Formel 1 - Interview - Federico Gastaldi: Auf Punkten aufbauen

Auf dem Boden geblieben

Federico Gastaldi ist überglücklich über die ersten Punkte. Warum er trotzdem nicht abheben will und warum er jede Wette in Monaco verweigert.

Motorsport-Magazin.com - Was bedeutet Monaco für dich und das Team?
Federico Gastaldi: Für mich und jeden im Team bedeutet das in erster Linie eine Woche mit viel Beschäftigung. Monaco ist so einzigartig und eigenständig; man muss einfach hier vor Ort sein, um das nachvollziehen zu können. Selbst nach 20 Jahren in diesem Business weiß ich nicht, ob ich Monaco wirklich verstehe! Die Strecke ist so eine Herausforderung für die Fahrer und Ingenieure und die Leitplanken stehen so dicht, dass sie selbst den kleinsten Fehler bestrafen. Der Zeitplan für das Wochenende ist anders. Keine Trainings am Freitag, also auch hier ist dieses Wochenende einzigartig. Die Menge an Events und Sponsorenaktivitäten ist eine Herausforderung, aber wir genießen das, denn wir wollen für unsere Partner eine überdurchschnittliche Leistung bringen, um ihnen das Gefühl zu geben, voll in dieses Event eingebunden zu sein.

Auf den Seitenkästen findet sich nun die Saxo Bank. Wie entwickelt sich diese Beziehung?
Federico Gastaldi: Ihr Name macht sich an dieser Stelle gut! Wir sind hocherfreut, unsere Partnerschaft mit der Saxo Bank auf dieses neue Level zu heben. Das Lotus Team und die Saxo Bank teilen dieselben Ansichten und denselben Firmenethos. Wir haben Freude daran, es mit den mehr etablierten Spielern in diesem Geschäft aufzunehmen, deshalb ist die Kulisse des Monaco-GP ein exzellenter Platz für ihre Marke, sich vor einem weltweiten Publikum zu präsentieren. Es ist kein Geheimnis, dass wir einen schwierigen Start in die Saison hatten, aber dieser zusätzliche Support von der Saxo Bank ist ein starker Schub für unsere Fortschritte.

Selbst nach 20 Jahren in diesem Business weiß ich nicht, ob ich Monaco wirklich verstehe!
Federico Gastaldi

Wie zufriedenstellend war es, die ersten Punkte für das Team in Spanien an Land zu ziehen?
Federico Gastaldi: Es war befriedigend, aber nichtsdestotrotz auch ein bisschen frustrierend, da wir wissen, dass es Potenzial für mehr gab. Aber für alle im Team, sei es an der Strecke oder in Enstone, war es eine großartige Belohnung für all die Mühe, die sie nach so einem schwierigen Start in die saison investiert haben.

Der Test nach dem Rennen sah ebenfalls sehr vielversprechend aus...
Federico Gastaldi: Ja, er war vielversprechend, weil wir sehe zuverlässig waren und in der Lage gewesen sind, einige gute Zeiten über viele Runden hinweg zu fahren. Es war gut für Charles Pic, ein bisschen Fahrzeit zu bekommen und er hat sich gut geschlagen. Auch für Pastor war es ein sehr ergiebiger Tag, indem er mehr als 100 Runden abspulen konnte und der E22 so funktioniert hat wie er soll. Wir werden nicht abheben, weil es nur zwei Testtage waren und wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, aber es war sehr motivierend für jeden, unser Auto so zuverlässig und schnell fahren zu sehen.

Hat das Team seine Ziele für 2014 geändert, jetzt wo endlich Punkte an Bord sind?
Federico Gastaldi: Nein. Wir sind das letzte Team im Fahrerlager, das sich jemals wegreißen lassen würde. Barcelona ist vorbei und wir schauen nur nach vorn. Unser einziges Ziel ist es, den Aufwärtstrend bei Performance und Zuverlässigkeit fortzusetzen und sicherzugehen, dass wir in der bestmöglichen Position sind, um Punkte einzufahren. Wir wollen dahin zurück wo wir 2012 und 2013 gewesen sind. Das bedeutet, ganz vorne mitzumischen. Wir sind sehr zufrieden, dass wir den fünften Platz über viele Runden in Barcelona halten konnten. Dort hätten wir auch zum Ende des Rennens hingehört, aber es hat nicht sollen sein. Aber es hilft uns, mit mehr Motivation und Ansporn zurück zu den Topteams vorzustoßen.

Die Autos sollten mit dem zusätzlichen Drehmoment dieses Jahr sehr spektakulär sein.
Federico Gastaldi

Hat dich die Arbeit von Charles Pic bei den Testfahrten beeindruckt?
Federico Gastaldi: Ja, das war beeindruckend. Charles hat sich sehr gut eingefügt und hat die nötige Performance gebracht. Wir haben das erwartet, schließlich bringt er die Erfahrung aus zwei Jahren als Stammfahrer mit und er genießt es, mit den Ingenieuren durch verschiedene Programme zu gehen. Charles ist sehr zielstrebig und konzentriert. Das bedeutet, dass egal wann wir ihn zur Pflicht rufen, er sofort in diesen Modus schaltet. Er ist ein großartiger und engagiertes Mitglied des Lotus F1 Teams.

Wenn du einen Jeton im Monaco Casino hättest, wo würdest du ihn im Hinblick auf das Resultat am Sonntag platzieren?
Federico Gastaldi: Ich bin niemand, der gerne wettet und ich habe genug Monaco-GPs erlebt, um zu wissen, dass hier alles passieren kann. Und normalerweise geschehen hier auch die unglaublichsten Sachen. Die Autos sollten mit dem zusätzlichen Drehmoment dieses Jahr sehr spektakulär sein und es wird leicht für die Fahrer sein, Fehler zu machen. Das könnte uns beißen oder uns helfen, denn Überholen ist hier so schwer. Wir sind vorsichtig optimistisch, unser Punktekonto am nächsten Wochenende weiter aufzustocken, aber ich muss eine Wette bei dieser Gelegenheit leider ablehnen.


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