Formel 1 - Zwischenbilanz: Die F1-Teamduelle

Vier klare Sieger

Nach fünf Rennen lässt sich ein erstes Fazit über die Hierarchien in den Teams ziehen. Motorsport-Magazin.com analysiert die Teamduelle.
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Mercedes: Hamilton vs. Bottas

Hamilton Bottas
Siege 2 1
Podium 4 3
Top-5 5 3
Punkte 98 63
WM-Pos. 2 3
Schnitt-Startplatz 1.8 2.6
Schnittplatzierung 2 3.25
Bester Startplatz 1 1
Bestes Ergebnis 1 1
Ausfälle 0 1
Qualiduell 3 2

Mercedes ist das einzige Team, in dem beide Piloten bisher siegreich waren. Zweimal siegte Lewis Hamilton, einmal Valtteri Bottas. Auch bei den Pole Positionen durften beide Fahrer mindestens einmal von Startplatz eins ins Rennen gehen. Da die beiden ein relativ ausgeglichenes Duo sind, stehen die Silberpfeile nach den ersten fünf Rennen auch auf Platz eins der Konstrukteurswertung.

Im Durchschnitt lagen Bottas und Hamilton am Start nur 0,8 Plätze auseinander. Im Qualifikationsduell hat der Brite jedoch mit 3:2 den Vorteil. Im Ziel sind es dann aber wieder 1,25 Positionen zwischen den Teamkollegen. Auch der Ausfall in Spanien durch ein Motorproblem kostete den Finnen einige Punkte auf seinen Teamkollegen. Trotzdem liegen nur 35 Zähler zwischen den beiden Mercedes-Piloten.

Ferrari: Vettel vs. Räikkönen

Räikkönen schaffte es nur einmal unter die Top-3 - Foto: Sutton
Vettel Räikkönen
Siege 2 0
Podium 5 1
Top-5 5 4
Punkte 104 49
WM-Pos. 1 4
Schnitt-Startplatz 2 3.8
Schnittplatzierung 1.6 4
Bester Startplatz 1 2
Bestes Ergebnis 1 3
Ausfälle 0 1
Qualiduell 5 0

Kimi Räikkönen sieht kein Land gegen Sebastian Vettel. Nachdem er 2016 einen bärenstarken Saisonstart hinlegte, liegt der Finne nach dem ersten Saisonviertel schon deutlich hinter seinem Teamkollegen. Nur einmal stand der Weltmeister von 2007 auf dem Podium und mit 49 Zählern hat er nicht einmal die Hälfte von Sebastian Vettels 104 WM-Punkten.

In der Statistik ist das auch deutlich zu erkennen. 1,8 Startplätze liegen im Durchschnitt zwischen den beiden Ferrari-Piloten. Daher ist das 5:0 im Qualifikationsduell nicht allzu überraschend. Im Ziel sind es sogar 2,4 Positionen Unterschied. Als bestes Ergebnis hat Kimi Räikkönen einen dritten Platz anzubieten, während Vettel bereits zwei Siege zu verbuchen hat.

Red Bull: Ricciardo vs. Verstappen

Die beiden Red-Bull-Piloten sind auf einem Niveau unterwegs - Foto: Sutton
Ricciardo Verstappen
Siege 0 0
Podium 1 1
Top-5 3 3
Punkte 37 35
WM-Pos. 5 6
Schnitt-Startplatz 7 7.8
Schnittplatzierung 4 4.33
Bester Startplatz 4 5
Bestes Ergebnis 3 3
Ausfälle 2 2
Qualiduell 3 2

Von den Top-Teams liegen keine zwei Fahrer so nah beisammen wie Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Bei einem Stand von 37:35 WM-Punkten sind sie nahezu punktgleich. Beide erlitten je zwei Ausfälle und standen beide einmal auf dem dritten Platz des Podiums. In den Rennen, in denen sie das Ziel erreichten, landeten beide immer in den Top-5.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass auch das Qualifikationsduell so nah beisammen liegt wie nur möglich. Bei fünf Rennen hat Daniel Ricciardo mit einem 3:2 jedoch einmal mehr die Nase vorn gehabt. Im Schnitt macht der Vorteil aber nur 0,8 Startplätze aus. Im Ziel war es sogar noch enger. Gerade einmal 0,33 Positionen lagen im Schnitt zwischen den beiden Red-Bull-Piloten.

