Ungewöhliche Ereignisse gibt es in der A1GP des Öfteren und das Rennwochenende in Taupo in Neuseeland scheint da keine Ausnahme zu machen. Denn weil der eigentlich als Einsatzfahrer vorgesehene Jarek Janis für das tschechische Team verletzungsbedingt ausgefallen ist, rückte der formel-1-erfahrene Tomas Enge im letzten Moment nach und fuhr am Trainingsfreitag prompt Bestzeit. "Ich sollte in Daytona sein und mich auf das 24 Stunden Rennen vorbereiten, aber Janis ist verletzt, also bekam ich einen späten Anruf, nach Neuseeland zu kommen. Ich bin aber froh, einzuspringen", meinte Enge.
Auch auf dem zweiten Platz fand sich ein bekannter Name. Williams-Testfahrer Narain Karthikeyan hatte sich erst in der vergangenen Woche dem indischen Team angeschlossen und fand sich schnell zurecht. Lange hatte er sogar die Spitzenposition inne, doch schließlich musste Karthikeyan Enge den Vortritt lassen. Dennoch bedeutete das Ergebnis einen großen Schritt vorwärts für die Mannschaft aus Indien. Karthikeyan wollte das aber noch nicht überbewerten: "Ich werde wegen heute nicht abheben, es gibt immer noch viel, was am Auto zu tun ist. Das Team hatte einige weniger erfahrene Piloten, also müssen wir am Setup des Autos noch viel tun."
Hinter Frankreich und Irland erreichte Nico Hülkenberg im deutschen Auto den fünften Rang. Er verlor aber lediglich eineinhalb Zehntel auf die Bestzeit und scheint damit für den Rest des Wochenendes gut gerüstet. Ein besonderer Blick war am Freitag aber auf die Rookie-Sessions gerichtet, wo Christian Vietoris seine Premiere in einem A1-Boliden gab. Der Meister der Formel BMW Deutschland und gleichzeitige Sieger des Formel BMW Weltfinales machte seine Sache gut und erreichte den sechsten Platz. Seine ersten Eindrücke schilderte er so: "Der Umstieg von 140 auf 520 PS ist gewaltig. Auch körperlich ist der A1 Grand Prix-Rennwagen eine Herausforderung, denn viele Muskelpartien sind deutlich stärker belastet. Vor allem die Lenkung verlangt viel höhere Kräfte als in einem kleineren Formel-Rennwagen. Klasse ist die Schaltung mit den Wippen am Lenkrad."
Am Samstag stehen die Qualifying Sessions auf dem Programm, wo die zwei besten Zeiten aus vier Sessions addiert werden, um die Startaufstellung für das Sprintrennen zu ermitteln. Dabei wird sich vor allem das Team Neuseeland bei seinem Heimrennen einen besseren Platz als den achten vom Freitag wünschen. Denn nach dem Doppelsieg von Jonny Reid in Indonesien ist die Mannschaft ein heißer Kandidat dafür, als erste Heimmannschaft ein Rennen zu gewinnen.

diese A1GP Nachricht