Di, 23.06.2009

Formel 1 - Überholmanöver: Sam Michael sieht Handlungsbedarf

Es gibt noch eine Menge Arbeit

Williams-Technikdirektor Sam Michael sieht die F1-Teams in der Verantwortung, damit es zukünftig noch mehr Überholmanöver gibt.
Sam Michael findet, dass auf die Teams noch eine Menge Arbeit wartet
© Sutton

Motorsport-Magazin.com - Um den Fans mehr Überholmanöver zu bieten, krempelte man das technische Reglement 2009 völlig um. Die Einführung von KERS und neue Regeln für die Frontflügel sollten die Rennen diese Saison spannender machen. Doch der England-GP hat gezeigt, dass dieser Plan nicht aufging. "Nico [Rosberg] war eine halbe Sekunde schneller als die Autos vor ihm, aber er kam nicht vorbei. Das waren aber Autos ohne KERS, daher gibt es noch eine Menge Arbeit zu tun", erklärte Williams-Technikdirektor Sam Michael.

Die Regeländerungen würden noch nicht die nötigen Überholmanöver bieten, umso wichtiger sei es, dass die Teams weiterhin versuchen, das Problem zu lösen. Die Theorie von Felipe Massa, dass die Doppel-Diffusoren eine Rolle spielen, warum es so wenige Überholmanöver gibt, teilt Michael nicht. "Ich denke nicht, dass das damit etwas zutun hat", erklärte Michael. Viel mehr ginge es um einen feinen Balanceakt, den die Teams finden müssen, zwischen Technologie und mehr Überholmanöver.

"Wir müssen versuchen die Überholmanöver zu verbessern und gleichzeitig den Fans schnelle Autos, Technologie und Piloten, die damit umgehen können, bieten. Denn die Fans sind nicht an der Strecke, um nur Überholmanöver zu sehen", meinte Michael. Studien, die von der FIA und der FOTA in Auftrag gegeben wurden, haben gezeigt, dass die Fans die schnellsten Autos der Welt sehen wollen. "Wenn sie nur Überholmanöver sehen wollten, dann könnten sie auch auf die Kartstrecke in Shennington gehen", betonte Michael.

