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Moto2 - Interview - Mika Kallio: Größter Druck kommt von mir selbst

Zurück in die MotoGP?

Mika Kallio verriet Motorsport-Magazin.com, dass er gern in die MotoGP zurück möchte. Allerdings nur, wenn das Team auch siegfähig ist.
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Motorsport-Magazin.com - Spürst du irgendwelchen Druck oder machst du dir selbst Druck?
Mika Kallio: Ich denke, jeder hat Druck hier, wenn er ein Rennen gewinnen oder auf Podium will. Ich fühle von Außen aber keinen Druck-. Natürlich erwartet das Team, dass wir aufs Podium fahren. Aber ich glaube, dass der stärkste Druck von mir selbst kommt - das Ziel, das ich erreichen will, ist auf jeden Fall hoch. Ich denke nicht wirklich darüber nach, was andere von mir wollen. Ich will an der Spitze sein und das ist das Wichtigste für mich.

Was ist dein Ziel?
Mika Kallio: Ich denke, das ist offensichtlich: Ich will Weltmeister werden. Wir haben jetzt eine gute Chance, das zu schaffen und ich werde alles dafür tun.

Es scheint aber, als könnten viele Fahrer auf der Kalex schnell sein. Auf der Suter scheinen das nur wenige Fahrer zu können
Mika Kallio

Viele sagen, dass die Kalex besser als die Suter ist. Wo siehst du den Vorteil?
Mika Kallio: Das ist schwer, genau zu sagen. Ich bin seit 2011 keine Suter mehr gefahren, also weiß ich nicht, wie stark sie das Bike verbessert haben. Es scheint aber, als könnten viele Fahrer auf der Kalex schnell sein. Auf der Suter scheinen das nur wenige Fahrer zu können. Die Kalex ist also so konstruiert, dass sie zum Fahrstil verschiedener Piloten passt. Aber einige Suter-Fahrer sind auf bestimmten Strecken richtig schnell. Suter ist auf ausgewählten Strecken richtig gut, auf anderen Kursen aber wiederum etwas langsamer. Ich denke, die Kalex ist konstanter und überall ziemlich gut. Die Suter kommt manchmal vor, verbessert sich, aber im nächsten Rennen fallen sie wieder zurück. Sie scheinen irgendwie einfach nicht die gleiche Konstanz zu haben.

Es gibt Gerüchte, dass Marc VDS mit dir oder Tito in die MotoGP aufsteigen will. Weiß du etwas darüber?
Mika Kallio: Momentan weiß ich das nicht. Wir müssen darüber reden. Aktuell ist es für mich wichtiger, diese Meisterschaft so zu beenden, wie ich will und ich konzentriere mich darauf. Es ist vielleicht auch noch zu früh, zu sagen, was mit dem MotoGP Projekt im nächsten Jahr passiert. Ich bin nicht wirklich sicher. Ich sage immer, dass ich gern in die MotoGP zurückgehen möchte, also wäre das vielleicht eine Option für mich, mit Marc VDS wieder aufzusteigen.

Scott Redding ist weg und prompt hattest du den nächsten Teamkollegen, der dich herausfordern und schlagen kann. Stört dich das ein wenig oder ist es gut, angetrieben zu werden?
Mika Kallio: Für mich ist es immer gut, wenn es zwei Fahrer gibt, die im Rennen stark sind und wenn sie dicht aneinander liegen, ist das besser für das Team und die Fahrer. Als Fahrer will man immer seinen Teamkollegen schlagen, also pusht man sich Schritt für Schritt nach oben und kann immer bessere Ergebnisse holen. Für mich ist das die bestmögliche Situation.

Ich würde gern wieder aufsteigen, aber das hängt vom Bike ab, das ich bekommen kann
Mika Kallio

Warum Startnummer -36?
Mika Kallio: Ich habe die 36 immer benutzt, schon als ich in die 125er einstieg. Nach dem Winter 2009 fuhr ich mit der -36. Damals habe ich ein paar Pramac-Leute nach Finnland eingeladen. Wir fuhren nach Lappland - dem kältesten Ort in Finnland. In den Tagen, in denen wir in Lappland waren, wurden immer -36 Grad gemessen. An der nächsten Rennstrecke sah ich das Minus vor meiner Nummer und nutzte es seitdem.

Was ist dein Ziel für die Zukunft? Willst du in die MotoGP zurück oder ist die Moto2 auch ok?
Mika Kallio: Ich würde gern wieder aufsteigen, aber das hängt vom Bike ab, das ich bekommen kann. Ich will in kein Team aufsteigen, in dem ich schon von vornherein weiß, dass ich nicht gegen die Besten antreten kann. Wenn ich dahin komme und weiß, dass das Bike nicht wirklich gut ist, dann habe ich kein wirkliches Interesse. Dann ist es für mich besser, in der Moto2 zu bleiben, in einem Team, in dem du das Bike bekommst, mit dem du Rennen gewinnen kannst. Für mich ist das das Wichtigste, um die Motivation hoch zu halten. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste, also habe ich keine Zeit mehr, meine Karriere Schritt für Schritt aufzubauen. Ich muss dort sein, wo ich gut sein kann und wenn ich in der MotoGP in ein Team bekomme, das am hinteren Ende fährt, hilft mir das im Moment nicht wirklich weiter. Wäre ich zehn Jahre jünger, dann wäre es vielleicht eine Option in der MotoGP am hinteren Ende anzufangen, aber so nicht.

Du bist schon in sämtlichen Kategorien gefahren. Wo hattest du den meisten Spaß?
Mika Kallio: Die MotoGP ist natürlich schön, weil der Motor eine enorme Power hat. Dazu die Elektronik, wodurch sich die Maschine gut fährt. Es ist ein komplett anderes Gefühl, diese Motorräder zu fahren. Das Bike, das ich dort aber fuhr, war die Ducati und die hat nicht wirklich zu meinem Fahrstil gepasst. Deshalb war alles sehr kompliziert. Wenn ich etwas herauspicken muss, würde ich mich für die 250er Zeit mit KTM entscheiden. Diese Zeit war wirklich schön. Das Bike war leicht, aber gleichzeitig sehr kraftvoll und schneller als die Moto2 Bikes. Das war wirklich eine schöne Zeit.


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