Formel 1 - Lauda: Die Logik spricht für Red Bull

Vettel ist der Maßstab

Niki Lauda hält Red Bull auch 2012 für den großen Favoriten. Die Konkurrenz müsse mit sich im Reinen sein - hier sieht Lauda Probleme. Jenson Button hat keine.

Motorsport-Magazin.com - Zum Ende der abgelaufenen Saison hat McLaren zwar einen spürbaren Schritt nach vorn gemacht, doch die meisten Beobachter würden ihr Geld für 2012 wieder auf Red Bull setzen. Adrian Newey und Co. basteln schon fleißig am RB8, einer Evolutionsstufe des aktuellen Weltmeister-Autos, das an die vergangenen Erfolge anknüpfen soll. Zum ersten Test des neuen Jahres in Jerez soll der Bolide bereits fertig sein. "Jetzt weiß noch keiner, wie die neuen Autos funktionieren werden", sagt Niki Lauda gegenüber den Salzburger Nachrichten. "Aber die Logik sagt mir, dass Red Bull weiter vorn sein wird."

Das Reglement wird sich für die kommende Saison nicht wesentlich verändern, lediglich das vollständige Verbot des angeblasenen Diffusors ist neu. Möglicherweise könnte Red Bull dadurch am stärksten geschwächt werden, waren sie doch das Team, das dieses System als erstes zum Arbeiten brachte. "Der Verlust an Abtrieb wird durch noch bessere Aerodynamik ausgeglichen", spielt Lauda die Auswirkungen des Verbots herunter. "Die Frage ist wieder: Wer ist da am gescheitesten?" Wer auf einem guten Auto aufbauen könne, habe laut dem TV-Experten den größten Vorteil.

Red Bull kann den Erfolg weiterentwickeln: Gutes noch besser zu machen, ist leichter, als neu anzufangen.
Niki Lauda

"Red Bull kann den Erfolg weiterentwickeln: Gutes noch besser zu machen, ist leichter, als neu anzufangen", ist Lauda überzeugt. Anders bei der Konkurrenz: Mercedes müsse ein komplett neues Auto bauen, um heranzukommen. "Da gibt es das Risiko, in die falsche Richtung zu gehen", fügt Lauda hinzu. "Aber Mercedes hat sich an Technikern verstärkt. McLaren und vor allem Ferrari trifft es ähnlich." Die wirkliche Basis für 2012 könne erst nach den ersten Tests mit dem neuen Material beurteilt werden.

Dass der Titelverteidiger wieder das Maß aller Dinge sein wird, daran besteht für Lauda kein Zweifel. "Der Sebastian hat 2011 immens an Selbstsicherheit gewonnen, macht keine Fehler", stellt Lauda fest. "Er wird wieder für die anderen der Maßstab sein. Wer ihn schlagen will, braucht ein perfektes Auto." Neben dem konkurrenzfähigen Auto müsse allerdings auch die Psyche der Konkurrenten passen - in dieser Hinsicht entdeckt Lauda Konfliktpotential: "Hamilton muss einmal seine privaten Probleme in den Griff bekommen. Alonso lässt sich scheiden, der muss auch einmal voll konzentriert auf den Job sein."

Button war schon 2011 am stabilsten, ist gefestigt, kommt überall sympathisch rüber und ist fehlerlos schnell.
Niki Lauda

Vettels Teamkollege Mark Webber erwähnt Lauda erst gar nicht. Dafür scheint er Jenson Button 2012 eine Menge zuzutrauen, nachdem der Weltmeister von 2009 in der abgelaufenen Saison seinen Teamkollegen meist im Griff hatte und bei McLaren intern als Nummer 1 gehandelt wird. "Button war schon 2011 am stabilsten, ist gefestigt, kommt überall sympathisch rüber und ist fehlerlos schnell", analysiert Lauda. "Und er hat nach seinen Leistungen 2011 immens Selbstvertrauen. Es wird bei den Verfolgern sehr interessant."




6 Leser-Kommentare

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am 30. Dezember 2011 um 17:44 Uhr
AWE:
mit so einem Wischi Waschi verdient der Niki noch richtig Kohle ,Soll noch einer sagen mit nichts könnte man kein Geld verdienen . Lauda weiss aktuell genau so wenig wie der Rest der Welt ,wer 2012 das beste Auto baut. Bisher steht noch keines auf den Rädern ,geschweige denn ist schon einen Meter gefahren .Ich wette ,das Lauda nicht mal bei Red Bull weiss ,wo die Musik spielt denn die wären ja blöd ,wenn sie gerade Lauda zeigen würden ,was sie haben oder tun .
am 28. Dezember 2011 um 23:58 Uhr
senna 1985:
wie lauda jedoch sagte, birgt ein ganz anderer weg auch die gefahr des flops. newey wird sicher wieder was ausgeheckt haben, da das wegfallen des angeblasenen diffusors ja lange genug bekannt ist. wenn ferrar einen glückstreffer hat, dann können sie drankommen, tappen sie wieder im dunklen, dann wirds wieder eine "schlechte" saison. ist eben eine risikoreichere variante, als eben die vorhandene basis zu verbessern. man sollte newey nie unterschätzen, das sollte jedem klar sein. bei ferrari weiß man jedoch nicht so wirklich wo man dran ist, was das technische personal angeht. und selbst wenn sie rankommen, wäre da immer noch mclaren, die ebenso stark oder stärker sind als ferrari, zumindest im technischen bereich, wie man 2011 gesehen hat!
am 28. Dezember 2011 um 21:07 Uhr
porka: @SKY KeepRacingRacer
Ich habe es gehofft, aber diesmal spricht vieles dafür dass Ferrari an Red Bull viel näher rankommen kann. Zum einen hat man viel früher mit dem entwickeln des neuen Autos begonnen. Diffusor mit Auspuffgasen anströmen fällt weg. Ferrari hat jetzt auch flexi Frontwings. Dazu kommt noch der Silverstone Sieg, der gezeigt hat wie schwach Ferrari mit Auspuffgasen in Kombination mit dem Diffusor war. Und zum schluss kommt ja noch dass Ferrari beim Entwickeln des neuen Auto eine andere Herangehensweise benutzt.
am 28. Dezember 2011 um 16:18 Uhr
SKY KeepRacingRacer:
Ich bin mir sicher, dass die meisten Ende 2010 hier auch der Meinung waren, Red Bull wird an Dominanz verlieren...
am 28. Dezember 2011 um 13:24 Uhr
porka:
Red Bull sollte sicher wieder stark sein, aber die Dominanz sollte wegfallen. Ferrari hat nie den mit Auspuffgasen angeströmten Diffusor in den Griff bekommen.
am 28. Dezember 2011 um 12:03 Uhr
Wiski_EK9:
WORD

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