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Formel 1 - Technik-Trends im Reich der Mitte

Nasen-OP am Mercedes

In China standen kleinere Verbesserungen auf dem Programm, bevor es zur Update-Schlacht in Europa kommt. Motorsport-Magazin.com zeigt die Neuheiten.
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Motorsport-Magazin.com - Besonders viel haben sich die Technik-Experten für den Großen Preis von China nicht versprochen. Gut eine Woche nach dem letzten Bahrain-Test stand schon das Freie Training im Reich der Mitte an. Wenig Zeit also, um Quantensprünge zu machen, zumal die Pause bis zum nächsten Rennen in Spanien drei Wochen beträgt. Zum Europa-Auftakt bringen die Teams traditionell die größten Updates mit. Trotzdem gab es auch am vergangenen Wochenende interessante Neuheiten. Motorsport-Magazin.com erklärt welche.

Mercedes kürzt Nase

Direkter Vergleich: Oben neu, unten alt - Foto: Sutton

Die interessanteste Neuerung brachte Mercedes mit nach China. Auf den ersten Blick fällt die Änderung aber gar nicht auf - und das, obwohl sie gar nicht so klein ist. Die Silberpfeile kürtzten die Fahrzeugnase um einige Zentimeter, so dass sie jetzt erst nach dem Frontflügel beginnt.

Der Vorteil ist klar: Mehr Luft gelangt unter das Fahrzeug, die Anströmung des Unterbodens wird besser. Die Folge: Es wird mehr effizienter Abtrieb über den Diffusor generiert. Die größte Herausforderung für die Ingenieure war dabei der Crashtest. Trotz kürzerer Nase müssen die gleichen Verzögerungswerte erzielt werden.

Williams macht Rolle rückwärts

Schon bei den Testfahrten zeigte Williams dieses Layout - Foto: Sutton

Der Williams funktionierte erstmals auch bei nassen Bedingungen. Nachdem Felipe Massa und Valtteri Bottas in den verregneten Qualifyings in Australien und Malaysia regelrecht absoffen, konnten sich die beiden Williams-Piloten bei ähnlichen Bedingungen auf den Plätzen sechs und sieben qualifizieren. Eine Folge der Updates, wie man sich beim Traditionsrennstall einig war.

Dabei gab es am FW36 gar nichts wirklich Neues zu sehen, zumindest nicht von außen. Doch die Heckpartie war trotzdem anders - aber eben nicht neu. Die Williams-Ingenieure entschieden sich wieder für die alte Motorabdeckung, die bereits bei den Testfahrten zum Einsatz gekommen war.

Im Renneinsatz und damit im neuen Martini-Design, war das Williams-Heck so noch nicht zu sehen. Die Motorabdeckung ist wieder deutlich kürzer, der Auspuff tritt früher aus und liegt fast komplett im Freien. Stilistisch ein Volltreffer.

Ferrari bringt Radnabe im Renneinsatz

Bereits in Bahrain zeigte Ferrari die neue Technik - Foto: Sutton

Ferrari teste bereits bei den Testfahrten in Bahrain eine Technik, die zuvor schon Williams und Red Bull ausprobiert hatten. In China kamen die neuen Teile zum Einsatz. Über die Bremsbelüftung an der Vorderachse wird mehr Luft eingesaugt, als für die Kühlung der Bremsen nötig ist. Die überschüssige Luft wird über ein Röhrchen durch die Radnabe geleitet und an der Außenseite wieder ausgeblasen. Die Umströmung des Vorderreifens soll so besser sein.

Doch das soll nicht der einzige Grund dafür gewesen sein, wieso Fernando Alonso den Ferrari plötzlich auf Platz drei stellte. Shell soll ein neues Rennbenzin mit nach China gebracht haben, dass die Leistung des Ferrari Motors steigerte. Dr. Helmut Marko kündigte bereits an, an dieser Front nachziehen zu wollen. "Wir hoffen auch, bald Benzin zu bekommen, das leistungssteigernd ist."

Caterham experimentierfreudig

Ein schöner Rücken kann auch entzücken - Foto: Sutton

Auch bei den kleinen Teams tut sich etwas. So brachte Caterham bereits die dritte Heck-Version in diesem Jahr. Die Baustelle des CT05 ist die Befestigung des Heckflügels. Mal wachsen zwei Streben aus dem Getriebegehäuse nach oben, mal eine einzelne, mal gar keine. Bei der neuesten Variante orientierten sich die Ingenieure in Leafield an der Lösung ihrer Kollegen aus Woking.

Eine einzelne Strebe, die sich in zwei Teilt und oval um den Auspuff herumführt, verbindet nun Heckflügel mit Getriebegehäuse. Unmittelbar über dem Auspuff, wo sich das Oval wieder zu einer einzelnen Strebe vereint, ist zudem ein Monkey-Seat angebracht.


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