer erreichten dennoch noch den 14. Endrang und waren lediglich zwei Plätze hinter den Tschechen.
Noch weniger Glück als Brasilien hatte Irland. Hier war mit Richard Lyons, so wie bei den Franzosen, ein Debütant unterwegs und er musste gleich mächtig stromaufwärts schwimmen. Ein Schaden an der Schaltung warf das Team aus dem Sprintrennen, weswegen Lyons das Hauptrennen als 20. angehen musste. Bis zu seinem Boxenstopp war er bereits auf Rang elf, doch schließlich machte er einen Fahrfehler, fuhr zu hart über den Kerb und die hintere Radaufhängung brach.
Für Deutschland fand die Premiere in Neuseeland mit zwei Siegen ein besseres Ende. In zwei Wochen ist die A1GP dann an einer für sie bekannten Strecke zu Gast. Es geht zum Eastern Creek International Raceway in Sydney. Dank der 19 Punkte Vorsprung in der Meisterschaft, wird das deutsche Team die Reise relativ entspannt angehen können.
Ergebnis Hauptrennen
1 Germany Nico Hulkenberg 1:03:38.100
2 France Loic Duval 1:03:57.611 +19.511
3 New Zealand Jonny Reid 1:03:58.027 +19.927
4 Switzerland Sebastien Buemi 1:03:58.956 +20.856
5 Netherlands Jeroen Bleekemolen 1:03:59.451 +21.351
6 Canada James Hinchcliffe 1:03:59.908 +21.808
7 India Narain Karthikeyan 1:04:08.859 +30.759
8 Italy Enrico Toccacelo 1:04:09.574 +31.474
9 China Ho-Pin Tung 1:04:23.837 +45.737
10 USA Ryan Hunter Reay 1:04:26.641 +48.541
11 Malaysia Alex Yoong 1:04:27.335 +49.235
12 Czech Republic Tomas Enge 1:04:44.205 +1:06.105
13 Australia Karl Reindler 1:04:50.728 +1:12.628
14 Brazil Raphael Matos 1:03:47.045 1 Lap
15 Singapore Christian Murchison 1:04:07.242 1 Lap
16 South Africa Alan van der Merwe 1:04:07.555 1 Lap
17 Lebanon Alex Khateeb 1:03:41.966 2 Laps
18 Pakistan Nur Ali 1:03:42.145 4 Laps
19 Ireland Richard Lyons 58:31.366 5 Laps
20 Mexico Salvador Duran 56:21.688 8 Laps
21 Great Britain Robbie Kerr 51:20.590 10 Laps
22 Indonesia Ananda Mikola 10:30.923 42 Laps

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