Formel 1 - Sutil-Dreher: Deshalb kam kein Safety Car

Rosberg profitiert

Alle rechneten damit, dass nach Adrian Sutils Dreher das Safety Car kommen würde. Doch die FIA entschied sich dagegen und rettete Nico Rosberg den Rennsieg.
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Motorsport-Magazin.com - In Runde 48 stockte all jenen, die es mit Nico Rosberg auf dem Hockenheimring hielten, der Atem. Adrian Sutil hatte sich in der letzten Kurve gedreht und seinen Sauber-Boliden mitten auf der Start- und Zielgerade abgestellt. "Ich habe auf einen Schlag extrem viel Power bekommen, dann ist der Motor ausgegangen und das war es", erklärte der Deutsche gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Ich dachte schon: jetzt kommt auf jeden Fall das Safety Car
Nico Rosberg

Weil der Wagen in gefährlicher Position stand, rechnete nun alles mit dem Einsatz des Safety Cars, was Rosbergs komfortablen Vorsprung zunichte gemacht und plötzlich Lewis Hamilton, der sich gerade frische superweiche Reifen abgeholt hatte, zum Favoriten auf den Rennsieg erhoben hätte. "Ich wusste nicht, was das für Auswirkungen auf mich hat, aber ich wusste, dass es nicht gut ist", schilderte Rosberg. "Ich dachte schon: jetzt kommt auf jeden Fall das Safety Car."

Den gleichen Gedankengang hatte auch Hamilton. "Ich war ehrlich überrascht, dass es keine Safety-Car-Phase gab", wunderte sich der Brite. Bernd Mayländers Einsatz konnte aufgrund der mutigen Bemühungen der Streckenposten jedoch verhindert werden, die sich auf die Piste wagten und Sutils havarierten Sauber an die Boxenmauer schoben, womit Rosbergs Sieg praktisch in trockenen Tüchern war.

Sutils Wagen wurde geborgen - Foto: Sutton

Hamilton erinnert an Motorsporttragödie

Doch weshalb sah die Rennleitung davon ab, das Safety Car auf die Strecke zu schicken? "Wenn es nach dem alten Geist der FIA-Auslegung gegangen wäre, dann wäre ein Safety Car gekommen, aber Charlie [Whiting] lässt das Rennen mittlerweile laufen", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Tom Pryce verlor bei einem Zusammenstoß mit einem Streckenposten sein Leben - Foto: Sutton

Der Österreicher gab unumwunden zu, dass der Einsatz der Streckenposten gefährlich war, schränkte allerdings ein: "Aber Tatsache ist, die sehen ja wo die anderen sind. Wenn du siehst, dass kein Auto im Motodrom ist, kannst du auch über die Strecke gehen. So spektakuläre Bilder brauchen wir ja fürs Fernsehen."

Deutlich weniger entspannt als sein Chef sah Hamilton den Zwischenfall, da er sich an die Tragödie rund um Tom Pryce erinnert fühlte, der 1977 in Südafrika mit einem Marshall zusammenstieß - bei dem Unfall kamen sowohl Pryce als auch der Streckenposten ums Leben. "Ich habe mir sehr große Sorgen um die Marshalls gemacht", sagte Hamilton. "Man fährt mit viel Tempo um die Kurve und dann stehen die Marshalls nicht weit entfernt ", hob er warnend den Finger.

"Ich habe in einer Fahrschule in Bedford gearbeitet. Eines Tages kam ich zur Arbeit und es lief ständig dieses Video. Es war ein Video von einem Rennen, das viele Jahre zurücklag", erinnerte er sich. "Ein Auto stoppte auf der Strecke, der Marshall überquerte sie und wurde von einem Wagen getroffen. Das war das erste, woran ich gedacht habe."


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