Trotz einiger kleiner Probleme startete die neue A1GP-Saison besser als im letzten Jahr - vor allem auf der sportlichen Seite. So ganz scheinen die Problemfelder wie die Schwierigkeiten mit den Radmuttern und Boxenstopps allerdings noch nicht beseitigt zu sein. Einer der Gründe für den besseren Eindruck ist, dass die Teams und Veranstalter in der Debütsaison sehr viel dazu gelernt haben. Zudem ist das Niveau der Fahrer und Teams noch einmal angehoben worden. Es gab das gesamte Wochenende über viel weniger Dreher und Abflüge und die Fahrer lagen auch viel dichter beisammen. Nicht mehr dabei waren Österreich, Portugal, Japan und Russland, die aber ohnehin nur sporadisch angetragen sind. Neu waren dafür Griechenland und Singapur. Als gute Idee empfinde ich das neue Rookie-Training am Freitagmorgen, an dem alle Fahrer unter 25 und die neuen Teams teilnehmen dürfen, um so schnell den Anschluss an die anderen zu finden.

Perfekter Saisonstart

Ein paar Fahrer stachen natürlich auch am Auftaktwochenende schon aus dem Pulk heraus, allen voran der junge Deutsche Nicolas Hülkenberg, der schon bei seinem ersten Test mit einem so schnellen Auto in Silverstone direkt Bestzeit fuhr und hier im Hauptrennen gleich gewann. Im Freien Training hat er das Auto weiterentwickelt, im Qualifying ist er trotz Getriebeproblemen weit nach vorne gefahren und dann war das Hauptrennen quasi sein Meisterstück. Er beging unter den schwierigen wechselhaften Bedingungen keinen einzigen Fehler und das gegen so erfahrene Cracks wie Lapierre, Bleekemolen oder Manning - die schon alles gefahren sind. Sich gegen solche Größen, vor einer vor der Kulisse von 100.00 Fans, zu behaupten ist mehr als nur ehrenwert.

Das nächste deutsche Talent steht also bereit. Für die Zeit nach Michael Schumacher muss den deutschen Motorsportfans demnach nicht bange sein. Es ist natürlich unwahrscheinlich, dass so schnell noch einmal jemand sieben- oder gar achtfacher F1-Weltmeister wird, aber es gibt ja schon jetzt fast unzählige Deutsche in der Formel 1. Am kommenden Freitag werden beim Freien Training in Suzuka beispielsweise nicht weniger als sieben Deutsche aktiv sein.

Die Fans nicht aus den Augen verlieren

An dieser Stelle passt es einen Blick zu unseren niederländischen Nachbarn zu werfen, wo ja nicht nur das Auftaktrennen stattfand, sondern auch Jos Verstappen für viel Wirbel sorgte. Auch wenn ihm angeblich noch Geld aus der Vorsaison zusteht, war es in meinen Augen nicht sehr clever seine Fans so zu enttäuschen. Die 100.00 Tickets wurden nicht zuletzt wegen ihm verkauft. Man darf einfach nicht aus den Augen verlieren, warum man diesen Sport betreibt und jetzt ist es natürlich unwahrscheinlich, dass er jemals wieder für Team Netherlands starten wird. Erst recht nicht, nachdem sich Jeroen Bleekemolen so toll geschlagen hat.

Bleekemolen ist in diesem Jahr ja auch schon im Porsche Carrera und Supercup gefahren und egal in welchem Auto er sitzt, er begeht kaum Fehler und richtet sich immer wahnsinnig schnell auf den fahrbaren Untersatz ein. Schließlich hat er das gesamte letzte A1GP-Jahr nur zugeschaut, wenn Verstappen gefahren ist und hat deshalb schon lange nicht mehr in einem Monoposto gesessen. Da hätte man normalerweise gar keine so starke Leistung erwarten dürfen.

Zusammenfassend bin ich nach dem Saisonauftaktrennen in Zandvoort begeistert und stehe genauso hinter der A1GP Serie wie im letzten Jahr. Wichtig wäre es nun, dass das deutsche Team seine Erfolge im Laufe der Saison fortsetzen kann, damit das Interesse und der Bekanntheitsgrad der A1GP erhöht werden. Das Engagement von Willi Weber und die gute Vorstellung von Nico Hülkenberg waren schon einmal ein erster Schritt in diese Richtung.