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WRC - Rückblick: Rallye Korsika 2015

Das Wetter spielt verrückt

Als Vorbereitung auf die Rallye Korsika werfen wir einen Blick zurück auf das letzte Event, bei dem Jari-Matti Latvala unter extremen Bedingungen triumphierte.

Freitag, 2. Oktober

Elfyn Evans war nach einer Eröffnungsetappe, die von sintflutartigen Regenfällen beinahe weggewaschen wurde, der überraschende Spitzenreiter. Der Waliser gewann in seinem Ford Fiesta RS die letzte Prüfung und kletterte von Platz sechs auf Rang eins, 18,7 Sekunden vor einem weiteren Überraschungspaket mit Hyundai-Pilot Kevin Abbring und Latvala, der die Top-3 komplettierte.

Heftiger Regen über mehr als 24 Stunden hinweg flutete Teile der korsischen Natur. Flüsse traten über ihre Ufer hinaus und Unmengen an Wasser flossen über die Straßen, als ein tropischer Sturm die Mittelmeerinsel traf. Die Auftaktprüfung in der Nähe von Ajaccio verlief ohne Unterbrechung, aber als die Rallye in Richtung Norden nach Corte zog, verschlechterten sich die Bedingungen und die zweite Prüfung wurde wegen Sturmschäden abgesagt.

Evans sorgte für eine Überraschung - Foto: Ford

Die dritte und letzte Prüfung fand wie geplant statt, aber die Bedingungen waren furchtbar. Die Fahrer hatten mit Rinnsalen, Schlamm und beschädigten Straßen zu kämpfen und allein zu erleben war ein Erfolg. Aber Evans wuchs über sich hinaus und führte zum ersten Mal ein WRC-Event an. Sogar er gab zu, dass das eine Überraschung war. Auch Abbring konnte auf der letzten Prüfung viel gutmachen - die zweitschnellste Zeit katapultierte ihn von Rang sieben auf Platz zwei.

Latvala wählte in seinem Volkswagen Polo R eine risikofreie Herangehensweise und lag 15,9 Sekunden vor dem viertplatzierten Citroen-Pilot Mads Östberg. Robert Kubica teilte sich nach der Auftaktprüfung mit Sebastien Ogier die Spitze, obwohl er mit dem Setup seines Fiesta RS unzufrieden war. Er beendete den Freitag auf Position fünf, während Ogier zurückfiel, nachdem er auf WP3 einen defekten Reifen austauschen musste und später wegen eines Getriebeproblems ausfiel.

Probleme hatten auch Dani Sordo - der zwei Minuten verlor, als er einen Stein traf und sich einen Reifenschaden zuzog - und sein Hyundai-Teamkollege Thierry Neuville, der aufgeben musste, nachdem er auf der ersten Prüfung eine Brücke getroffen hatte.

Samstag, 3. Oktober

Latvala bewältigte ein Getriebeproblem und ging nach der zweiten Etappe an Evans vorbei an die Spitze. Der Finne musste während der letzten Prüfung auf das manuelle Schaltsystem seines Autos wechseln. Dennoch gelang es ihm, die vorletzte Etappe zwei Sekunden vor Evans abzuschließen.

Sturmschäden erzwangen eine Absage der Auftaktprüfung. Aber Latvala flog über die nächste Prüfung und reduzierte Evans' Vorsprung von 22,9 auf 1,7 Sekunden dramatisch. Auf der folgenden Prüfung übernahm er dann die Spitze.

Die Piloten hatten mit kniffligen Bedingungen zu kämpfen - Foto: Citroen

Die Wolkenbrüche vom Freitag wurden von Sonnenschein abgelöst, was für einen Mix aus trockenem Asphalt auf exponierten Bergstraßen und rutschigen Schlammschichten im Schatten sorgte. Andreas Mikkelsen katapultierte sich in seinem Polo R von Position sieben auf Rang drei. Er lag 30,8 Sekunden hinter der Spitze und 22,8 Sekunden vor Kris Meeke, der ihm in seinem Citroen DS 3 im Klassement von Rang acht auf Platz vier folgte. Abbring fiel nach einer schlechten Reifenwahl am Vormittag und einem übervorsichtigen Setup am Nachmittag auf Rang fünf zurück.

Sonntag, 4. Oktober

Zwölf Monate nach seinem ersten WRC-Sieg auf Asphalt im Elsass sicherte sich Latvala auf Korsika einen zweiten. Er war gerade einmal der zweite Finne, der die Rallye auf der Mittelmeerinsel gewinnen konnte, nachdem er sich auf den drei Prüfungen am Sonntag 43,1 Sekunden von Evans absetzte.

Evans hielt einer späten Attacke von Mikkelsen stand und sicherte sich mit 3,2 Sekunden Vorsprung das beste Ergebnis seiner Karriere. Der Volkswagen-Fahrer war auf der Hälfte der letzten Prüfung auf bestem Wege, sich Platz zwei zu schnappen. Doch Evans pushte auf den letzten Kilometern und blieb vorne.

Meeke hielt sich schadlos und fuhr vor Hayden Paddon Platz vier ein. Der Kiwi täuschte über seine mangelnde Erfahrung auf Asphalt hinweg, indem er von Platz 15 nach der Auftaktprüfung am Freitag nach oben kletterte und Östberg auf der vorletzten Prüfung verdrängte.


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