Ein viel versprechender Beginn, aber dann ein enttäuschendes Ende nach einem Ausfall wegen Bremsproblemen - so lässt sich der Rennsonntag für Neel Jani und das A1 Team Schweiz beim dritten Lauf zur A1GP Serie in Beijing kurz zusammenfassen. Im nach zahlreichen organisatorischen Problemen an den Vortagen zusätzlich angesetzten Warm-Up am Sonntag Vormittag lief es für den Schweizer noch sehr gut: Nach zehn gefahrenen Runden stand er mit einer Zeit von 59,096 Sekunden an der Spitze der Zeitenliste, ein viel versprechendes Signal nach dem Pech im gestrigen Training, das ja vorzeitig abgebrochen werden musste.
Ins Sprintrennen, das hinter dem Safety-Car gestartet wurde, ging Neel Jani vom zehnten Startplatz aus und beendete es auf dem neunten Rang. Was schon vorher zu befürchten war, trat ein: Es gab auf dem engen Kurs praktisch keine Überholmöglichkeiten - vor allem, nachdem sieben der insgesamt 20 Runden hinter dem Safety-Car absolviert wurden.
Neel Jani konnte dann auch nur etwas frustriert analysieren: "Ich bin im Warm-Up Bestzeit gefahren. Das hat deutlich gezeigt, dass das ganze Wochenende hätte komplett anders laufen können, wenn gestern im Training mehr als 23 Minuten gefahren worden wären und ich deutlich weiter vorne hätte starten können. Denn schließlich war dieses Warm-Up am Sonntag Vormittag der erste wirklich realistische Vergleich des ganzen Wochenendes. Und da war ich trotz der schwierigen Bedingungen Schnellster. So ein Straßenkurs ist sehr schwer zu fahren, beansprucht die Bremsen extrem, es ist schwierig zu überholen und die Strecke neben der Ideallinie meistens sehr schmutzig und rutschig. Da existiert keinerlei Spielraum für irgendwelche Fehler."
Das Featurerennen, das am Ende Italien vor Großbritannien und Australien gewann, wurde für Neel zu einer relativ kurzen Angelegenheit. Schon 46 Runden vor dem Ende blieb er in Kurve sechs stehen: "Ich bin dort einfach geradeaus gefahren, hatte überhaupt keine Bremswirkung mehr. Ich hatte keine Chance, das Rennen zu beenden. Ich hatte vorher schon gemerkt, dass ich zeitweise 200 Meter früher bremsen musste als noch am Vormittag, sonst wäre ich nicht mehr um die Ecken gekommen. Aber dann, in dieser Kurve 6, zu einer Zeit, da ich schon auf meinen Boxenstopp wartete, hatte ich auf einmal überhaupt keine Bremsen mehr. Ich konnte nichts mehr tun, bin auf die Randsteine gekommen und weg war ich. Die Bremsscheiben waren einfach am Ende, sie hatten während des Rennens überhitzt und auf einer so kurzen Strecke wie dieser gibt es keine Möglichkeit, sie wieder abkühlen zu lassen. Trotzdem freue ich mich über mein Comeback im A1-Auto. Wenn das Wochenende unter normalen Umständen abgelaufen wäre, hätten wir sicher zeigen können, wie konkurrenzfähig wir wirklich waren. Und das ist ein sehr gutes Gefühl. Ich freue mich jetzt wirklich auf das kommende Rennen in Malaysia, hoffe, dass wir unsere gute Vorstellung vom letzten Jahr dort wiederholen können und diesmal auf dieser Strecke mit ihren langen Geraden sogar einen Sieg schaffen."
Teamchef Max Welti teilte die Ansicht seines Fahrers, unter Wert geschlagen worden zu sein: "Nach einer sehr starken Vorstellung im Warm-Up, das ja im Prinzip fast einem Qualifying entsprach, konnte Neel dann durch die Umstände aus der eigentlich vorhandenen Stärke des Teams leider kein Kapital schlagen."

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