MotoGP - Blog - Ist die MotoGP 2014 unfair?

An Spannung mangelt es nicht

Schon die Trainings hatten es beim MotoGP-Auftakt in Katar in sich. Vorschnelle Schlüsse sollte man daraus aber noch nicht ziehen.
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Motorsport-Magazin.com - Hui, war das spannend! Ich hätte ja nicht gedacht, dass mich ein MotoGP-Training so fesseln kann. Doch was am Freitagabend in Katar abging, erhöhte meinen Adrenalinspiegel gewaltig.

Jorge Lorenzo, der bis zum Schluss um seinen Direkteinzug in Q2 kämpfen musste, Valentino Rossi, der am Ende auch gehörig zitterte, vermeintliche Underdogs, die nie in Gefahr kamen aus den Top-10 zu fliegen und ein alles überragender Aleix Espargaro, der nach seinem Trainings-Hattrick Favorit auf die Pole Position ist.

Ermöglicht hat diese Spannung das neue Reglement, die Open-Klasse und ein klarer Test-Nachteil der Werksteams von Honda und Yamaha, die vor zwei Wochen wegen Bridgestone nach Phillip Island mussten und nicht nach Katar durften. All diese Faktoren wurden schon an den ersten beiden Tagen der Saison zu einem Cocktail gemixt, der die Emotionen hochkochen lässt (siehe Jorge Lorenzo) und der die Atmosphäre mächtig anheizt.

Aleix Espargaro: Favorit auf die Pole? - Foto: Forward Racing

Kritiker mögen jetzt bemängeln, dass es ja nicht mit rechten Dingen zugehen könne, wenn Satelliten- und Kunden-Teams den millionenschweren Werksmannschaften plötzlich um die Ohren fahren, dieser Umstand die Hersteller brüskiere und das ja völlig unfair sei. Derartige Meinungen gibt es nicht nur unter uns Journalisten, sondern auch unter den Fans, wie ich den Kommentaren in unserem Forum oder unter unseren Meldungen in den letzten Wochen entnehmen konnte.

Diesen Kritikern sei gesagt: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Erstens haben wir bislang nur Trainings und Testfahrten gesehen. Zweitens ist das Qualifying in der MotoGP bei weitem nicht so wichtig wie im Automobilsport. Drittens haben die Testfahrten gezeigt, dass die Open-Bikes sowie die Klassen-Zwitter von Ducati zwar auf eine schnelle Runde auf dem Niveau der Prototypen mithalten können, sie diesen Level im Longrun trotz mehr Sprit aber nicht halten können. Und viertens: Selbst wenn am Sonntag ein Aleix Espargaro, Satellitenfahrer Bradley Smith oder eine Ducati vom Treppchen lachen sollten: die Saison ist noch jung und Honda sowie Yamaha haben noch jede Menge Zeit und die nötigen Ressourcen um eine eventuelle Katar-Scharte auszumerzen. Von einem Weltmeister Espargaro sollte realistischerweise noch niemand träumen...


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