Formel 1 - Hembery: Pirelli braucht mehr Auswahl

Mindestens acht Mischungen

Die Formel-1-Teams bekommen die Pneus immer besser in den Griff. Pirelli-Boss Paul Hembery wünscht sich ein größeres Reifensortiment.
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Motorsport-Magazin.com - Es hat den Anschein, als hätten die meisten Teams das Reifen-Rätsel weitestgehend gelöst. Das Management der Pneus ist zwar immer noch eine entscheidende Komponente, hat im Gegensatz zum Saisonbeginn, als es in den ersten sieben Saisonrennen sieben verschiedene Sieger gab, aber seine unberechenbare Komponente verloren. Vor allem das Timing und die Anzahl der Boxenstopps lassen sich von den Rennställen inzwischen besser vorhersagen. Beim Indien Grand Prix kam ein Großteil mit nur einem einzigen Pitstop aus.

Die Ingenieure haben erkannt, dass es ihnen einen Vorteil bringt, wenn sie diese technische Herausforderung meistern.
Paul Hembery

Paul Hembery, Motorsport-Direktor von Pirelli, bestätigte, dass es mit jedem Rennen einfacher werde, die Rennstrategien vorherzusagen. "Die Teams verbessern sich mit jedem Rennen", sagte er. "Die Ingenieure haben erkannt, dass es ihnen einen Vorteil bringt, wenn sie diese technische Herausforderung meistern." Die Aufgabe von Pirelli sei es hingegen, den Teams diese Aufgabe so schwer wie möglich zu machen. "Wir arbeiten in entgegengesetzte Richtungen. Ihr Ziel ist es den Verschleiß zu reduzieren, wir versuchen, ihn zu erhöhen."

Hembery befürchtet jedoch, dass der Reifenhersteller unter den bestehenden Regularien eher früher als später an seine Grenzen stößt. Um zu vermeiden, dass die Mehrzahl der Rennen mit einer Einstopp-Strategie bewältigt werden, bräuchte Pirelli ein größeres Sortiment an Trockenreifen, meinte der Engländer. "Wir hätten gerne ein größeres Spektrum, dann hätten wir mehr Lösungen für die jeweiligen Strecken und könnten zwei oder drei Boxenstopps garantieren. Mit vier Reifentypen musst man immer einen Kompromiss eingehen."

Wir hätten gerne ein größeres Spektrum an Reifenmischungen.
Paul Hembery

Um einen aufregenden Wettbewerb zu garantieren, seien mindestens acht verschiedene Mischungen notwendig, meinte Hembery. Sein Vorschlag lautete: Von den vier aktuellen Reifentypen - supersoft, soft, medium, hart - jeweils zwei Versionen zu entwickeln, wobei das ideale Arbeitsfenster bei der einen Mischung im niedrigen und bei der anderen im hohen Temperaturbereich liegen würde. Im Moment gäbe es zwar keine Verhandlungen, sagte Hembery. Sollte Pirelli aber über das Ende des aktuellen Vertrags im Jahr 2013 in der Formel 1 bleiben, werde es mit der FIA Diskussionen über eine Ausweitung des Reifenangebots geben.


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