Formel E - Heidfeld gibt sich optimistisch

Fahrspaß nicht verloren

Wie fühlt es sich an einen Formel-E-Boliden zu fahren? Entsteht echtes Rennsportfeeling? Motorsport-Magazin.com sprach mit Nick Heidfeld.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel-E-Fahrer müssen mit Bedacht fahren und darauf achten, wie viel Energie sie verbrauchen. Sie können nicht die ganze Zeit Vollgas fahren, sonst kann es durchaus passieren, dass dem einen oder anderen Fahrer die Energie ausgeht. "Wir müssen versuchen wenig Energie zu verbrauchen und auf der Bremse viel Energie zu regenerieren", bestätigt Nick Heidfeld. Im Rennen wird daher fast ausschließlich mit den Hinterrädern gebremst, das gab es im Motorsport so noch nie.

In weniger als einem Monat startet die Formel E in Peking - Foto: Formel E

Reifen haben großen Einfluss auf Fahrverhalten

Die Formel E benutzt Allwetter Reifen. Diese müssen bei jeder Witterung gefahren werden. Die Tests haben ergeben, dass sich der Reifen relativ konstant verhält. Einige Piloten verspürten bei den Hinterreifen einen minimalen Druckabbau, der durch kleine Veränderungen am Setup aber ausgeglichen werden kann. Schwieriger ist es jedoch, die Reifen auf die richtige Temperatur zu bekommen. Je nach Witterung kann das sogar einige Runden dauern wie Heidfeld verriet. Trotzdem ist er mit Michelin zufrieden. "Dafür, dass es Reifen sind, die bei allen Bedingungen funktionieren müssen, sind sie sehr gut."

Die Formel E hat alle gewöhnlichen Setup Möglichkeiten wie andere Rennklassen. Sei es der Dämpfer, der Sturz, die Spur oder andere Dinge. Laut Heidfeld wüsste man mittlerweile genau, wie das Auto auf gewisse Veränderungen reagiert. "Ich hatte erwartet, dass der Wagen wegen der Gewichtsverlagerung eher zum Übersteuern neigt, das ist durch unser gutes Setup aber gar nicht der Fall. Die Balance ist wirklich gut, das hat mich überrascht", erzählte der Deutsche. Dennoch sei das Setup nicht mit einem Auto mit Slick Reifen zu vergleichen. "Mit Slicks wäre ich sicherlich direkt einige Sekunden schneller", so Heidfeld.

Die Piloten müssen sich auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren - Foto: Formel E

Multitaskingfähigkeit ist gefragt

Das Fahren mit einem Formel-E-Boliden ist eine komplexe Angelegenheit. Ständig muss der Fahrer den Power Output am Lenkrad verstellen. Des Weiteren gibt es am Lenkrad die Option des Break Shapes. Das reguliert, wie viel der Motor hinten mitbremst. Die letzte Verstellungsmöglichkeit ist ein Pedal, das betätigt wird, um nur mit den Hinterrädern zu bremsen, so wird Energie regeneriert. "Nebenbei müssen wir ja auch noch lenken, schalten und schauen, was die anderen so machen", witzelte Heidfeld abseits der Testfahrten, bei denen auch Motorsport-Magazin.com vor Ort war.

Die Rennserie steht zwar ganz am Anfang, doch ist laut Heidfeld ein hochkomplexes System mit Zukunft. "Es ist ein ausbaufähiges Konzept mit Zukunft und es macht mich stolz von Anfang an mit dabei zu sein. Ich bin selbst sehr gespannt wie das einschlägt", sagte der Deutsche. Für alle Motorsport-Fans hat der Ex-F1-Pilot nur eine Message: "Die Formel E fühlt sich wie echtes Racing an."

Erste Rennsimulation der Formel E: (02:20 Min.)

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