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Formel 1 - Australien GP - Vorschau: Team für Team

Red Bull nicht abgeschrieben

Vor dem Saisonauftakt in Melbourne analysiert Motorsport-Magazin.com alle Teams im Kompakt-Check.
von

Red Bull

Dunkle Wolken über der Weltmeister-Truppe - Foto: Red Bull

Krise lautet die Devise. Magere 320 Runden drehte die Weltmeistertruppe an zwölf Testtagen. Immer wieder wurde es der Renault-Power-Unit im Heck zu heiß - oder die Elektronik streikte. War ein Problem behoben, tauchte umgehend das nächste auf. Doch wenn der RB10 fuhr, war er brutal schnell - glaubt man der Konkurrenz. Button berichtete von enormer Kurvenspeed der Konkurrenz. Dass die Rundenzeiten noch nicht perfekt waren, liegt wohl größtenteils an der Motor-Power. "Da wissen wir, dass wir noch nicht bei voller Leistung sind", so Vettel gegenüber Motorsport-Magazin.com. Abschreiben darf man Red Bull für Melbourne aber noch nicht: Für den Saisonauftakt versprach Vettel ein gänzlich neues Innenleben des RB10.

Auto - Note: gut

Zuverlässigkeit - Note: mangelhaft

Mercedes

Zu schnell für die Kameras? - Foto: Sutton

Testkönig Mercedes. 975 Runden - und damit mehr als alle anderen - haben Nico Rosberg und Lewis Hamilton bei den Tests in Jerez und in Bahrain gedreht. Dabei war der Werks-Silberpfeil auch noch richtig schnell. Mit 23, respektive 27 Tausendstel Rückstand auf Felipe Massa reihten sie sich auf Platz zwei und drei ein. Mercedes geht somit für viele als Top-Favorit ins Rennen. Aber: Zwar drehte Mercedes viele Runden, ganz frei von Defekten blieb die Mannschaft von Toto Wolff aber nicht. An den letzten beiden Tagen musste einmal der Motor, einmal das Getriebe gewechselt werden.

Auto - Note: gut

Zuverlässigkeit - Note: gut

Ferrari

Ferrari ist die graue Maus im Starterfeld - Foto: Sutton

Hat Ferrari schon alles gezeigt? Falls ja, dürfte es schwierig werden, um den Sieg zu kämpfen. Zwar erwies sich der F14 T als solides Gefährt, in Spitzenregionen des Zeitentableaus konnten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen damit aber noch nicht vordringen. Knapp eine Sekunde fehlte Alonso auf die Bestzeit seines ehemaligen Teamkollegen. "Mercedes und Williams scheinen in guter Verfassung zu sein", machte Teamchef Stefano Domenicali die Hauptkonkurrenten schnell aus. Abschreiben sollte man die Scuderia trotzdem nicht: Gerade mit dem Fahrer-Duo Alonso/Räikkönen dürfte auf einem Stadtkurs alles möglich sein.

Auto - Note: befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: gut

Lotus

Der Lotus bei einer seltenen Ausfahrt - Foto: Sutton

Lotus startete erst spät in die Saison (die Testfahrten in Jerez wurden ausgelassen, angeblich aufgrund von Problemen mit dem Crash-Test ). Wie alle Renault-befeuerten Teams litt das Team unter dem Motor. Pastor Maldonado brachte es nur auf 147 Runden, sein Teamkollege Romain Grosjean gar nur auf 91. Der Lotus stand mehr, als dass er fuhr, zwischenzeitlich verlor Grosjean in der Box sogar die Beherrschung. In Australien droht eine Blamage: Der Lotus ist nicht nur nicht zuverlässig, sondern auch nicht schnell genug, wenn er denn einmal fährt.

Auto - Note: gut bis befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: nicht genügend

McLaren

McLaren hat noch Luft nach oben, könnte in Australien aber für eine Überraschung an der Spitze sorgen - Foto: Sutton

McLaren entpuppte sich während der Testfahrten als Team für den erweiterten Favoritenkreis zu Saisonbeginn. 4.153 km sammelten Jenson Button und Kevin Magnussen und waren somit viertfleißigstes Duo. In Sachen Geschwindigkeit zeigten die Chrompfeile sowohl bei Longruns als auch auf eine Runde großes Potential, obwohl zu Konkurrent Mercedes doch eine kleine Lücke zu klaffen scheint. Drei Tagesbestzeiten - davon zwei für den beeindruckenden Rookie Magnussen - zeigen jedoch den deutlichen Fortschritt gegenüber der Katstrophensaison 2013. Mit 'Sieggarant' Ron Dennis am Ruder dürften die Weichen nicht nur in Melbourne Richtung Spitze gestellt sein. Ein Podium zum Auftakt wäre sicher nicht unrealistisch.

