MotoGP - Aprilia ohne 2017-Bike in Valencia

Espargaro und Lowes testen in Valencia aktuelle RS-GP

Aprilia lässt sich mit der 2017-Version der RS-GP Zeit. Bei den Tests in Valencia müssen Aleix Espargaro und Sam Lowes mit dem aktuellen Bike vorlieb nehmen.
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Motorsport-Magazin.com - Während die Konkurrenz von Honda, Yamaha und Ducati die neuen Modelle der RC213V, M1 und Desmosedici GP bereits zu den Testfahrten in Valencia mitbringt, muss Aprilia passen. Die Italiener stellen ihren neuen Fahrern Aleix Espargaro und Sam Lowes nach dem Saisonfinale nur die aktuellen Maschinen von Stefan Bradl und Alvaro Bautista zur Verfügung, wie Teamchef Romano Albesiano gegenüber der italienischen 'GPOne' bestätigte. "Die neue RS-GP kommt nicht in Valencia zum Einsatz", gibt Albesiano zu, erläutert aber sogleich den Grund für diese Entscheidung: "Während dieser Tests bevorzugen wir es, die neuen Fahrer Aleix Espargaro und Sam Lowes an die aktuelle Maschine zu gewöhnen. Nach dem Feedback von Aleix beenden wir dann den Feinschliff am neuen Bike, das zum ersten Mal bei einem privaten Test im Januar zum Einsatz kommt."

Routine und Rookie

Keine schlechte Idee, ist Espargaro doch nach mittlerweile sechs vollen Saisons in der Königsklasse absoluter Routinier. Außerdem hat der bereits Erfahrungen mit verschiedenen Bikes, darunter Suzuki und Yamaha. Damit ist Espargaro ein echter Gewinn für das Team, bringt er doch Informationen aus anderen Teams und Bikes mit. Ein wichtiger Messwert für Aprilia, die aktuell immer noch etwas hinterher hängen. Das ist auch der Grund, weshalb die beiden derzeitigen Piloten gehen mussten. "Alvaro (Bautista) und Stefan (Bradl) fahren eine starke letzte Saisonhälfte", verkündet Albesiano. "Sie werden uns verlassen, was ich schade finde, aber leider haben wir keine vier Bikes."

Die neue RS-GP kommt nicht in Valencia zum Einsatz.
Romano Albesiano

An ein Aufstocken in Sachen Motorräder denkt Albesiano nicht. "Es ist im Moment nicht in unserem Programm, obwohl es uns natürlich schon bei unserer Entwicklungsarbeit helfen würde", grübelt der Italiener. Mehr Fahrer liefern mehr Daten und mehr Daten vereinfachen die Entwicklung der RS-GP. "Und mit einem Satelliten-Team könnte man einem jungen Fahrer helfen, zu wachsen", fügt Albesiano an. Diesen Weg geht Aprilia ab der kommenden Saison aber dennoch. Mit Sam Lowes hat das Team sich bereits letztes Jahr einen Rookie für 2017 ins Boot geholt.

Albesiano: Keine speziellen Schwachpunkte

Das Motorrad hat eine gute Balance und keine speziellen Schwachpunkte.
Romano Albesiano

An der Entwicklungsarbeit wird Lowes vorerst nur spärlich beteiligt sein, denn für das Entwicklungs-Feedback ist hauptsächlich Espargaro zuständig. Außerdem hat das Team bereits eine Liste von Mängeln der aktuellen Fahrer bekommen, die es auszumerzen gilt. "Die RS-GP für 2017 wird eine Weiterentwicklung des jetzigen Bikes, nur mit einigen Innovationen", beschreibt Albesiano. "Das Motorrad hat eine gute Balance und keine speziellen Schwachpunkte, deshalb versuchen wir, alle Aspekte zu optimieren. Aber unsere aktuellen Piloten haben uns gebeten, das Turning zu verbessern."

In Valencia wird sich zeigen, ob Neuzugang Espargaro sich diesem Verbesserungswunsch anschließt und vor allem, ob er der RS-GP ebenfalls keine speziellen Probleme bescheinigt. Allzu viel Zeit werden die Aprilia-Ingenieure für etwaige Veränderungen nicht haben. Denn der Kurs 2017 geht für Aprilia deutlich Richtung SBK. "Wir konzentrieren uns jetzt auf die MotoGP und nächstes Jahr werden wir unsere Arbeit bei den Superbikes ausbauen", skizziert Albesiano die Zukunftspläne Aprilias. Bis nächsten Januar muss der Fokus des italienischen Unternehmens jedoch klar auf der Königsklasse liegen, sollen Espargaro und Lowes eine verbesserte RS-GP bekommen.


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