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Formel 1 - WM-History: Viele Siege, aber kein Titel

Die erfolgreichsten WM-Zweiten der F1-Geschichte

Die meisten Saisonsiege sind noch lange keine Garantie, um auch Weltmeister zu werden - das mussten schon einige Piloten feststellen.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg ist der Mann der bisherigen Formel-1-Saison. Der Mercedes-Pilot entschied bislang neun der 17 Rennen (52,94%) für sich und ist damit statistisch gesehen bereits so gut wie Weltmeister, denn noch jeder Fahrer, der in der langen Geschichte der Formel 1 so viele Rennen gewann, setzte sich am Ende die Krone auf. Doch die Sache hat einen Haken: Weil diesmal 21 Rennen - so viele wie noch nie - im Kalender stehen, könnte es passieren, dass Rosberg trotz momentan 33 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton am Ende leer ausgeht.

Motorsport-Magazin.com blättert in den Geschichtsbüchern der Formel 1 und verrät, welche Fahrer in einer Saison am meisten Rennen gewannen, ohne Weltmeister zu werden.

Alain Prost, 1984: 7/16 Siege - 43,75%

Niki Lauda und Alain Prost wurden 1984 durch einen halben Punkt getrennt - Foto: Sutton

Dass Alain Prost "nur" vierfacher und nicht fünffacher Weltmeister ist, ist der knappsten Entscheidung der Formel-1-Geschichte geschuldet. Prost musste sich 1984 seinem McLaren-Teamkollegen Niki Lauda um gerade einmal einen halben Punkt geschlagen geben. Zwar gewann der Franzose fünf Rennen und damit zwei mehr als Lauda, doch der Österreicher war über die gesamte Saison konstanter und schaffte öfter als Prost den Sprung auf das Podium, was den Ausschlag zu seinen Gunsten gab.

Alain Prost, 1988: 7/16 Siege - 43,75%

Alain Prost holte 1988 die meisten Punkte, wurde aber trotzdem nicht Weltmeister - Foto: Sutton

Vier Jahre später - Prost hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Mal den Titel gewonnen - musste sich der Franzose erneut knapp seinem Teamkollegen geschlagen. Dieser hieß nun Ayrton Senna krönte sich 1988 zum ersten Mal zum Champion. Zwar holte Prost insgesamt 105 Punkte (sieben Siege), während Senna lediglich 94 Zähler (acht Siege) sammelte, da aber nur die elf besten Resultate in die Fahrerwertung einflossen, hatte der Brasilianer um drei Punkte die Nase vorn.

Kimi Räikkönen, 2005: 7/19 Siege - 36,84%

Kimi Räikkönen gewann 2005 sieben Rennen - Foto: Sutton

Kimi Räikkönen absolvierte 2005 seine bis dato beste Saison. Der McLaren-Pilot gewann sieben Rennen und stand insgesamt zwölf Mal auf dem Podium, zum ganz großen Wurf reichte es aber noch nicht. Dagegen hatte Fernando Alonso etwas einzuwenden, der sich in Diensten von Renault zum ersten Mal zum Champion krönte.

Michael Schumacher, 2006: 7/18 Siege - 38,89%

Michael Schumacher feierte beim China GP 2006 seinen letzten Sieg - Foto: Sutton

Alonso wurde nicht nur 2005, sondern auch 2006 Weltmeister. Diesmal hieß der Gegner des Spaniers Michael Schumacher, der sich in der letzten Saison vor seinem ersten Rücktritt befand. Schumacher gewann für Ferrari sieben Rennen, zog in der Endabrechnung gegen Alonso aber dennoch um 13 Punkte den Kürzeren. Seinen 91. und letzten Karrieresieg feierte der Rekordweltmeister am 1. Oktober 2006 beim Großen Preis von China.

Nigel Mansell, 1987: 6/16 Siege - 37,50%

Nigel Mansell musste sich 1987 seinem Williams-Teamkollegen Nelson Piquet geschlagen geben - Foto: Sutton

Williams war 1987 das alles dominierende Team, wovon die Plätze eins und zwei von Nelson Piquet und Nigel Mansell in der Fahrerwertung zeugten. Der Brasilianer gewann zwar nur drei Saisonrennen, während Mansell sechs Mal triumphierte, doch sieben weitere Podiumsplätze ließen ihn in der Gesamtwertung um zwölf Punkte besser als seinen Teamkollegen abschneiden. Mansell musste noch fünf weitere Jahre warten, bis er endlich zu Titelehren kam.

