In China herrschte absolutes Chaos, in Malaysia gab es nur noch ein bisschen Chaos - nämlich das normale Regenchaos im Hauptrennen. Ansonsten lässt sich der Auftritt in Sepang als ein Hülkenberg-Wochenende beschreiben: Schon im Rookie-Training beherrschte Nico das Feld. In den Freien Trainings setzte sich dieser Trend fort - teilweise hatte er einen gigantischen Vorsprung. Nur im Qualifying hatte er etwas Pech, seine Runden hin zu bekommen. Dennoch belegte er Platz 3 und hatte somit eine gute Ausgangsposition für das Sprintrennen.

Auch im Sprint war der Speed da, nur war Neel Jani da einen Tick schneller. Die Kollision mit dem Neuseeländer Jonny Reid kostete ihn nicht allzu viel. Dann kam der Regen. Das Wasser stand auf der Strecke, weswegen das Hauptrennen hinter dem Safety-Car gestartet wurde. Aus meiner Sicht blieb dieses aber ein paar Runden zu lange draußen.

Nico Hülkenberg störte sich nicht an den schlechten Bedingungen: Er zeigte ab der ersten Runde seine Extraklasse im Regen. Er war teilweise zweieinhalb Sekunden pro Runde schneller als seine Konkurrenten, die alles andere als schlechte Rennfahrer sind. Das einzige, was nicht nach Plan lief, war sein Boxenstopp, bei dem sein Motor ausging. Allerdings holte er die verlorene Zeit im Nu wieder auf und hatte im Ziel einen Vorsprung von über 40 Sekunden - er fuhr in einer eigenen Liga.

In den Schlussrunden kam jedoch der Italiener Enrico Toccacello noch einmal auf abtrocknender Strecke auf. Wäre das Rennen noch eine halbe Stunde länger gegangen, hätte er vielleicht noch Chancen gehabt. So hat mich Hülkenbergs Vorstellung an Lewis Hamiltons Siegfahrten in der GP2 erinnert. Nach dieser Leistung dürfte der Name Nico Hülkenberg in einigen Notizblöcken auftauchen. Mit Willi Weber hat er ja den richtigen Manager an der Hand, um seinen Weg bis in die F1 zu schaffen.

Mit ihm hielt in dieser Saison jedenfalls der Erfolg beim deutschen Team Einzug. Davon abgesehen meldete sich in Malaysia auch die Schweiz in der Spitzengruppe zurück. Der Vizemeister des Vorjahres hatte an den ersten Rennwochenenden etwas Pech, wobei Sebastien Buemi durchaus ansprechende Leistungen gezeigt hat. Neel Jani fuhr nun bei seinem ersten richtigen Rennen, Peking darf man wegen des Chaos ja nicht zählen, direkt auf die Pole und siegte im Sprintrennen.

Somit nähert sich das Kräfteverhältnis nach vier Rennwochenenden wieder mehr dem gewohnten Bild: Neben der Schweiz meldeten sich in Sepang auch England und Frankreich zurück. Nur Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr neu mit dabei - dafür gleich als Tabellenführer.