Auto - Note: befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: gut

Force India

In Bahrain zeigte sich: Nico Hülkenberg ist ein starker Raucher - Foto: Sutton

Wie alle Teams, die die effiziente Mercedes-Power Unit nutzen, war Force India einigermaßen zuverlässig. Sergio Perez wurde drei Mal zum Fußgänger, Nico Hülkenberg zwei Mal. Schnell war der Force India unbestreitbar: Perez war an zwei Testtagen Schnellster, Hülkenberg drehte ein Mal die absolut schnellste Zeit. Das selbstgesetzte Ziel, das erste Podium einzufahren, scheint nicht außer Reichweite zu sein.

Auto - Note: gut bis befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: gut

Sauber

Feuer und Flamme für die neuen Turbos: Adrian Sutil im Sauber - Foto: Sutton

Sauber zog zum Beginn der Winter-Tests alle Augen auf sich. Adrian Sutil flog mit dem neuen Renner in Jerez gleich zwei Mal ab. Bis Bahrain hatte er sich zwar noch nicht völlig mit dem Brake-by-Wire-System angefreundet, doch der Aufwärtstrend war klar erkennbar, auch wenn ein Tag in Bahrain komplett ohne gezeitete Runde verging. Sauber war in den letzten Tagen in Bahrain konstant, aber immer um einige Sekunden hinter der Spitze zurück.

Auto - Note: befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: sehr gut bis gut

Toro Rosso

 Das Schnabeltier zeigte sich bislang nicht besonders ausdauernd. copy=

In der Kilometerbilanz aller Testfahrten liegt Toro Rosso nur auf Rang acht - immerhin vor Schwesterteam Red Bull. Allerdings plagte sich das Team genauso wie die A-Mannschaft mit der Renault-Antriebseinheit. Hinzukamen Probleme mit der Elektrik und der Software. Laut Teamchef Franz Tost handelt es sich aber hauptsächlich um Kommunikationsprobleme der Systeme. "Wir werden diese 'Sprachlosigkeit' lösen und dann garantiere ich, dass wir in drei Wochen eine fantastische Power Unit haben", versicherte er der offiziellen Webseite der Formel 1. Immerhin bereitet das Thema Kühlung weniger Probleme als bei der großen Schwester.

Auto - Note: gut

Zuverlässigkeit - Note: ausreichend

Williams

Mit neuem Auto und neuer Martini-Lackierung will Williams an alte Erfolge anknüpfen - Foto: Williams

Gäbe es die Aufgabe, Williams' Rolle beim Saisonauftakt in Melbourne mit einem Wort zu beschreiben, wäre es mit Sicherheit Geheimfavorit. Nach der Katastrophensaison 2013 kehrte der britische Traditionsrennstall mit neuem Motorenlieferant Mercedes, neuem Personal und neuer Struktur zu den Testfahrten zurück und überzeugte auf Anhieb. Mit 4.893 spulten Felipe Massa und Valtteri Bottas die zweitmeisten Testkilometer ab. Felipe Massa gelangen zudem zwei Tagesbestzeiten, den beiden Piloten insgesamt schnelle Zeiten bei Longruns und auch auf eine Runde. In Sachen Zuverlässigkeit zeigte sich Williams als außerordentlich stark und sollte deshalb in Melbourne hinter Mercedes Platz zwei in der Favoritenliste einnehmen.

Auto - Note: gut

Zuverlässigkeit - Note: sehr gut

Marussia

Diese Ansicht wird die Konkurrenz wohl wieder zu sehen bekommen - beim Überrunden - Foto: Sutton

Zwar nicht das Schlusslicht der Testfahrten, aber dennoch weit hinten, konnte Marussia bislang nicht unter Beweis stellen, dass eifrig an der Zuverlässigkeit gearbeitet wurde. Ob Schwierigkeiten mit der neuen Power Unit, Probleme bei der IT-Konfiguration, ein Trojaner-artiger Virus, Defekte beim Benzin-System oder Ausfälle im elektrischen System - Marussia hat so ziemlich alles durch. Zeitraubende Reparaturen waren die Folge. Immerhin ist der Bolide keine so krasse optische Zumutung wie es bei manch einem Konkurrent der Fall ist.

Auto - Note: befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: mangelhaft

Caterham

Im Reich der Schatten: Caterham war unauffällig, doch zuverlässig - Foto: Sutton

Unter den Renault-Teams war Caterham bei den Wintertests der Klasse-Primus. Kein anderes Team spulte so viele Runden und Kilometer wie die "Grünen" ab, worauf das kleine Team extrem stolz ist. Dieses Jahr soll endlich der erste Punkt gewonnen werden. In puncto Zuverlässigkeit ist dieses Ziel nicht zu hoch gesteckt, in puncto Speed scheint es utopisch: Kamui Kobayashi und Marcus Ericcson krebsten im Durchschnitt um vier Sekunden hinter dem Schnellsten her.

Auto - Note: befriedigend

Zuverlässigkeit - Note: gut


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