Ayrton Senna, 1989: 6/16 Siege - 37,50%

Die legendäre Kollision zwischen Alain Prost und Ayrton Senna 1989 in Suzuka - Foto: Sutton

1989 eskalierte das Duell zwischen Ayrton Senna und Alain Prost. Beim Japan GP kollidierten die beiden McLaren-Teamkollegen. Prost schied daraufhin aus, während Senna zwar weiterfahren konnte, aber nach dem Rennen disqualifiziert wurde. Dadurch stand Prost vorzeitig als Weltmeister fest, obwohl er nur vier Rennen und damit zwei weniger als Senna in dieser Saison gewonnen hatte.

Damon Hill, 1994: 6/16 Siege - 37,50%

Michael Schumacher rammte sich 1994 gegen Damon Hill zum Weltmeister - Foto: Sutton

Zur Eskalation kam es auch 1994 beim WM-Finale in Adelaide zwischen Michael Schumacher und Damon Hill. Schumacher lag vor dem letzten Saisonrennen einen Punkt voran. Nachdem der Benetton-Pilot die Mauern touchiert hatte, lenkte er seinen Wagen zurück auf die Strecke und kollidierte mit Damon Hill. Dabei wurden die Autos beider Piloten so schwer beschädigt, dass sie aufgeben mussten, was Schumacher seinen ersten Titel sicherte. Der Kerpener hatte in dieser Saison acht Rennen gewonnen, Hill deren sechs.

Michael Schumacher, 1998: 6/16 Siege - 37,50%

Michael Schumacher hatte 1998 gegen Mika Häkkinen das Nachsehen - Foto: Sutton

1998 war das Jahr des Mika Häkkinen. Der Finne krönte sich zum ersten Mal zum Weltmeister und bescherte McLaren den bis heute letzten Konstrukteurs-Titel. Häkkinens einziger Rivale in diesem Jahr war Michael Schumacher, doch sechs Siege des Ferrari-Piloten waren zu wenig, um in der Endabrechnung ganz vorn zu stehen. Häkkinen gewann acht Mal und schloss die Saison mit zwölf Punkten Vorsprung auf Schumacher ab.

Felipe Massa, 2008: 6/18 Siege - 33,33%

Zu diesem Zeitpunkt wähnte sich Felipe Massa als Weltmeister - Foto: Sutton

Felipe Massa war einer der beiden Hauptdarsteller des wohl dramatischsten Finales der WM-Geschichte. Der Brasilianer gewann sein Heimrennen in Sao Paulo - es war sein bis heute letzter Sieg - und wähnte sich für rund eine halbe Minute als Weltmeister, ehe Lewis Hamilton als Fünfter über die Ziellinie kam und ihm den sichergeglaubten Titel doch noch entriss. Hamilton hatte auf den letzten Drücker Timo Glock überholt, der mit Trockenreifen auf der nassen Strecke unterwegs war und den Briten ziehen lassen musste. Hamilton wurde mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister, obwohl Massa sechs Rennen und damit eines mehr als der McLaren-Pilot gewonnen hatte.

Nico Rosberg, 2015: 6/19 Siege - 31,58%

Nico Rosberg wurde 2015 von Lewis Hamilton ausgestochen - Foto: Sutton

Nico Rosberg kennt bereits das Gefühl, mit ziemlich vielen Rennsiegen nicht Weltmeister zu werden. 2015 gewann der Deutsche sechs Mal, war damit aber gegen seinen Mercedes-Stallgefährten Lewis Hamilton chancenlos - der Brite siegte zehn Mal und erzielte seinen dritten WM-Titel.

Die Piloten mit den meisten Saisonsiegen

Fahrer Team Saison Siege/Rennen Quote
Michael Schumacher Ferrari 2004 13/18 72,22%
Sebastian Vettel Red Bull 2013 13/19 68,42%
Michael Schumacher Ferrari 2002 11/17 64,71%
Sebastian Vettel Red Bull 2011 11/19 57,89%
Lewis Hamilton Mercedes 2014 11/19 57,89%
Lewis Hamilton Mercedes 2015 10/19 52,63%
Nigel Mansell Williams 1992 9/16 56,25%
Michael Schumacher Benetton 1995 9/17 52,94%
Michael Schumacher Ferrari 2000 9/17 52,94%
Michael Schumacher Ferrari 2001 9/17 52,94%
Nico Rosberg* Mercedes 2016 9/17 52,94%

*Stand nach dem Japan GP


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