Formel 1 - Warum wird Bahrain zum Nachtrennen?

Zum Jubiläum wurden keine Kosten gescheut

Flutlicht statt sengender Wüstenhitze. Geld spielt im Nahen Osten keine Rolle. Motorsport-Magazin.com beantwortet die wichtigsten Fragen zum Nachtrennen:
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Warum findet in Bahrain ein Nachtrennen statt?

Der Bahrain Grand Prix findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Um diesen Meilenstein gebührend zu feiern, haben sich die Streckenbetreiber dazu entschlossen, eine 495 Masten umfassende Flutlichtanlage zu installieren. "Ich glaube, es gibt keine bessere Art und Weise, um dieses Jubiläum in der Formel 1 zu feiern, als unser langfristiges Engagement mit dieser signifikanten Investition zu demonstrieren", sagte Streckenchef Sheikh Salman bin Isa Al-Khalifa.

So sieht Bahrain ausgeleuchtet aus - Foto: Sutton

Bahrain verzichtete dafür sogar auf den Saisonauftakt, den FIA und FOM von Melbourne in den Wüstenstaat verlegen wollten. Beim WEC-Rennen im November war die Anlage zum ersten Mal im Einsatz, seit Februar ist sie komplett fertiggestellt. Neben den Flutlichtmasten soll eine Licht-Show auf den Tribünen für besondere Stimmung sorgen. Druck von der FIA auf ein Verschiebung des Rennens in die Abendstunden gab es nicht, denn Bahrain ist gegenüber Mitteleuropäischer Zeit nur eine Stunde voraus.

Wie sieht der Zeitplan für das Wochenende aus?

Das 1. Freie Training beginnt um 14 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) ohne Flutlicht. Als Nacht-Sessions geplant sind das 2. Training, das Qualifying und das Rennen, deren Start um 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ) erfolgt. Die einzelnen Sessions wurden im Vergleich zum Vorjahr um vier bzw. drei Stunden nach hinten verlegt, da bislang die Qualifikation am Samstag eine Stunde früher als das Rennen am Sonntag gefahren wurde.

Was verändert sich im Vergleich zu den Bahrain-Rennen bei Tag?

Die Temperatur zu Beginn des Rennens sollte noch bemerkenswert hoch sein. Doch sobald die Sonne untergeht, fällt sie rapide.
Paul Hembery

Statt strahlendem Sonnenschein gibt es am Sonntag in Bahrain den klaren Nachthimmel zu bewundern. Das sorgt vor allem für massive Temperaturunterschiede des Asphalts. "Die Temperatur zu Beginn des Rennens sollte noch bemerkenswert hoch sein. Doch sobald die Sonne untergeht, fällt sie rapide", erklärte Paul Hembery, der Schwankungen um bis zu 15 Grad Celsius befürchtet. "Mit diesem sehr großen Temperaturfenster zurechtzukommen, um das Beste aus den Reifen herauszuholen, wird im Verlauf des Wochenendes für die Teams die größte Herausforderung darstellen."

Romain Grosjean, zuletzt in Bahrain zweimal auf dem Podium, ist noch vorsichtig mit Prognosen: "Wir müssen erst abwarten, wie sich das auf Grip und Reifenabbau auswirkt. Ich weiß nicht, ob es einen Einfluss auf die Resultate haben wird." Das Flutlicht selbst stellt für die Fahrer hingegen keine Herausforderung mehr dar. Nach vielen Rennen in Singapur und Abu Dhabi können die Piloten auf ihre Erfahrungswerte bezüglich Visierwahl zurückgreifen.

Gibt es in der F1 Pläne für weitere Nachtrennen?

Nach Singapur und Abu Dhabi ist Bahrain das dritte Rennen, bei dem Flutlicht zum Einsatz kommt. Bernie Ecclestone machte in der Vergangenheit bei weiteren Veranstaltern Druck, ein Nachtrennen auszutragen. Mit Hinblick auf die Beginnzeiten, die immer noch nach dem europäischen Fernsehpublikum ausgelegt sind, geschah dies vor allem im fernen Osten. In Sepang überlegte man bereits mehrfach eine Flutlicht-Anlage zu bauen, Melbourne wurde ebenfalls dazu gedrängt. Aufgrund der hohen Kosten entschied man sich aber auf beiden Strecken dagegen. Auch in Suzuka wurde einst ein Nachtrennen angedacht, doch seit der Wirtschaftskrise fehlt den Japanern das Geld für derartige Projekte.


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