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19 Leser-Kommentare
am 24. Juni um 17:47 Uhr
fredde:
ich finde die KERS Zeitbeschränkung eine schlechte Lösung. Für mein Empfinden darf es zu häufig eingesetzt werden, so ist ein taktieren doch sehr schwer. Ich denke eine Lösung wie in der Formel 2 mit Powerknopf der nur 8mal im rennen betätigt werden kann sinnvoller. Da ist dann wirklich Taktik gefragt. Die Sache mit dem nachtanken finde ich nicht so schlimm, denn an die Box für den Reifenwechsel müssen sie trotzdem noch. Außerdem ergeben sich dann wieder ganz andere Probleme, am WE habe ich mal drauf geachtet es wurden pro Stopp ca. 90l getankt, wenn man sich jetzt überlegt das zwischen erster und letzter runde zwischen 250 und 300 Kilo liegen ändert sich das Fahrverhalten doch schon beträchtlich. Vielleicht werden die Tankwarte ja nächstes Jahr zum Flügelwechsel eingeteilt ;) Ein Regelwerk im Motorsport muss Angepasst werden sonst geht der Sport kaputt.
am 24. Juni um 07:55 Uhr
experte:
@Formulaone: Ferrari hatte in Silverstone ein neues KERS an Bord (-3,5KG) daher jetzt auch vom Gewicht her sicher dem Mercedes KERS ebenbürtig. @Chrisifan: Ok keine Boxenstopp = weniger Action, aber wage zu bezweifeln dass dann Trulli mit dem Vollgetankten Toyota seinen Boliden auf Pole stellt. Wenn wirklich, dann hat er eben das schnellste Fahrzeug!
am 23. Juni um 21:02 Uhr
DennisNbg: @Verker
Bitte nicht noch mehr Einschränkungen. KERS könnte nur dann etwas bringen, wenn es dabei mehr Freiheiten geben würde. Ich würde die Leistung freigeben und lediglich begrenzen was das gesamte System wiegen darf. Wenn ein Hersteller aus 50 kg 100 PS rausholen kann und ein Anderer nur 60 PS dann hätte man einen Unterschied. Denn wenn alle mit dem gleichen KERS fahren, was man ja machen wollte ab 2010 ist der Vorteil noch geringer als jetzt. Im Moment kann ein KERS-Auto auf manchen Strecken ein Nicht-KERS-Auto überholen. Aber selbst das geht nur auf manchen Strecken. Wenn nun alle das gleiche KERS drin haben, dann bringt das bei der Rundenzeit vielleicht was, aber ganz sicher nicht beim Überholen. Man müßte generell den Ingeneuren mehr Freiheiten geben, auch bei Flügeln und so. Da würde sicher der Eine oder Andere auf ausgefallenere Ideen kommen die besser funktionieren wie Andere usw. Wie früher halt. Da gab es ja auch mehr Freiheiten und mehr Überholmanöver. Auch was Technik angeht war man abgesehen von der Sicherheit mal weiter. Da gab es Aktiv-Fahrwerke und es sind Teams mit V8 gegen V12 gefahren usw.
am 23. Juni um 20:46 Uhr
whyjam: überholen ohne durty air
ich hab eine tolle idee: kurven nach einer geraden einfach doppelt und spiegelverkehrt bauen. dann kann der überholer ohne aero-verluste die alternativkurve fahren und ist auf der nächsten geraden vorn.
am 23. Juni um 20:08 Uhr
automatix: @formulaone
Sind denn die Frostmotoren noch High Tech? Drehzahlbeschränkt, mit fast allen Parametern der Entwicklung vorgeschrieben, Einheitselektronik usw - die F1 ist schon lange von High Tech Anspruch weg, da tun Stahlbremsen auch keinen Abbruch.
am 23. Juni um 20:07 Uhr
Chrisifan: @Formulaone
das mit den 200 m war ein Beispiel. Es ist definitiv auf keiner gegenwätigen Strecke ein Überholen möglich, wenn ein halbwegs gleichstarkes Auto vor sich hat. Man hat es sehr gut in Silverstone gesehen . Von den vorderen Piloten war Barrichello der langsamste. Das kann sehr gut am Rennresultat sehen Rubens auf 40 " dann 3 Andere in dem fast gleichen Abstand.Danach Trulli und der Rest wieder in der fast gleichen Zeit. Könnte man auf Grund der Streckenbeschaffenheit überholen hätte Massa und Andere bestimmt Barrichello überholt und auch Button wäre weiter vorne gelandet. Im nächsten Jahr wird es schon peinlich weil ja die Tankstops abeschafft werden. Sollte ein Trulli dann die Pole erkämpfen wird der Sieger Trulli heissen weil es dann nicht einmal über die Boxentaktik möglich sein wird einen Rennwagen besser zu positionieren.
am 23. Juni um 19:53 Uhr
snaut: die unsinnige KERS beschränkung
muss weg momentan ist es so das beide autos genau xxkw für xxs bei xxkmh einsetzen dürfen damit ist überholen natürlich nicht möglich ein schnelleres auto das überholen will könnte rundenlang seinen geschwindigkeits/leistungsüberschuss aufspeichern und hat dann genug zusätzliche leistung um zu überholen
am 23. Juni um 19:38 Uhr
Formulaone: @experte
Das McLaren-KERS ist definitiv das beste. McLaren hatte damit bisher keine Zuverlässigkeitsprobleme. Ferrari schon mehrmals. Okay mittlerweile haben sie es wohl im Griff. Trotzdem...Mercedes hatte es von Anfang an unter Kontrolle. Ausserdem wiegt ihr System nur 25 kg. Ich bin sicher das von Ferrari wiegt mehr. Ferrari hat das System allerdings optimal ins Auto eingebaut, so dass es den Schwerpunkt kaum nach oben verlagert. Deshalb sagen sie auch, dass der Ausbau keinen Vorteil bringt. Bei McLaren ist es ganz ähnlich. Bei BMW hatte man es nicht so optimal, nämlich viel zu weit oben eingebaut. Und die Batterien von BMW sollen auch größer gewesen sein.
am 23. Juni um 19:19 Uhr
experte: @Verker
Ist ein (sehr) guter Vorschlag! Nur ob das Daimler KERS das Beste ist... naja, das ist reine Spekulation. Nur weil das Haug immer wieder sagt??? Bei Ferrari z.B. betont immer wieder das man ohne KERS einen riesen Nachteil hätte. Sicher ist dass das Mercedes und Ferrari System das meist erprobte ist und dadurch sicher einen Zuverlässigkeitsvorteil haben (denn auch bei Ferrari funktioniert das KERS jetzt ganz gut, oder?).
am 23. Juni um 19:03 Uhr
Verker: KERS hat Potential
Das konnte man besonders anfangs der Saison sehen, insbesondere am McLaren. Damit KERS für mehr Überholmanöver sorgt, ist lediglich folgendes nötig: a) Alle müssen KERS einbauen und verwenden, am besten ein Standardsystem, das von McLaren läuft am besten. b) Dass sich das Fahrzeuggewicht dadurch erhöht ist ohnehin wünschenswert. c) Der Leistungszuwachs dürfte ruhig noch ein wenig deutlicher sein. d) Man muss erreichen, dass Angriff und Verteidigung mit KERS nicht zum gleichen Zeitpunkt stattfinden - nichts leichter als das, einfach die aktuelle maximale Nutzungsdauer pro Runde auf 2 Runden erstrecken. Alternativ die Maximalanzahl der Runden, in denen man KERS benutzen kann begrenzen. Wenn man KERS zB nur in einem Drittel der Distanz nutzen kann, so können / müssen die Fahrer Schwerpunkte setzen. Einer würde dann alles im ersten Renndrittel verbraten um wegzukommen oder den schlechten Startplatz wettzumachen, während ein anderer sich alles aufhebt fürs finish. Ein dritter nutzt es verteilt immer wenns drauf ankommt etc.. Könnte man ja in einer Art Test simulieren.