Formel 1 - Blog - Funken statt Tröten

Es soll wieder funken

Der Tröten-Test von Barcelona war ein Fehlschlag. In Spielberg kommt der nächste Versuch: Diesmal geht es aber um die Augen, nicht um die Ohren.
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Motorsport-Magazin.com - Ein Funkenmeer überzieht Spielberg. Als die Turbo-Monster der ersten Formel-1-Ära die Wälder und Wiesen rund um Zeltweg unsicher machten, beschwerte sich niemand über die wenig Lärm oder zu geringes Spektakel. Im Jahr der F1-Rückkehr nach Österreich sieht das anders aus.

Über den Sound wurde bereits hinlänglich diskutiert, jetzt soll es in der Königsklasse endlich wieder funken. Allerdings nicht zwischen Red Bull und Mercedes - dieses Unterfangen erscheint im Vorhinein als vergebliche Liebesmühe.

Schon 1987 flogen in Spielberg die Fetzen, nein Funken - Foto: Sutton

Stattdessen sollen die Autos wieder Feuer und Flamme für die Zuschauer sein. Da in Zeiten der Spriteffizienz verbranntes Benzin verpönt ist, müssen eben die Unterböden herhalten. In Spielberg sollen im Freien Training am Freitag die Autos von Ferrari und Mercedes mit speziellen Titan-Skid-Blocks im Unterboden ausgestattet werden.

Der Wunsch der Verantwortlichen ist klar: Die Autos sollen wieder Funken hinter sich herziehen und die Zuschauer damit in ihren Bann ziehen. Damit der Plan aufgeht, muss jedoch die beste Position für die Titan-Beilagen gefunden werden. Auf diesem Weg sollen die Tests in Spielberg einen ersten Schritt darstellen. Es ist ja nicht so, dass die F1-Teams andere Probleme hätten - etwa die Einnahmenverteilung, Kostensenkungen oder Rennställe vor dem finanziellen Ruin...

Nein, dieser Silberpfeil braucht keine antiquierte Hörhilfe - er soll lauter klingen! - Foto: Sutton

Aber was soll's. Hoffentlich funktioniert dieser Versuch, die Show zu verbessern, einen Tick besser als der Tröten-Auspuff, den Mercedes bei den Testfahrten nach dem Spanien GP in Barcelona ausprobierte. Dieser war zwar einen Tick lauter, aber nicht ausreichend, um die Formel-1-Gemeinde in Ekstase zu versetzen - was als Ganzes aber an sich schon eine recht schwierige Aufgabe ist. Irgendjemand hat ja immer etwas zu meckern. Besonders hübsch anzusehen war der Prototyp-Auspuff obendrein nicht.

Der nächste Anlauf, die Lautstärke der Boliden anzuheben, soll übrigens schon beim Test nach dem Großbritannien Grand Prix in Silverstone stattfinden. Angeblich haben die Sound-Experten der FIA gemeinsam mit Ferrari eine neue Lösung entwickelt: ein Doppel-Auspuff mit einem zwischengelagerten Megaphon-Element. Mal schauen, ob es zwischen dieser Lösung und den Fans funkt.


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