MotoGP - Mugello: Strecke & Statistik

Eine Frage der Ehre

Von der Heimat des 24-Stunden-Rennens geht es in Rossis Wohnzimmer. Die MotoGP gastiert in der Toskana, genauer gesagt in Mugello.
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Motorsport-Magazin.com - Einmal im Jahr pilgern die gelbgekleideten Fans zu Tausenden nach Scarperia. Denn dann findet im nahen Autodromo Internazionale del Mugello der Große Preis von Italien statt. Die enthusiastischen Italiener hoffen auf einen Sieg ihres Helden Valentino Rossi und jubeln auch den Ducati-Fahrern zu, wenn sie ihre Maschinen über die 1974 eröffnete hügelige Strecke in der Toskana bewegen.

Die Fahrer lieben die Arrabbiata-Kurven - Foto: Milagro

Der 5,245 Kilometer lange Kurs zählt trotz seiner drei Haarnadel-Kurven "San Donato", "Correntaio" und "Bucine" zu den flüssigeren Strecken im Kalender. In der Vergangenheit wurden in Mugello schon viele spannende Rennen ausgetragen, da besonders die italienischen Fahrer vor heimischem Publikum hochmotiviert sind und die Kurvenkombinationen auf die meisten Überholmanöver einen sofortigen Konter ermöglichen. Der Kurs wird im Uhrzeigersinn befahren, ist 14 Meter breit und hat neun Rechts- und sechs Linkskurven. Die längste Gerade ist die Zielgerade. Sie misst 1.141 Meter. Die beiden wohl bekanntesten Kurven sind "Arrabbiata 1" und "Arrabbiata 2", in denen die Fahrer gerne die Hinterräder zum Qualmen bringen. Ebenso bekannt ist die Bergab-Kombination der Kurven "Casanova" und "Savelli", die Rossi zu seinem Helmdesign für Mugello 2008 inspirierten.

Rekordsieger in Mugello ist der Hausherr: Für Rossi ist Mugello eine Frage der Ehre. Sieben Mal in Folge hat er hier von 2002 bis 2008 bereits gewonnen. In den vergangen Jahren war Mugello allerdings regelmäßig "Lorenzo's Land". Der Mallorquiner triumphierte zuletzt drei Mal in Folge. Italien hat wohl die euphorischsten Fans überhaupt. An Fahrern zum Anfeuern besteht keinerlei Mangel. Auch wenn Marco Simoncelli immer noch schmerzlich vermisst wird, treten in der MotoGP mit Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci Andrea Iannone und Rossi gleich vier Italiener an. In der Moto2-Klasse gehen Simone Corsi, Lorenzo Baldassarri, Franco Morbidelli und Mattia Pasini an den Start. In der kleinsten Kategorie haben die Italiener mit Romano Fenati einen WM-Anwärter zum Bejubeln, sowie Matteo Ferrari, Alessandro Tonucci, Francesco Bagnaia, Enea Bastianini und Andrea Locatelli als potentielle Punkt- und Podest-Kandidaten.

Wer stoppt Marquez?

In der Saison 2014 scheint der amtierende Weltmeister Marc Marquez auf Repsol-Honda unschlagbar. Die große Frage vor Mugello lautet also: Kann jemand Marquez schlagen und wenn ja, wer? Der Kurs in der Toskana ist nicht unbedingt das beste Pflaster für den Spanier: Im Vorjahr stürzte er an diesem Wochenende gleich vier Mal, unter anderem ein Mal auf spektakuläre Art und Weise am Ende der Zielgeraden, als er bei 300 km/h vom Motorrad abspringen musste, um nicht in die Mauer zu krachen. Im Gegensatz zum letzten Rennen in Le Mans, das als Regenloch gilt, herrscht in Mugello am Rennwochenende meist strahlender Sonnenschein. Das es auch anders geht, zeigte das Flag-to-Flag-Rennen im Jahr 2009, als Lorenzo das Kunststück fertigbrachte, bereits auf dem Weg in die Startaufstellung zu stürzen. Auf den ersten Blick bevorzugt Mugello mit seiner langen Zielgeraden die bärenstarken Honda- und Ducati-Motoren. Doch da in den vielen Kurvenkombinationen auch Fahrbarkeit gefordert ist, sieht Yamaha in der Toskana traditionell gut aus.

Die Statistik

Valentino Rossi ist Rekordsieger in Mugello - Foto: Gauloises Racing

1976 trug Mugello zum ersten Mal ein Rennen zur Motorrad-Weltmeisterschaft aus. Barry Sheene triumphierte auf Suzuki vor Phil Read und Virginio Ferrari. Nach mehreren Intermezzi fand Mugello 1993 erneut den Weg in den WM-Kalender. Seit diesem Event, das Mick Doohan den ersten Sieg seit seiner furchtbaren Beinverletzung einbrachte, ist das Rennen in Italien eine feste Größe im Rennkalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Unvergessen sind die Kämpfe, die die drei großen italienischen Meister Valentino Rossi, Max Biaggi und Loris Capirossi in den frühen 2000er-Jahren ausfochten - wobei nicht immer alle drei auf der Strecke blieben. Ducati, die den Kurs als Test-Strecke nutzen, konnten erst ein Mal den Sieger in Mugello stellen: 2009 triumphierte Casey Stoner für die Roten. Ebenfalls in diesem Jahr raste Dani Pedrosa mit unglaublichen 349,288 km/h durch die Lichtschranke und stellte damit den Top-Speed-Rekord der MotoGP auf.

MotoGP-Rekorde Mugello

Im Kalender 1976, 1978, 1982, 1984, 1985 und seit 1991 (27 Rennen)

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Valentino Rossi (7)
Rundenrekord: 1:47.639 (Marc Marquez 2013)
Quali-Rekord: 1:47.157 (Dani Pedrosa 2013)
Top-Speed: 349.2 km/h (Dani Pedrosa 2009)

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