Formel 1 - Rennen in Europa: Wer erhält den Zuschlag?

Viele Fragezeichen

Im Kalender für 2013 scheint ein Rennen in Europa auf, dessen Austragungsort noch offen ist. Motorsport-Magazin.com analysiert die möglichen Strecken.
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Motorsport-Magazin.com - Der Rennkalender für die Saison 2013 wurde von der FIA mittlerweile abgesegnet, allerdings ist noch offen, wo das für den 21. Juli anberaumte Rennen stattfinden wird. Bisher steht lediglich fest, dass an diesem Datum ein Grand Prix in Europa abgehalten werden soll, da New Jersey auf 2014 verschoben wurde. Nun brodelt die Gerüchteküche, wer den Zuschlag für dieses vakante Rennen erhält. Motorsport-Magazin.com versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und beleuchtet die möglichen Austragungsorte.

Türkei: Istanbul Park Circuit
Die Türkei galt bisher als heißester Anwärter auf den Grand Prix am 21. Juli. Die Formel 1 fuhr bis zum Vorjahr auf der nahe Istanbul gelegenen Strecke und nun schien alles für eine Rückkehr angerichtet zu sein und Verhandlungen mit Bernie Ecclestone liefen bereits. Während der türkische Automobilverband bestrebt ist, die Königsklasse wieder an den Bosporus zu lotsen, macht die Regierung diesem Vorhaben aber offenbar einen Strich durch die Rechnung.

Kehrt das Otodrom zurück? - Foto: Sutton

"Wenn der private Sektor will, kann er die Formel 1 hierherbringen. Aber es steht außer Frage, dass wir die Kosten der Rechte tragen, die einem privaten Unternehmen zur Austragung der Formel 1 aufgestellt wurden", erklärte Sportminister Suat Kilic am Donnerstag. Damit rückt eine Wiederbelebung des Türkei GP in weite Ferne, da Garantiezusagen auf Regierungsebene nötig seien, um ein Rennen zu realisieren.

Frankreich: Magny Cours und Paul Ricard
Die Formel 1 gastierte bis 2008 in der Grande Nation und sowohl Magny Cours als auch der Circuit Paul Ricard würden sie gerne wieder begrüßen. Im Frühling standen die Zeichen für eine Rückehr noch durchaus gut, doch die Präsidentschaftswahlen hatten einen Machtwechsel zur Folge und die neue Regierung sprach sich mehrfach dagegen aus, Haftungen zu übernehmen. Alain Prost verhandelte bis zuletzt über ein Rennen in Frankreich, hat die Hoffnungen mittlerweile jedoch aufgegeben.

Für 2013 ist es unmöglich. Die Zeit ist um
Alain Prost

Laut dem ehemaligen Weltmeister hätten Magny Cours und Paul Ricard die Deadline verpasst, um den französischen Automobilsport-Verband FFSA zu kontaktieren, damit der beim Weltverband FIA eine Änderung des Kalenders für 2013 beantragt. "Für 2013 ist es unmöglich. Die Zeit ist um. Wir werden sehen, was wir für 2014 tun können. Für 2013 ist es nun technisch unmöglich geworden", sagte Prost. Dem widersprach allerdings Stephane Clair, der Streckenchef von Paul Ricard. Laut ihm gebe es keine Deadline und die Zusage für einen Grand Prix könne auch noch im Dezember erfolgen.

Spanien: Valencia Street Cicuit
Fünf Jahre lang drehte die Formel 1 im Hafen von Valencia ihre Runden, doch mit der Wirtschaftskrise kam auch der Abschied, da sich Spanien zwei Saisonrennen nicht mehr leisten kann, fortan sollen sich daher Valencia und Barcelona den Grand Prix teilen. Derzeit wird daran gearbeitet, dass die beiden spanischen Metropolen auch tatsächlich alternierend im Kalender aufscheinen, doch dass die Formel 1 schon 2013 wieder nach Valencia kommt und die Hafenstadt als Lückenfüller einspringt - im nächsten Jahr ist ein Rennen in Barcelona geplant - ist als unwahrscheinlich anzusehen. Gleiches gilt für ein Rennen auf einer anderen spanischen Strecke wie Jerez, wo die Formel 1 ihre Zelte in der Regel zu Testzwecken aufschlägt.

Red Bull hat in Spielberg das Kommando übernommen - Foto: Red Bull/GEPA

Österreich: Red Bull Ring
Red Bull dominiert seit geraumer Zeit die Formel 1, weshalb sollte der Getränkehersteller also nicht auch ein Rennen nach Österreich bringen? Es sprechen einige Dinge dagegen, denn so müssten wohl nicht geringe Umbauarbeiten vorgenommen werden, da die Rennstrecke nicht in allen Punkten den Dimensionen der Königsklasse entspricht. Da die Mühlen der Bürokratie in Österreich jedoch in der Regel recht langsam mahlen, ist es äußerst unrealistisch, den Kurs in Spielberg binnen eines halben Jahres fit für die Formel 1 zu machen, zahlreiche Einsprüche der Anrainer wären programmiert.

Hinzu kommt: Österreich stellt für die Formel 1 keinen wichtigen Markt mehr dar - spätestens seit sie sich aufgemacht hat, um Asien zu erschließen. Ganz ausschließen wollte Red Bulls Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko eine Rückkehr in die Steiermark jüngst aber auch nicht: "Man soll niemals nie sagen bei Mateschitz. Schauen wir mal, wie sich das dort entwickelt."

Weitere Alternativen:
Es gibt in Europa freilich noch zahlreiche andere Rennstrecken, die sich über einen Besuch der Formel 1 freuen würden, doch wirkliche Hoffnungen darf sich keine von ihnen machen. In Italien gäbe es neben Monza noch Imola und Mugello, doch während die Strecke in Mugello immerhin renoviert wurde und zu Testzwecken in Verwendung ist, erfüllt Imola die Ansprüche der Formel 1 nicht mehr.

Ist Katar eine Option? - Foto: Pramac Racing

Selbiges gilt für die Dünenstrecke von Zandvoort, die zwar für die DTM ausreichend ist, aber auf Formel-1-Boliden muss man dort vergeblich warten. Donigton verfügte bereits über einen Vertrag mit der Königsklasse und begann mit Umbauarbeiten, doch schlussendlich scheiterte die Finanzierung und der Kontrakt wurde aufgelöst. Obwohl stets von einem Rennen in Europa die Rede ist, kann ein weiterer Grand Prix in Asien nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Katar möchte beispielsweise in den Rennkalender und beherbergt schon seit einigen Jahren die MotoGP.


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