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WRC - Volkswagen: Der letzte Angriff in Australien

Ein emotionaler Abschied

Volkswagen verlässt die Rallye-WM. Ein letzter Auftritt in Australien wartet. Die Erwartungen sind klar und die Fahrer wollen liefern. Gelingt das?
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Motorsport-Magazin.com - Es wird eine emotionale Rallye. Ein trauriger Abschied. Ein Saisonfinale mit vielen wehmütigen Momenten. Volkswagen wird in Australien ein letztes Mal in der WRC antreten. Die Fahrer-Weltmeisterschaft hat sich Sebastien Ogier bereits in Spanien gesichert, den Hersteller-Titel schnappte sich das Team bei der Rallye Wales. Nun geht es um den Vizetitel für Andreas Mikkelsen und natürlich um einen Sieg zum Abschluss.

Die Bekanntgabe des Ausstiegs aus der Rallye-WM am Ende des Jahres war nicht die Art, wie wir als Team unseren vierten Titel feiern wollten.
Sebastien Ogier

"Es ist schon eine merkwürdige Situation für alle bei Volkswagen Motorsport. Die Bekanntgabe des Ausstiegs aus der Rallye-WM am Ende des Jahres war nicht die Art, wie wir als Team unseren vierten Titel feiern wollten", sagte Ogier vor der Rallye Australien. Der Weltmeister feierte mit VW insgesamt vier Titel und 32 Siege. Neben diesen Erinnerungen spielt für den Franzosen auch die menschliche Komponente eine wichtige Rolle. "Über die Jahre sind wahre Freundschaften entstanden. Ich kann nur hoffen, dass ich möglichst viele von ihnen wiedersehen werde."

Teamkollege Latvala hatte sich von seiner Zeit bei Volkswagen den Titel als Ziel gesetzt. Zwei Mal feierte er die Vize-WM und insgesamt neun Siege - seinen großen Traum erreichte er allerdings nicht. Erst kürzlich zeigte sich der Finne im Interview mit Motorsport-Magazin.com noch begeistert vom Polo R WRC für 2017. Entsprechend hart traf auch ihn die Entscheidung des Ausstiegs. "Die Nachricht in der vergangenen Woche war natürlich alles andere als erfreulich. In der kurzen Zeit fällt es sehr schwer, das Ausmaß der Entscheidung zu realisieren. Ich kann mich nur wiederholen: Die Zeit bei Volkswagen Motorsport wird mir immer in Erinnerung bleiben, die vielen schönen Momente bedeuten mir viel und ich möchte allen im Team dafür danken", sagte Latvala.

Sebastien Ogier ist im Volkswagen ungeschlagen in Australien - Foto: Volkswagen Motorsport

Lupenreine Bilanz für Volkswagen in Australien

Die Bilanz des Teams Down Under sucht seinesgleichen. Von 2013 an holte Ogier drei Siege, 2014 gelang der Dreifachsieg zusammen mit Latvala und Mikkelsen und in der vergangenen Saison gingen die ersten beiden Podiumsplätze an Volkswagen. Nun möchte jeder der drei Fahrer für das deutsche Team ein perfektes Abschiedsgeschenk liefern.

Ich bin topmotiviert für meine letzte Rallye mit Volkswagen und ich werde richtig angreifen und versuchen, um den Sieg mitzufahren.
Jari-Matti Latvala

Rein theoretisch hat Latvala die besten Chancen auf den Sieg. Der Finne ist aktuell nur auf WM-Rang sechs und geht damit auf dieser Position ins Rennen. Durch die sandigen Strecken sollte er an den ersten beiden Tagen einen Vorteil haben. Gewonnen hat er das Event allerdings noch nie. Nach seiner schwierigen Saison 2016 wäre ein Sieg eine Wohltat. "Jetzt ist es meine Pflicht, mich noch mal voll und ganz auf das Saisonfinale in Australien zu konzentrieren. Ich bin topmotiviert für meine letzte Rallye mit Volkswagen und ich werde richtig angreifen und versuchen, um den Sieg mitzufahren. Meine Saison war nicht einfach, ein gutes Ergebnis in Australien wäre daher doppelt schön, vor allem als Abschiedsgeschenk an das Team."

Volkswagen steigt aus der WRC aus: Die Folgen: (03:33 Min.)

Mr. Make-It-Possible Ogier

Auf Statistiken und Wahrscheinlichkeiten sollte sich in Australien allerdings niemand verlassen. Ogier hatte 2015 durch seine Startposition eigentlich keine Siegchance - am Ende holte er seinen dritten Titel mit dem dritten Sieg Down Under. Der vierfache Weltmeister hat in dieser Saison lediglich eine Schotter-Rallye gewonnen und geht nun doppelt motiviert ins Rennen.

"Die letzte Rallye mit Volkswagen - das hört sich verrückt an. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich das Thema während der Rallye ausblenden kann. Auch wenn meine Startposition nicht gerade vielversprechend ist - ich werde alles daransetzen, dass wir zum Abschluss in Australien noch einmal gemeinsam jubeln."

Mikkelsen im Kampf gegen Neuville

Für Mikkelsen stehen drei große Themen auf dem Programm: Der Abschied von Volkswagen, der Kampf um den Vize-Titel gegen Neuville und gleichzeitig die Empfehlung für ein neues Team. Rang drei 2014 war für den Norweger sein bisher bestes Ergebnis in Australien. Er geht mit 14 Punkten Rückstand auf Neuville in die finale Rallye - dadurch allerdings auch mit der etwas besseren Startposition.

Die Rallye Australien wird sehr emotional werden - da wir alle wissen, dass es die letzte für Volkswagen ist.
Andreas Mikkelsen

"Die Rallye Australien wird sehr emotional werden - da wir alle wissen, dass es die letzte für Volkswagen ist. Das Team ist mir ans Herz gewachsen, ich bin sehr dankbar für die schöne gemeinsame Zeit und möchte mich unbedingt mit einem guten Ergebnis in Australien verabschieden", sagte Mikkelsen. "Wir wollen den zweiten Platz in der Fahrer- und Beifahrer-Weltmeisterschaft von meinem Freund Thierry Neuville zurückerobern wollen. Dafür müssen wir versuchen zu gewinnen. Da wir als Dritte auf die Wertungsprüfungen gehen, wird das jedoch nicht einfach werden."


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