GP2 - Interview - Binder: GP2 keine reine Nachwuchsserie

Das muss ich auf meine Kappe nehmen

Der Österreicher Rene Binder im Interview: Der GP2-Pilot über sein unglückliches Wochenende in Hockenheim.

Motorsport-Magazin.com - Zweimal klar auf Erfolgskurs und doch am Ende punktelos blieb Rene Binder beim Deutschland-Gastspiel der GP2 Serie auf dem Hockenheimring. Der 22jährige Zillertaler, dem derzeit auch das nötige Rennglück fehlt, fuhr am Samstag um 0,254 Sekunden an den Punkterängen vorbei und verspielte in einem chaotischen Sprintrennen am Sonntag sogar eine Top-6 Platzierung durch eine falsche Reifenwahl. Der Arden-Pilot im Interview über Lichtblicke und Rückschläge in Hockenheim...

Du hast am Wochenende einen klaren Aufwärtstrend erkennen lassen, aber doch ziemlich glücklos agiert. Vor allem im zweiten Rennen, in dem Du im Finish mit den falschen Reifen unterwegs warst...
Rene Binder: Das Wochenende hat sehr gut angefangen mit Platz 8 im Freien Training und einem 12. Platz im Qualifying mit nur 0,7 Sekunden Rückstand auf die Pole Position. Damit konnte ich zumindest einmal zeigen, dass ich auf einer mir vertrauten Strecke gar nicht so weit von der Spitze entfernt bin. Dann haben wir im Hauptrennen und im Sprint allerdings jeweils einen kapitalen Fehler gemacht, den einmal ich selbst und einmal mein Renningenieur auf seine Kappe nehmen muss.

...und welche Fehler waren das?
Rene Binder: Im Hauptrennen war ich wirklich gut unterwegs und hätte nach dem Reifenwechsel in den letzten 10 Runden eigentlich nur mehr Simon Trummer folgen müssen, um in die Top 8 zu kommen. Anstatt dessen habe ich Reifen geschont, weil ich geglaubt habe, dass die anderen Fahrer im Finish noch große Probleme bekommen würden, was aber leider nicht passiert ist. Da muss ich in Zukunft einfach mehr auf meinen Ingenieur hören. Und im Sonntagsrennen auf abtrocknender Strecke haben wir dann irrtümlich auf einen gebrauchten Reifensatz gewechselt, obwohl auch ein neuer Satz zur Verfügung stand. Wir sind auf alle Fälle weit unter unserem Wert geschlagen worden.

Wie du schon einmal gesagt hast, ist die Konkurrenz in der GP2 brutal und mit keiner anderen Nachwuchsserie vergleichbar. Was machen die Topfahrer Palmer, Nasr & Co. anders?
Rene Binder: Die GP2 ist keine reine Nachwuchsserie mehr, weil man es an der Spitze mit Fahrern zu tun hat, die wie Palmer, Coletti oder Cecotto schon vier bis fünf Jahre in dieser Klasse unterwegs sind. Ihre Erfahrung mit den Pirelli Reifen ist nicht so einfach aufzuholen, aber mein Performance Ingenieur, der noch letztes Jahr mit Palmer zusammengearbeitet hat, sagt mir immer, dass ich mindestens dieselben Voraussetzungen mitbringe, um mich weiterzuentwickeln.

Jetzt geht es nach Ungarn, auf eine technisch schwierige Strecke, die dir eigentlich auch entgegenkommen sollte...
Rene Binder: Besonders viel Rennerfahrung habe ich am Hungaroring zwar nicht, aber ich denke, dass mir das Layout der Strecke grundsätzlich schon entgegenkommt. Wir versuchen einfach wieder, unser Bestes zu geben und nach Möglichkeit keine Fehler zu machen.


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