Vor dem A1-Wochenende in den USA kam leider zum wiederholten Male Unruhe auf. Nachdem das Rennen in Brasilien bereits im Vorfeld abgesagt werden musste und die Läufe in Indonesien wegen des Todes eines Scheichs verschoben wurden, galt der US-Lauf in Laguna Seca lange Zeit als fraglich. Zwischenzeitlich war er sogar einmal abgesagt. Die Nachrichten über die Austragung respektive die Absage des Rennens wechselten fast im Tagesrhythmus.

Die Gründe dafür sind nicht ganz schlüssig: Lag es nun an der Strecke und deren Sicherheitsvorkehrungen oder an einem organisatorischen Problem? Am Ende zählt natürlich nur, dass das Rennen stattgefunden hat. Aber der Eindruck, der nach außen abgegeben wurde, war nicht gerade der beste.

Der Kurs an sich hat in Amerika zu Recht einen guten Ruf. Gerade Kurve 8, die Korkenzieherkurve, hat es wirklich in sich. Für den unwissenden Betrachter kommen die Besonderheiten dieses tollen Rennkurses aber nur schwer rüber, da die Strecke nicht allzu modern aussieht und neben der Strecke überall gleichfarbige Kiesauslaufzonen das Bild beherrschen.

Die A1GP Serie wurde in ihrer Debütsaison von den Franzosen beherrscht. Dass diese irgendwann den Titelgewinn klar machen würden, war zu erwarten. Da die Schweiz mit ihrem neuen Piloten Giorgio Mondini keine Punkte holte, gelang es Nicolas Lapierre schon im Sprint des vorletzten Rennwochenendes den Titelgewinn abzusichern.

Für Frankreich ist das ein toller Erfolg: Sie sind die ersten Weltmeister des World Cup of Motorsport! Beide Fahrer waren immer schnell und haben die gesamte Saison dominiert. Deshalb haben die Franzosen verdient gewonnen.

Die beiden Rennen in den USA gewannen die Mexikaner. Das hatte sich bereits im Qualifying angedeutet, als Salvador Duran die erste Pole Position für sein Land einfuhr. Die beiden Rennsiege waren somit kein Zufall. Der Mexikaner ist richtig schnell, was er bereits seit der Saisonmitte immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte.

Für mich zählt Salvador Duran deshalb zu den Entdeckungen des A1-Jahres. Da Mexiko alles andere als ein Motorsportland ist, war der 20-jährige auch mir vor seinem A1-Engagement unbekannt. Aber mit seinen Vorstellungen hat er sich für höhere Aufgaben wie die GP2 oder vielleicht irgendwann einmal die Formel 1 empfohlen.

Für die Wut-Aktion des Wochenendes sorgte Jos Verstappen, der nach zwei - seiner Meinung nach ungerechtfertigten Drive Through Strafen - in die Box hereinkam, wutentbrannt ausstieg und davon stapfte.

Aus deutscher Sicht gab es mehr zu bejubeln: Deutschland stand endlich zum ersten Mal auf dem Podium! Das Supernova-Team hat tolle Arbeit bei den Boxenstopps geleistet und Timo Scheider gab eine fehlerlose Vorstellung ab. Er hielt dem Druck des Briten Robbie Kerr stand und belegte einen verdienten zweiten Platz. Die Tendenz zeigt weiter nach oben.

Aufgrund seines DTM-Engagements bei Audi war dies aller Voraussicht nach das letzte Rennen von Timo für das deutsche A1-Team. Jetzt heißt es abwarten, wen Willi Weber für den Abschlusslauf in China ins Cockpit setzt. Angeblich soll es ein junger Pilot aus der Formel 3 Euro Series werden. Aber noch ist nichts offiziell.

Nicht nur das deutsche Team dürfte in Shanghai mit einem neuen Fahrer an den Start gehen. Für England wird beispielsweise der Ex-BAR-Tester Darren Manning ins Cockpit steigen. Nachdem die Meisterschaft entschieden ist, werden auch viele weitere Nationen das letzte Saisonrennen als Testmöglichkeit für die nächste Saison nutzen. Bekanntlich gibt es durch das strenge Reglement der A1GP Serie nur sehr wenige Testgelegenheiten. Da kommt den Teams ein solcher Test unter Rennbedingungen gerade recht.