MotoGP - Deutschland GP: Die Analyse

Blitzstarts und Comebacks

Der Deutschland-GP verlief für die Elite der MotoGP recht ungleich. Manche starteten stark, und ließen ebenso stark nach, andere zeigten furiose Aufholjagden.
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Motorsport-Magazin.com - Die Piloten auf den Startpositionen drei und vier, Valentino Rossi und Stefan Bradl, begannen den Großen Preis von Deutschland am besten. Der neunfache Weltmeister ging in Führung, Bradl reihte sich hinter ihm ein. In dieser Reihenfolge fuhr das Spitzenduo bis zu Kurve zwölf, wo sich der Lokalmatador an Rossi vorbeibremste und unter dem Jubel der heimischen Fans als Erster auf die Start-Ziel-Gerade zurückkehrte. Eine Führung, die der Bayer bis in die sechste Runde halten konnte. In diesem Umlauf verlor er über drei Zehntel auf Marc Marquez, der sich mittlerweile auf Rang zwei nach vorne gearbeitet hatte, und musste den Repsol-Honda-Pilot schließlich vorbei lassen. Auch in weiterer Folge konnte Bradl das Tempo an der Spitze nicht halten und musste drei Runden später auch Valentino Rossi ziehen lassen, nachdem er in diesem einen Umlauf über sieben Zehntel auf Marquez und über vier Zehntel auf den Sieger von Assen verloren hatte. Nach einem Drittel des Rennens, also nur eine Runde später, zerstörte Cal Crutchlow die Hoffnung Bradls auf seine erste MotoGP-Podiumsplatzierung bei seinem Heimrennen und ging ebenfalls an ihm vorbei, nachdem dieser in der Zielkurve 13 einen Fehler machte und über sechs Zehntelsekunden auf den Briten verlor. Auch in Folge konnte Bradl die Pace des Spitzentrios nicht mitgehen und kam schließlich mit fast 14 Sekunden auf Marc Marquez ins Ziel.

Valentino Rossi konnte seinen Erfolg von Assen nicht wiederholen - Foto: Simninja

Valentino Rossi hatte nach seinem Sieg in Assen dieses Mal keine Chance auf den Sieg. Er ging zwar mit einem hervorragenden Start in Führung und musste vorerst nur Stefan Bradl an sich vorbeilassen, doch in Runde fünf überholte Marc Marquez seinen um 14 Jahre älteren Konkurrenten und ließ ihn in der Folge eiskalt stehen. Nur in zwei der verbleibenden 25 Umläufe war Marquez langsamer als der Mann mit der Nummer 46, was sich schließlich zu einem Rückstand von fast zehn Sekunden summierte. Rossi konnte zwar zwischenzeitlich Stefan Bradl überholen und auf Rang zwei hinter Marquez nach vorne fahren, musste diese Position aber in Runde 16 wieder an den heran preschenden Cal Crutchlow abgeben.

Die Aufholjagd des Cal Crutchlow

Nach einem miserablen Start musste sich Cal Crutchlow wieder nach vorne kämpfen - Foto: Simninja

Kein Wunder, dass es der Brite derart eilig hatte. Von Startplatz zwei aus ging er in das Rennen, fiel aber am Start hinter Stefan Bradl, Valentino Rossi und auch Aleix Espargaro zurück und fand sich bei der Rückkehr auf Start-Ziel nur noch auf Rang fünf wieder. In Runde zwei musste er auch noch Alvaro Bautista, der zu diesem Zeitpunkt mit einer Zeit von 1:22.874 Minuten schnellster Mann auf der Strecke war, vorbei lassen. Nun begann der Brite aber seine Aufholjagd und arbeitete sich Position um Position nach vorne. Sein erstes Opfer war Aleix Espargaro, der gleich im nächsten Umlauf fällig war. Eine Runde später bekam auch Alvaro Bautista den Hinterreifen Crutchlows zu sehen. Nach einem Drittel der Renndistanz hatte der Tech3-Pilot auch Stefan Bradl überholt und machte nun Jagd auf Valentino Rossi. Mit den schnellsten Rundenzeiten in den Umläufen elf und zwölf übte er gleich ordentlich Druck auf seinen Markenkollegen aus. In Runde16 ging Crutchlow dann an Rossi vorbei und fuhr bis zum Rennende in jedem Umlauf schneller als der Yamaha-Werkspilot. Zu diesem Zeitpunkt war der 27-Jährige der schnellste Mann im Feld und konnte so auch den Rückstand auf Spitzenreiter Marc Marquez kontinuierlich verkleinern. Als Crutchlow seine Verfolgung aufnahm betrug dieser bereits fast drei Sekunden, im Ziel war es nur noch knapp die Hälfte. Über weite Strecken des Rennens konnte er mit Marquez mithalten oder war sogar schneller, Crutchlow hat einmal mehr ein Rennen am Start verloren.

Wobei auch Sieger Marc Marquez keinen perfekten Start erwischte. Der Repsol-Honda-Pilot fiel von der Pole Position auf Rang vier zurück, ging aber bereits in Runde drei an Aleix Espargaro, in Runde fünf an Valentino Rossi und nur einen Umlauf später auch an Stefan Bradl vorbei. In den folgenden zehn Umläufen erzielte er sieben Mal die schnellste Zeit und konnte seinen Vorsprung so auf fast drei Sekunden ausbauen. Von da an zeigte der erst 20-Jährige eine Qualität, die man von ihm in der MotoGP-Klasse bisher noch nicht zu sehen bekommen hatte. Er verwaltete den Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Cal Crutchlow geschickt und fuhr schnelle, aber stets konstante Zeiten zwischen 1:22.2 und 1:22.4 Minuten. Somit konnte sich der jüngste MotoGP-Sieger aller Zeiten seinen zweiten Erfolg in der Königsklasse sichern.

Temporäres Podium für Espargaro

Aleix Espargaro ärgerte auch am Sachsenring die Prototypen - Foto: Simninja

Für Furore sorgte einmal mehr Aleix Espargaro. Der Aspar-Pilot schoss mit seinem CRT-Bike vom fünften Startplatz aus auf Position drei und lag somit erstmals in der MotoGP auf Podiumskurs. In den ersten beiden Runden konnte der Führende der CRT-Wertung die Zeiten der Spitzenpiloten mitgehen, was auch der Tatsache geschuldet war, dass er aufgrund seines CRT-Status einen weicheren Slick am Hinterrad verwenden durfte, als das den Prototypen-Piloten erlaubt ist. Genau dieses Faktum sollte ihm in der Folge aber auch Probleme bereiten. Aufgrund der am Sonntag deutlich höheren Asphalttemperaturen von rund 42 Grad baute der weichere Slick am Hinterrad schnell ab und Espargaro verlor in der Folge rund eine Sekunde pro Runde auf die Spitze. Dennoch musste er sich am Ende Andrea Dovizioso nur ganz knapp geschlagen geben und kam schließlich auf Rang acht ins Ziel, womit er die beiden Prototypen-Fahrer Nicky Hayden und Michele Pirro auf ihren Ducatis hinter sich lassen konnte.


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