Das Wichtigste zuerst: Die Pechsträhne des deutschen Teams scheint endlich beendet zu sein. Timo Scheider konnte mit Rang 4 das beste Resultat der deutschen A1-Mannschaft in dieser Saison einfahren.

Bislang wurde das deutsche Team deutlich unter Wert geschlagen, weswegen es gut ist, dass nun endlich wieder einmal ein paar Punkte auf dem schwarz-rot-goldenen Punktekonto landeten. Sehr viel mehr als Gesamtrang 15 ist für die Truppe von Willi Weber aber nicht mehr drin.

Letztlich ist es aber ohnehin egal, ob man nun 14. oder 18. wird. Wichtig ist nur, dass man in der nächsten Saison schneller und konstanter ist.

Frankreich auf dem Weg zum Titel

Frankreich konnte in Mexiko nicht wie es theoretisch möglich gewesen wäre, den Titelgewinn klar machen. Doch letztlich erscheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Franzosen den ersten Gewinn der A1GP Meisterschaft feiern dürfen.

Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, dass Alexandre Premat das Sprintrennen trotz eines stark übersteuernden Autos gewinnen konnte. Damit bewiesen die Franzosen, dass sie auch mit einem nicht perfekten Boliden die beste Arbeit leisten und sie klar überlegen sind.

Entsprechend werden sie den Titel in einem der beiden ausstehenden Rennen unter Dach und Fach bringen. Ihre größten Konkurrenten aus der Schweiz werden dann nicht mehr auf die Dienste von Neel Jani zurückgreifen können, was bedeutet, dass sie möglicherweise nicht mehr regelmäßig auf dem Podium vertreten sein werden.

Jani-Ersatzmann Giorgio Mondini konnte mich im letzten Jahr in der GP2 jedenfalls nicht überzeugen. Da er den A1-Boliden noch nie testen durfte, wird es für ihn garantiert nicht einfach. Das haben auch Christian Fittipaldi und Patrick Carpentier am eigenen Leib erfahren müssen. In der A1GP Serie kann man eben nicht einfach mal ins Auto steigen und der Konkurrenz um die Ohren fahren...

Es geht aber auch anders: Patrick Friesacher wusste bei seinem Debüt für das österreichische Team zu überzeugen. Insbesondere im Sprintrennen und in der ersten Hälfte des Hauptrennens konnte der Ex-Minardi-Pilot gut mithalten, gerade da er lange Zeit nicht in einem Rennauto gesessen hat. Ab der Mitte des Rennens hatte er jedoch stark mit dem Auto zu kämpfen. Trotzdem lieferte er eine gute erste A1-Vorstellung ab.

Einige sind noch immer überfordert

Was die beiden Läufe angeht, so war diesmal der Sprint mit einigen Überholmanövern und Zweikämpfen etwas spannender als das Hauptrennen.

Der Japaner und der Indonesier lösten im Sprint- respektive Hauptrennen jeweils eine relativ unnötige Safety Car Phase aus. Daran sieht man, dass auch kurz vor Saisonende einige Fahrer noch immer mit der Situation überfordert sind und unnötige Fehler begehen.

Die Strecke in Monterrey war in Ordnung, wenn auch besonders spannende und herausfordernde Kurven Mangelware sind. Das größte Probleme war jedoch, dass der Streckenbelag selbst im Trockenen kaum Grip geboten hat. Wie stark sich die Grip-Verhältnisse im Laufe des Wochenendes verbesserten, beweist die Tatsache, dass die schnellste Rennrunde gut eine Sekunde schneller als die beste Qualifying-Runde war.

Für das nächste Rennen in Laguna Seca haben die Amerikaner stark die Werbetrommel gerührt. Für die amerikanischen Motorsportfans bleibt deshalb zu hoffen, dass die Rennaction dort genauso gut wie in Mexiko sein wird. Das deutsche Team wünscht sich hingegen ein weiteres gutes Ergebnis als Bestätigung dafür, dass der schwarz-rot-goldene Knoten tatsächlich geplatzt ist.