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WRC - Ogier plante Privateinsätze im 2017er VW Polo

Projekt mit Prokop und Red Bull war unterschriftsreif

Bevor sich Sebastien Ogier für M-Sport entschied, verfolgte er einen anderen Plan: Er wollte im 2017er VW Polo fahren. Doch etwas kam ihm in die Quere.
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Motorsport-Magazin.com - Sebastien Ogier und M-Sport - was gerade nach dem Sieg beim Debüt in Monte Carlo wie ein Traumpaar aussieht, war in Wirklichkeit keine Liebe auf den ersten Blick. Wie Autosport nun offenbarte, hatte Ogier nach dem Ausstieg von Volkswagen vor, den 2017er Polo gemeinsam mit Martin Prokop in einem Privatteam einzusetzen. Doch im letzten Moment kam ihnen jemand oder vielmehr etwas in die Quere.

Alles war arrangiert.
Martin Prokop

"Alles war arrangiert. Red Bull, ein Partner von Sebastien, war in das Projekt involviert", erläuterte Prokop die Finanzierung. Der Plan des Tschechen war, die Autos - er verwendete den Plural - in seiner Werkstatt in Jihlava, nicht weit entfernt von Brünn, zu betreuen. Ogier habe nur eine Bedingung gestellt: Er wollte die Rallye Monte Carlo auslassen, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Auch Volkswagen sei einverstanden gewesen.

Doch dann bekamen die Wolfsburger Geld angeboten - unklar ist, von wem genau. "Just bevor wir den Vertrag unterschrieben haben, bekam Volkswagen Geld aus Qatar versprochen", offenbarte Prokop. "Alles war blockiert. Ogier hat sich großzügig gezeigt und zwei Mal den Stichtag für den Vertragsabschluss verschoben." Doch das Projekt scheiterte.

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Auch Ogiers ehemaliger Teamkollege Andreas Mikkelsen wurde mit dem Vorhaben in Verbindung gebracht, den fertig entwickelten Polo doch noch zu Einsätzen zu bringen. Jegliche Pläne bekamen allerdings den Stecker gezogen, als die FIA am Dienstag eine nachträgliche Homologation untersagte. Der 2017er Polo ist nun doch ein Fall fürs Museum.

Alles war blockiert.
Martin Prokop

"Nach Anfragen von Kunden haben wir die FIA um eine Sonderregelung bei der Homologation des 2017er Volkswagen Polo WRC-Boliden gebeten, mit dem Ziel, ihn an private Fahrer und Teams zu verleihen", sagte Volkswagen-Motorsportdirektor Sven Smeets nach der Bekanntgabe der Zurückweisung. "Es sieht nun so aus, dass das unter dem aktuellen WRC-Reglement nicht möglich ist. Wir akzeptieren das Ergebnis vollkommen, gleichzeitig bedauern wir es auch im Sinne unserer Kunden."

Ohnehin wäre ein Einsatz in einem Privatteam nicht nur aufgrund der verspäteten Homologation schwierig geworden. Das Reglement schreibt außerdem vor, dass nur ein Hersteller 2017er Boliden einschreiben darf. Volkswagen hätte sich also trotz des Ausstiegs wieder anmelden müssen - eine knifflige Situation.

Prokop gründete nach dem Scheitern des ersten Plans ein gemeinsames Team mit Mads Östberg, der bei der Rallye Schweden sein Debüt im 2017er Ford Fiesta WRC gibt. Im Laufe der Saison soll ein zweiter Bolide hinzukommen, der ebenfalls von M-Sport und damit einem Hersteller eingeschrieben werden würde. Prokops Einsätze für das Onebet Jipocar World Rally Team sind noch nicht genau definiert.


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