Force India: Perez vs. Ocon

Ocon schlägt sich wacker gegen Perez - Foto: Sutton
Perez Ocon
Siege 0 0
Podium 0 0
Top-5 1 1
Punkte 34 19
WM-Pos. 7 8
Schnitt-Startplatz 10.6 12.8
Schnittplatzierung 6.6 8.4
Bester Startplatz 8 10
Bestes Ergebnis 4 5
Ausfälle 0 0
Qualiduell 4 1

Im internen Zweikampf zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon hat der Franzose trotz seines Erfahrungsnachteils einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. In fünf Rennen schafften es beide Piloten je einmal in die Top-Fünf und brachten durch ihre konstant guten Leistungen das Team auf die vierte Position der Konstrukteure.

Eine Chance gegen Perez hatte Ocon jedoch bisher noch nicht. 4:1 steht es für den Mexikaner bei den Qualifikationsduellen. Im Schnitt kam Perez knapp zwei Positionen vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Bei den Startpositionen ist der Unterschied noch etwas größer, da liegt Ocon gut zwei Plätze hinter Perez. Dennoch eine ordentliche Leistung des Rookies.

Toro Rosso: Sainz vs. Kvyat

Sainz ist im Rennen besonders stark - Foto: Sutton
Sainz Kvyat
Siege 0 0
Podium 0 0
Top-5 0 0
Punkte 17 4
WM-Pos. 10 15
Schnitt-Startplatz 12.2 12
Schnittplatzierung 8 10.5
Bester Startplatz 8 9
Bestes Ergebnis 7 9
Ausfälle 1 1
Qualiduell 2 3

Auf eine Runde ist der Unterschied zwischen Daniil Kvyat und Carlos Sainz Jr. relativ gering. Im Schnitt startete Sainz von Position 12,2, Kvyat von Platz 12. Auch im Qualifikationsduell liegt der russische F1-Pilot mit 3:2 vorne. Beim besten Startplatz hat Sainz mit einem achten Platz einen leichten Vorteil gegenüber Kvyats neunter Startposition.

Allerdings ist auch eher das Rennen die Domäne des spanischen Toro-Rosso-Piloten. Sainz gewann im Schnitt 4,2 Plätze im Rennverlauf, Kvyat nur 1,7. Deshalb hat Sainz in der WM auch 13 Punkte mehr sammeln können als sein Teamkollege. Der erneute Aufstieg ins Red-Bull-Cockpit wird für Kvyat also immer unwahrscheinlicher.

Williams: Massa vs. Stroll

Stroll hat in den ersten fünf Rennen enttäuscht - Foto: Sutton
Massa Stroll
Top-10 3 0
Punkte 18 0
WM-Pos. 9 17
Schnitt-Startplatz 7.2 14.2
Schnittplatzierung 9.6 13.5
Bester Startplatz 6 10
Bestes Ergebnis 6 11
Ausfälle 0 3
Qualiduell 5 0

Der zurückgekehrte Frührentner Felipe Massa hat keine Mühe Lance Stroll hinter sich zu halten. Der als absolutes Talent gehandelte Rookie hat bisher noch nicht überzeugen können. Im Qualifikationsduell steht es klar 5:0 für Felipe Massa und bei WM-Punkten steht es 18:0. Nur zweimal schaffte es Stroll überhaupt ins Ziel. Zweimal waren Kollisionen Schuld am frühen Aus des Kanadiers. Erfahrung sammeln sieht anders aus.

Am größten ist der Unterschied der beiden Williams-Piloten bei den Startplätzen. Unfassbare sieben Positionen ging der Brasilianer im Schnitt vor seinem Teamkollegen ins Rennen. Dabei hat Valtteri Bottas im letzten Jahr Massa gezeigt, wo der Hammer hing. Wenn also Stroll nicht einmal Chancen gegen einen Fahrer hat, der bereits seine Karriere beendet hatte, wie soll er sich gegen einen starken Fahrer schlagen? Da muss von Stroll noch mehr kommen.

Renault: Hülkenberg vs. Palmer

Palmer fährt Hülkenberg nur hinterher - Foto: Sutton
Hülkenberg Palmer
Top-10 3 0
Punkte 14 0
WM-Pos. 11 20
Schnitt-Startplatz 9.2 16.4
Schnittplatzierung 9.2 13.67
Bester Startplatz 7 10
Bestes Ergebnis 6 13
Ausfälle 0 2
Qualiduell 5 0

Sehr klar fällt auch das Teamduell zwischen Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer aus. Mit einem 5:0 im Qualifikationsduell und einer um knapp 4,5 Positionen besseren Zielstatistik ist Hülkenberg der klar bessere Fahrer. Während der Deutsche schon 14 Zähler auf dem Konto hat, steht Palmer noch ohne WM-Punkt da. Ein zweiter guter Fahrer würde Renault für die Konstrukteurswertung gut tun.

