Nachdem es auf dem Stadtkurs in Peking vor zwei Wochen zu einigem Chaos kam, weil eine Haarnadel für die Autos zunächst zu eng war und sich dann noch die Gully-Deckel aus der Verankerung lösten, begibt sich die A1GP am kommenden Wochenende wieder auf bekanntes Terrain. Denn der Sepang International Circuit hat weder zu enge Kurven noch Kanaldeckel, die für unfreiwillige Pausen sorgen könnten.
Dieses Wissen lässt sich daraus beziehen, dass die Serie bereits im vergangenen Jahr dort zu Gast war und es damals zu keinerlei Problemen in Bezug auf die Streckenarchitektur kam. Die 15 Kurven und acht Geraden, die Herman Tilke in der Nähe von Kuala Lumpur in die Landschaft gepflügt hat, genügen schließlich auch den Ansprüchen der Formel 1 und der MotoGP. Die größte Schwierigkeit, die sich den Teams und Piloten an diesem Wochenende stellt, dürfte die feuchte Hitze sein, die stark an den Kräften zehrt.
"Sepang wird für die Fahrer ein hartes Rennen, aber ich bin mir sicher, es wird ein angenehmer Lauf für die A1GP", sagte Serien-Vorstand David Clarke in dem Wissen, dass keine unvorhersehbaren Zwischenfälle in Bezug auf den Kurs zu erwarten sind. "Das ist das zweite Mal, dass wir auf dem Kurs sind, also wird es gleich voll zur Sache gehen. Bislang mussten wir als Serie viel lernen, da wir ständig neue Kurse besucht haben. Aber in Sepang können wir unsere Erfahrung festigen und zeigen, wie weit wir gekommen sind", meinte Clarke.
An der Zuschauer-Front, darf die A1GP in diesem Jahr in Malaysia jedenfalls mit einem kleinen Zuwachs rechnen. Nach den bescheidenen Besucherzahlen im vergangenen Jahr, reist die Heimmannschaft diesmal mit einem Doppelsieg vom Wochenende in Brünn an, was dem Enthusiasmus der Zuschauer nur förderlich sein dürfte. "Letztes Jahr hatten wir ein kleines aber enthusiastisches Publikum, dieses Jahr erwarten wir ein großes und enthusiastisches Publikum", sagte Alex Yoong vor seinem Heimrennen.
In der Meisterschaft liegt Malaysia im Moment auf Rang fünf und hat sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Mexiko. Die deutsche Mannschaft ist nach dem Ausscheiden im Hauptrennen von Peking mit zwei Zählern Rückstand Zweiter. "Natürlich wäre ich lieber mit acht Punkten Vorsprung statt zwei Punkten Rückstand zum vierten Rennen gereist", erklärte der für Deutschland fahrende Nico Hülkenberg, der die Strecke von Sepang noch nicht kennt. "Ich gewöhne mich gut an neue Strecken", meinte der Deutsche aber zu diesem kleinen Problem. Das bewies er auch in Peking, wo er in Führung liegend mit einem Getriebeschaden ausfiel.
Die Mexikaner sind dank ihrer Tabellenführung momentan natürlich im absoluten Hoch. "Es war bislang eine herausragende Saison", meinte Mexiko-Fahrer Salvador Duran. Drei Podesplätze in sechs Rennen hat die Mannschaft aus Nordamerika geholt, doch eines fehlt noch. "Natürlich machen wir uns jetzt noch mehr Druck - das einzige was wir bislang nicht erreicht haben, ist der erste Sieg in dieser Saison", erklärte Duran. Zumindest zu enge Kurven und fliegende Gullys sollten ihm an diesem Wochenende dabei nicht im Weg sein. Die Konkurrenz aber vielleicht schon.

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