Moto2 - Bartholemy: Stolz und Sorgen

Viele Fahrer klopfen an die Tür

Das Marc VDS Team ist stolz auf die Leistungen von Esteve Rabat und Mika Kallio in der Moto2. Livio Loi macht hingegen in der kleinen Klasse eher Sorgen.
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Motorsport-Magazin.com - "Um dahin zu kommen, wo wir in dieser Saison sind, bedarf es viel harter Arbeit", sagte Michael Bartholemy, Teamchef bei Marc VDS. Esteve Rabat und Mika Kallio dominierten die Moto2-Klasse bisher. "Als wir 2010 in die Moto2 kamen, waren wir 'New Kids on the Block'. Niemand kannte uns und es war schwer, gute Fahrer zu finden, denn wir hatten eine unbekannte Quantität. Wir begannen die Saison mit zwei Fahrern, die von anderen Teams kamen. Nur drei Jahre später waren wir mit einem von ihnen - Scott Redding - in der Lage, um die WM zu kämpfen", erinnert sich der Teamchef zurück.

Letztes Jahr waren wir in einer ähnlichen Position und wir wissen ja, wie es ausging
Michael Bartholemy

Nun habe die Crew nicht nur bewiesen, dass sie Rennen gewinnen, sondern auch mit zwei Fahrern um den Titel kämpfen kann. "Wie man sich vorstellen kann, gibt es viele Fahrer, die für 2015 an unsere Tür klopfen und das macht mich stolz auf das, was das Team erreicht hat", so Bartholemy weiter. Der Belgier ist sich aber durchaus bewusst, dass sich trotz starker Führung Rabats in der WM keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen kann.

"Letztes Jahr waren wir in einer ähnlichen Position und wir wissen ja, wie es ausging. Wir müssen weiterarbeiten, weiter pushen, um Tito und Mika genau das zu geben, was sie brauchen, um Rennen zu gewinnen. Wir können nicht selbstzufrieden sein oder nur um Punkte fahren, denn ein Fehler, ein Nuller und wir könnten die Führung über Nacht verlieren."

Livio Loi macht Sorgen - Foto: Marc VDS

Schon oft wurde der Teamchef zum Thema Teamorder befragt. "Wir sprachen mit den Fahrern und sagten ihnen, dass wir nicht sehr erfreut wären, wenn sie sich gegenseitig rausschießen, aber es gibt keine Teamorder. Sie fahren beide um den Titel und wir werden ihnen das auch weiterhin erlauben", erklärte Bartholemy.

Über Nacht eine KTM für Livio Loi

Während das Team in der Moto2 dominiert, fehlen dem 17-jährigen Livio Loi in der Moto3 die richtig guten Ergebnisse. "Das liegt aber nicht an weniger Anstrengung von Seiten des Teams. Livio kritisierte die Kalex-KTM in diesem Jahr stark, also entschieden wir für Assen auf die KTM zu wechseln, nur um zu sehen, ob Livio damit die Verbesserung schafft, die er selbst erwartet hatte. Wir nahmen die Standard KTM RC250R am Mittwoch mit nach Assen und arbeiteten eine Nacht lang daran, um sie zu verbessern", spielte Bartholemy auf Motor, Federung und Werksteile von KTM an, die verbaut wurden.

"Als das Bike dann im ersten Freien Training am Donnerstag auf die Strecke rollte, war es so dicht an einer Werksmaschine wie möglich. Ich zweifle daran, dass selbst KTM die Unterschiede herausgefunden hätte ohne das Bike in seine Einzelteile zu zerlegen und alles zu messen", scherzte der Teamboss, der bis zur Qualifikation allerdings nicht allzu starke Verbesserungen seines belgischen Schützlings sah. "Dann war es schon zu spät. Er qualifizierte sich auf Platz 30, seine schlechteste Leistung der Saison und dann landete er im Rennen auf Rang 25. Das war für Livio und das Team enttäuschend."

Wenn die Ergebnisse dann nicht kommen, müssen wir uns genau überlegen, wieviel Sinn es macht, in der Moto3 weiterzumachen
Michael Bartholemy

Noch enttäuschender fand Bartholemy die Kritik an seinem Team danach. "Wir wurden zuerst dafür kritisiert, dass wir mit der Kalex-KTM gefahren sind und dann wurden wir dafür kritisiert, dass wir die KTM probierten, um Livio dabei zu helfen, sein Vertrauen zurückzugewinnen. Es schien, wir machten in den Augen einiger Leute einfach alles falsch", ärgerte er sich. Die Situation sei allerdings eindeutig.

Bartholemy ergänzte: "Wir sind in der Moto3, um Rennen zu fahren und Livio muss beginnen, gute Ergebnisse zu holen, zu denen er und das Bike in der Lage sind. Wenn die Ergebnisse dann nicht kommen, müssen wir uns genau überlegen, wieviel Sinn es macht, in der Moto3 weiterzumachen, wenn es keine Verbesserungen gibt und wir jedes Wochenende außerhalb der Punkte landen. Unglücklicherweise ist das die harte Realität der Situation, wenn der Rennsport auf diesem Niveau mehr als eine halbe Million Euro pro Saison kostet. Die Zeit läuft uns davon, also müssen wir jetzt etwas Action sehen..."


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