Bei den Startpositionen fällt der Unterschied zwischen dem "Hulk" und seinem Teamkollegen noch deutlicher aus. Über sieben Positionen besser startete Hülkenberg in den ersten fünf Rennen der Saison. Nur einmal war er nicht im Q3, Palmer schaffte es hingegen nur einmal in den letzten Abschnitt und konnte dann den guten Startplatz im Rennen nicht umsetzen. Dabei sollte Palmer mittlerweile über genug F1-Erfahrung verfügen, um auch mal Punkte zu holen.

Haas: Grosjean vs. Magnussen

Grosjean hadert noch mit dem Auto - Foto: Sutton
Grosjean Magnussen
Top-10 2 1
Punkte 5 4
WM-Pos. 12 14
Schnitt-Startplatz 13.4 14.6
Schnittplatzierung 9.67 11.67
Bester Startplatz 6 11
Bestes Ergebnis 8 8
Ausfälle 2 2
Qualiduell 2 3

Bei Haas sprechen die Statistiken keine eindeutige Sprache. Im Qualifikationsduell führt Kevin Magnussen zwar 3:2 gegen Romain Grosjean, doch die Schnitt-Startplatzierung sagt etwas anderes. Mit einem durchschnittlichen Startplatz von 13,4 startete der Franzose 1,2 Plätze vor dem Dänen.

Im Hinblick auf das Qualifikationsduell ist aber auch anzumerken, dass Grosjean gleich zweimal Pech hatte und gelbe Flaggen seine letzte Runde im Q1 beeinträchtigten, weshalb gleich zwei seiner drei schlechteren Startpositionen zustande kamen. Die Durchschnittsplatzierung im Rennen zeigt wieder, wie deutlich Grosjean seinem Teamkollegen überlegen ist. Gleich zwei Plätze ist der Franzose im Schnitt vor Magnussen angekommen.

Sauber: Wehrlein vs. Ericsson

Wehrlein ist der stärkere Sauber-Pilot - Foto: Sutton
Wehrlein Ericsson
Top-10 1 0
Punkte 4 0
WM-Pos. 13 16
Schnitt-Startplatz 15 16.2
Schnittplatzierung 11.67 13.67
Bester Startplatz 13 14
Bestes Ergebnis 8 11
Ausfälle 0 2
Qualiduell 3 0

Im Sauber-Duell hat der unerfahrenere Pilot den Vorteil. Nach einer Saison im Manor zeigt Wehrlein seinem Teamkollegen ziemlich deutlich, wo der Hammer hängt. Dazu kommt sogar noch, dass Ericsson mit dem aktuellen Auto mehr Erfahrung sammeln konnte, da Wehrlein nach einem Unfall beim Race of Champions die ersten beiden Rennen aussetzen musste. Dennoch war es Wehrlein, der beim Spanien GP die ersten Saisonpunkte für Sauber einfuhr.

Im Qualifikationsduell steht es klar 3:0 für Wehrlein und im Schnitt kam der Deutsche zwei Positionen vor seinem Teamkollegen an. Wer beim Schweizer Team der stärkere Fahrer ist, sollte spätestens nach dem achten Platz in Barcelona, den Wehrlein trotz Strafe einfuhr, klar sein.

McLaren: Alonso vs. Vandoorne

Alonso ist in der Form seines Lebens - Foto: Sutton
Alonso Vandoorne
Top-10 0 0
Punkte 0 0
WM-Pos. 18 21
Schnitt-Startplatz 12.4 18.2
Schnittplatzierung 13 13.5
Bester Startplatz 7 15
Bestes Ergebnis 12 13
Ausfälle 3 3
Qualiduell 5 0

Das teaminterne Duell zwischen Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne ist so klar wie es nur sein kann. Einzig beim besten Ergebnis sieht es halbwegs eng aus, denn da hat Vandoorne einen 13. Platz vorzuweisen, Alonso nur eine 12. Position. Allerdings musste der Spanier bereits mehrere Rennen in den Punkten liegend vorzeitig beenden, weil das Auto nicht hielt. Besonders eklatant ist der Unterschied beim Schnittstartplatz und bestem Startplatz. Da liegt Alonso 5,8 beziehungsweise satte 8 Positionen vor seinem Teamkollegen.

Allerdings ist es nicht allzu ungewöhnlich, dass Alonso seinem Teamkollegen so deutlich überlegen ist. Immerhin ist er zweimaliger Weltmeister und ist eigenen Angaben zu Folge in der Form seines Lebens. Dagegen ist Vandoorne ein absoluter Rookie. Zwar zeigte der Belgier im vergangenen Jahr in Bahrain ein starkes Rennen, doch die aktuelle Situation ist für Vandoorne alles andere als einfach.


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